Wie Anleger von Insidern profitieren können: Warren Buffett und Co. folgen

Anleger können sich die Auswahl von Aktien erleichtern: Inspiration bieten Börsenlegenden, Insider und Social-Trading-Netzwerke.

Große Chancen gibt es an der Börse nicht ohne entsprechende Risiken. Auf den „ultimativen Börsengeheimtipp“ sollte sich daher niemand verlassen. Aber für den Erfolg eines Aktieninvestments ist die Auswahl der richtigen Papiere schon entscheidend. Vielen Privatanlegern fällt gerade diese Entscheidung schwer. Aufgrund der vielen Informationen und Auswahlmöglichkeiten sehen sie sprichwörtlich „den Wald vor lauter Bäumen nicht“. Orientierung können Profis bieten, die ihr Handwerk besonders gut verstehen – zum Beispiel Investmentkoryphäen wie Warren Buffett oder Insider wie z. B. Unternehmensvorstände und Aufsichtsräte oder auch Social-Trading-Netzwerke.

Börsenlegende Warren Buffett inspiriert viele Follower

Der wohl bekannteste Börsenguru Warren Buffett macht es Anlegern leicht, von seinen Investments zu profitieren. Denn Buffetts Investmentgesellschaft Berkshire Hathaway ist börsennotiert. Sehr gut betuchte Anleger, die auf das goldene Händchen des „Orakels von Omaha“ vertrauen, können die sehr teure Berkshire-Hathaway-A-Aktie (WKN 854075) kaufen, die aktuell bei knapp 470.000 US-Dollar notiert. Die allermeisten werden sich jedoch für die günstigere B-Aktie von Berkshire Hathaway (WKN A0YJQ2) entscheiden, die momentan um 310 US-Dollar kostet. Für Whitney Tilson, Gründer des Analysehauses Empire Research, ist ein Investment in Berkshire Hathaway gerade in der aktuellen schwierigen Börsenphase vielversprechend: „Es gibt eine Faustregel: In guten Zeiten schneidet Berkshire etwa so gut ab wie der US-Aktienindex S&P 500, vielleicht sogar etwas schlechter. In stürmischen Zeiten dagegen performt sie besser.“

Buffetts jüngste Investitionen

Alternativ zu den beiden Berkshire-Hathaway-Papieren können Anleger sich aber auch von den neuesten Investments von Warren Buffett inspirieren lassen. So sind Investmentgesellschaften wie Berkshire Hathaway laut US-Börsengesetz verpflichtet, ihre Aktienkäufe einmal pro Quartal der US-Börsenaufsicht SEC zu melden. Diese Quartalsberichte werden im Internet veröffentlicht und können sowohl auf den Seiten der SEC als auch auf denen von Berkshire Hathaway eingesehen werden. Auf den Quartalsbrief der Investmentlegende Warren Buffett warten die vielen Follower zu Beginn eines neuen Quartals mit Spannung. Denn dann sehen sie, wo die Investmentlegende zuletzt eingestiegen ist oder aufgestockt hat. Im dritten Quartal (per 30. September) nutzte Buffett den Kurssturz beim weltgrößten Chipauftragsfertiger Taiwan Semiconductor TSMC (WKN 909800) zum Einstieg im Gesamtvolumen von rund fünf Milliarden US-Dollar. Auch die Beteiligung an Occidental Petroleum (WKN 851921) stockte er auf.

Insidertrades können legal oder illegal sein

Bei den sogenannten „Insidertrades“ gilt es zu differenzieren: Illegaler Insiderhandel liegt vor, wenn Insider wie Unternehmensvorstände, Aufsichtsräte und deren engere Angehörige Informationen für Trades ausnutzen, wenn diese noch nicht öffentlich bekannt sind. Anders sieht das aus bei „Directors’ Dealings“ oder deutsch „Eigengeschäften“. Sie können für Privatanleger interessant sein. Denn: Kaufen Insider Aktien „ihres“ Unternehmens, ist dies grundsätzlich ein positives Signal für Privatanleger.

