Weltraum Lukrative Geschäfte im Orbit

Rakete in Startposition
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Der Raumfahrttourismus hat das Weltall in den Fokus gerückt. Profit versprechen aber vor allem militärische Anwendungen und die Satellitentechnologie.

Mit ihren Flügen in die Schwerelosigkeit haben Richard Branson und Jeff Bezos in diesem Sommer das Zeitalter des Weltraumtourismus eingeleitet. Solche Privatreisen ins All machen sich medial gut. Aber Unternehmen, Wissenschaft, Industrie und auch das Militär sind schon seit Jahren dabei, das Weltall für sich zu erobern. Sie kommen gut voran, auch weil das nötige Equipment und der Transport in den Orbit wegen des technologischen Fortschritts preiswerter werden. Schon jetzt wird die Größe des kommerziellen Raumfahrtmarktes von der Bank of America auf über 400 Milliarden US-Dollar geschätzt. Bis zum Jahr 2030 könnte nach ihrer Prognose die Marke von 1,4 Billionen US-Dollar überschritten werden.

Mehr als nur Flüge ins All

Die Hauptwachstumstreiber der Raumfahrtindustrie sind vorerst laut Bank of America nicht der Weltraumtourismus, sondern die weiter steigenden Militärausgaben und vor allem die Satellitentechnologie. Allein 2020 hat es die Rekordzahl von rund 1.200 Satellitenstarts gegeben. Auf dem europäischen Satellitenmarkt hat sich die deutsche OHB (WKN 593612) als einer der drei führenden Systemanbieter positioniert. Bei der Ausschreibung für die neueste Generation Galileo-Satelliten ging das Bremer Familienunternehmen Anfang des Jahres allerdings leer aus. Zum Zuge kamen stattdessen der DAX-Neuling Airbus (WKN 938914) sowie der französische Rüstungs- und Technologiekonzern Thales (WKN 850842). Dennoch sind die Auftragsbücher von OHB nach eigenen Angaben prall gefüllt.

Space is hard

Neben den etablierten Konzernen wie Airbus oder Thales mit starker Basis in verwandten Geschäftsbereichen stehen auch kleinere, lupenreine Raumfahrtfirmen zunehmend im Fokus. Den großen Chancen stehen hier aber auch große Risiken gegenüber. So ist noch nie einem Raketenbauneuling auf Anhieb ein erfolgreicher Start gelungen. Ende August etwa scheiterte bereits der dritte Startversuch einer Mini-Testrakete des US-Unternehmens Astra Space (WKN A3CTP8), woraufhin die Aktie deutlich abstürzte. Nur wenige Tage später kam heraus, dass auch der umjubelte Weltraum-Kurzflug des britischen Milliardärs Branson im Juli dieses Jahres nur knapp an einer Katastrophe vorbeigeschrammt ist. So wurde der genehmigte Flugkorridor zeitweilig verlassen und angeblich drohte eine Notlandung oder sogar ein Absturz. Die US-Flugaufsichtsbehörde zog zunächst einmal die Reißleine und hat weitere Starts von Bransons Raketenflugzeug bis zu einer genauen Analyse der Vorfälle untersagt. Nicht umsonst gilt „Space is hard“ als Leitspruch der Branche.

Weltraumtechnologie aus einer Hand

Das Geschäft mit dem Weltall befindet sich trotz der Fortschritte in einer Frühphase. Entsprechend erscheint eine breitere Streuung bei Investitionen sinnvoll. Das ermöglicht zum Beispiel das Mitte Mai von Vontobel emittierte Open End Partizipations-Zertifikat (WKN VQ7BWA) auf den Solactive Space Technology Index. Der Performance-Index spiegelt die Wertentwicklung von 19 Aktien wider, die im Bereich Space Technology führend sind. Die große Mehrzahl stammt dabei aus den USA. Von europäischer Seite sind mit dem französischen Technologiekonzern Safran S.A. (WKN 924781) und Airbus nur zwei Titel vertreten.

Mit gut 15 % Portfolioanteil etwas stärker sind Euro-Titel beim HANetf Procure Space ETF (WKN A3CUJ9) repräsentiert. Auch hier notiert ein Großteil (70 %) der Werte in US-Dollar und das Wechselkursrisiko ist deshalb zu berücksichtigen. Bei etwa 80 % der Indexwerte handelt es sich um Unternehmen, die mehr als die Hälfte ihrer Umsätze allein aus Raumfahrtaktivitäten erzielen. Zu den am höchsten gewichteten Aktien im ETF-Portfolio gehören die französische Eutelsat Communications (WKN A0HGPT), die amerikanische ViaSat (WKN 908189) sowie SES (WKN 914993) aus Luxemburg.

Anleger, die ein aktives Management bevorzugen, können alternativ auch auf den Echiquier Space (WKN A3CRZV) der französischen Fondsgesellschaft LFDE setzen. Konkret investiert der Fonds in vier Bereiche: Aktivitäten im Weltraum (z. B. Satelliten), zwischen Erde und Weltraum (Transport), bodenbasierte Aktivitäten und transversale Technologien (z. B. Raumfahrtentwicklung, Halbleitertechnologie und 3-D-Druck).

Aktien, Fonds, ETF und Partizipationszertifikate unterliegen Kursschwankungen. Bei Wertpapieren, die nicht in Euro notieren, sind zudem Währungsverluste möglich. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung. Bei Partizipations-Zertifikaten besteht als Schuldverschreibung zudem ein Emittentenrisiko. Bei Zahlungsunfähigkeit des Emittenten können Verluste bis hin zum Totalverlust eintreten. Die Auswahl der Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente dient ausschließlich Informationszwecken und stellt kein Angebot, keine Aufforderung oder Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar. Sie soll lediglich Ihre selbstständige Anlageentscheidung erleichtern und ersetzt keine anleger‐ und anlagegerechte Beratung. Allein verbindliche Grundlage des Kaufs bei Fonds sind die derzeit gültigen Verkaufsunterlagen des Fonds („Wesentliche Anlegerinformationen“, Verkaufsprospekt sowie Jahres- und Halbjahresberichte, soweit veröffentlicht). Diese Unterlagen erhalten Sie auf der Fonds-Detailseite unter www.comdirect.de oder direkt beim Emittenten. Bei den hier dargestellten Informationen und Wertungen handelt es sich um eine Werbemitteilung, die nicht den gesetzlichen Anforderungen zur Gewährleistung der Unvoreingenommenheit einer Anlageempfehlung oder Anlagestrategieempfehlung genügt. Die Darstellung gibt nicht die Meinung von comdirect wieder. Darüber hinaus unterliegen die dargestellten Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente keinem Verbot des Handels vor der Veröffentlichung von Anlage‐ oder Anlagestrategieempfehlungen. Stand: 20.10.2021; Quelle: comdirect.de