Diese Directors’ Dealings sind meldepflichtig und werden auf den Internetseiten der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) in der Datenbank mit dem Titel „Meldungen über Eigengeschäfte von Führungskräften nach Art. 19 MAR“ veröffentlicht.

Directors’ Dealings als Informationsquelle

Dort können sich Anleger über die in den zurückliegenden Wochen und Monaten getätigten Insidergeschäfte informieren und gegebenenfalls inspirieren lassen. Laut BaFin-Datenbank waren die Insider in den vergangenen Wochen vor allem als Käufer aktiv. Zu den Gesellschaften, bei denen kürzlich Insiderkäufe mit einem besonders hohen Umsatzvolumen getätigt wurden, z. B. Bayer (WKN BAY001), TeamViewer (WKN A2YN90), Hugo Boss (WKN A1PHFF), Münchener Rück (WKN 843002) und Symrise AG (WKN SYM999).

Grundsätzlich bieten Insidertransaktionen eine interessante Informationsquelle für Anleger, handelt es sich bei den Insidern ja um Personen, die Informationen aus erster Hand haben und direkt an der Quelle sitzen. Doch nicht immer kaufen Insider Aktien ihres Unternehmens, weil sie diese für unterbewertet halten. Insbesondere bei Insiderkäufen mit kleinem Volumen wollen die Vorstände und/oder Aufsichtsräte häufig nur einen Kaufanreiz signalisieren. Denn auch sie wissen, dass Insiderkäufe veröffentlicht werden und Anleger zum Kauf der Aktien inspirieren können. Anleger können sich durch Insidergeschäfte sicherlich inspirieren lassen. Wichtig dabei ist aber, dass sie sich vor einem Kauf bzw. Verkauf von Aktien auch die jüngsten Geschäftszahlen des betroffenen Unternehmens näher anschauen. Darüber hinaus sollten Anleger vor einer Kauf- bzw. Verkaufsentscheidung stets auch einen Fundamentalcheck vornehmen.

Social Trading kann inspirieren

Auch in Social-Trading-Netzwerken können Anleger Anregungen für Investitionen finden. Auf diesen Plattformen können Privatanleger die Portfolios anderer Anleger einsehen. Durch aktives Mitarbeiten (Networking) können Anleger auch Einfluss auf die Handelsstrategie des Social-Trading-Netzwerks nehmen oder ein Musterdepot veröffentlichen. Den Mitgliedern eines solchen Netzwerkes bleibt es dann selbst überlassen, ob sie ein Musterdepot des Social Traders eins zu eins spiegeln oder nur teilweise realisieren wollen. Vor einigen Monaten ist auch comdirect mit der comdirect Social Trading App „hi!stocks“ live gegangen. Alena Kretzberg, Bereichsvorständin Digital Banking & comdirect, hat dem comdirect Magazin in einem Interview verraten, was die App alles kann, wie es überhaupt zu der Idee kam und welches ihr persönliches Lieblings-Feature ist.

Aktien unterliegen Kursschwankungen. Bei Wertpapieren, die nicht in Euro notieren, sind zudem Währungsverluste möglich. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung. Die Auswahl der Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente dient ausschließlich Informationszwecken und stellt kein Angebot, keine Aufforderung oder Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar. Sie soll lediglich Ihre selbstständige Anlageentscheidung erleichtern und ersetzt keine anleger‐ und anlagegerechte Beratung. Bei den hier dargestellten Informationen und Wertungen handelt es sich um eine Werbemitteilung, die nicht den gesetzlichen Anforderungen zur Gewährleistung der Unvoreingenommenheit einer Anlageempfehlung oder Anlagestrategieempfehlung genügt. Die Darstellung gibt nicht die Meinung von comdirect – einer Marke der Commerzbank AG – wieder. Darüber hinaus unterliegen die dargestellten Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente keinem Verbot des Handels vor der Veröffentlichung von Anlage‐ oder Anlagestrategieempfehlungen. Stand: 14.12.2022; Quelle: comdirect.de

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