Warren Buffett: Investmentlegende kauft kräftig ein

Titel Warren Buffett
© Matt via Adobe Stock

Star-Investor Buffett wird nicht müde. Im ersten Halbjahr investierte er vor allem in seine Lieblingsbranchen Finanzen und Energie.

Am 30. August feierte Warren Buffett, der wohl erfolgreichste und bekannteste Investor aller Zeiten, seinen 92. Geburtstag. Und trotz seines fortgeschrittenen Alters ist das „Orakel von Omaha“, wie Buffett aufgrund seiner legendären Analysesicherheit genannt wird, immer noch als Investor aktiv. Während viele Anleger in diesen krisengeprägten Zeiten panisch aus Aktien flüchten, investiert er kräftig weiter. Über seine Beteiligungs-Holding Berkshire Hathaway (WKN A0YJQ2) kaufte er im ersten Halbjahr 2022 für deutlich mehr als 50 Milliarden US-Dollar Aktien und handelte damit getreu seinem Motto: „Man muss gierig sein, wenn andere Angst haben, und Angst haben, wenn andere gierig sind.“ Frank Fischer, Vorstandvorsitzender der Shareholder Value Management AG, war auch in diesem Jahr wieder bei der Hauptversammlung in Omaha und ist begeistert: „Buffett ist ein Vorbild für Asset-Manager – ein genialer Investor und gleichzeitig eine demütige Person.“

Erste Live-Hauptversammlung seit 2019

Frank Fischer Portrait

Interview: „Buffett ist ein Vorbild für Anleger“

Fondsmanager Frank Fischer über das Hauptversammlungs-Happening von Berkshire Hathaway und die Demut des legendären Investors.

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Während seiner Karriere hat Warren Buffett so manchen Rekord aufgestellt. Bereits mit elf Jahren kaufte er seine erste Aktie. Buffett ist damit bereits seit über 80 Jahren an der Börse aktiv. Mit seinen Investments schlug er über Jahrzehnte den US-Leitindex S&P 500 um Längen. Seit vielen Jahren hat er einen Stammplatz unter den Top Ten der „Forbes“-Liste der reichsten Menschen der Welt. In der aktuellen Liste belegt er Platz sieben mit einem geschätzten Vermögen von 99,7 Milliarden Dollar. Rekordverdächtig sind auch die Hauptversamm­lungen von Berkshire Hathaway, zu der Warren Buffett und sein Partner Charlie Munger jedes Jahr am ersten Samstag im Mai einladen. Zu der auch als „Woodstock des Kapitalismus“ bezeichneten Versammlung pilgerten in diesem Jahr über 20.000 Aktionäre – zum ersten Mal seit 2019 konnte die Hauptversammlung wieder live abgehalten werden.

In der Corona-Pandemie war Buffett in der Wirtschaftspresse wegen seiner Investitions­zurückhaltung schon mit „Dagobert Duck“ verglichen worden. Aber er konnte eben nicht auf seinen reichen Erfahrungsschatz zurückgreifen. Eine weltweite Pandemie hatte es seit der Spanischen Grippe 1918 nicht mehr gegeben. Da war selbst der Altmeister noch nicht geboren. Dass es in der Pandemie zu einem rasanten Einbruch der Kurse und einer ebenso schnellen Erholung kam, hatte er wie viele andere nicht erwartet. Für diese verpasste Chance entschuldigte er sich bei seinen Aktionären auf der jüngsten Hauptversammlung. Grundsätzlich handelt Buffett aber neben seinen Unternehmensbeteiligungen am Aktienmarkt antizyklisch. Kriege, Krisen und hohe Inflation wie aktuell hat er in seiner langen Karriere schon häufig erlebt – und sammelt dann, wie er sagt, „wunderbare Aktien zu einem fairen Preis“ ein.

Buffett setzt auf Langzeitinvestments

„Der weit überwiegende Anteil der Rendite von Berkshire Hathaway kommt aus diesen Unternehmen und dem Zinseszins, den diese Investitionen mit sich bringen“, erklärt Frank Fischer. Zu den Langzeitengagements gehören unter den fünf wichtigsten Positionen im Berkshire-Hathaway-Portfolio Coca-Cola (WKN 850663) und American Express (WKN 850226), die er erstmals 1988 bzw. 1994 in sein Depot aufnahm. Auch bei der Bank of America (WKN 858388) ist er schon seit mehr als einem Jahrzehnt engagiert. Apple (WKN 865985) kaufte er dagegen erstmals 2016 – als zwischenzeitlich am Markt Zweifel am iPhone-Giganten aufkamen. Buffett nutzte die günstigen Einstiegskurse und besitzt heute mehr als 5 % der Aktien des Konzerns. Einen guten Riecher hatte er zuletzt auch mit seinem Einstieg bei Chevron (WKN 852552) im Jahr 2020. Da schrieb der Ölmulti noch Verluste. Aufgrund der rasant angestiegenen Ölpreise konnte Chevron den Umsatz im zurückliegenden Jahr um fast 65 % auf 156 Milliarden Dollar steigern und einen operativen Gewinn (EBIT) von 22,4 Milliarden Dollar erzielen. Der Trend setzte sich im ersten und vor allem zweiten Quartal 2022 fort. Allein von April bis Juni lag der Gewinn beim Allzeitrekord von 11,6 Milliarden Dollar. Auch der Aktienkurs von Chevron erreichte ein neues Allzeithoch.

Berkshire-Investitionen im zweiten Quartal

Nachdem er schon im März die Komplettübernahme des Versicherers Alleghany angekündigt hat, investierte Buffett auch im zweiten Quartal gegen den schwachen Börsentrend in den Versicherungs­sektor. So kaufte er Aktien des führenden US-Autoversicherers Ally Financial Inc. (WKN A1W2MF) und der Markel Corp. (WKN 885036). Zudem setzte Buffett auf Petrochemie, IT und Medien. Er stockte die Beteiligung an Chevron auf und kaufte zusätzliche Aktien des texanischen Öl- und Gasförderers und Raffineriekonzerns Occidental Petroleum Corporation (WKN 851921), der trotz rasanter Kurssteigerungen mit einem KGV von gut fünf immer noch günstig bewertet ist. Ähnlich preiswert kaufte Buffett weitere Aktien des texanischen Chemiekonzerns Celanese Corp (WKN A0DP2A) zu.

Wie im ersten Quartal legte er auch beim Videospiele-Entwickler Activision Blizzard Inc. (WKN A0Q4K4) zu. Das Unternehmen steht im Übernahmefokus, seitdem Microsoft im Januar angekündigt hatte, Activision Blizzard für 68,7 Milliarden Dollar übernehmen zu wollen. Auch seinen Bestand an Aktien des Technologie-Riesen Apple Inc. (WKN 865985) hat er weiter aufgestockt. Apple ist schon seit Längerem die größte Aktienposition im Berkshire-Portfolio. Aktuell liegt der Anteil der Apple-Papiere am Gesamtdepot bei gut 40 %. Buffett hielt Ende Juni fast 900 Millionen Apple-Aktien zum aktuellen Gesamtwert von rund 150 Milliarden US-Dollar.

Investieren mit Buffett

Wer als Anleger von Buffetts Expertise profitieren möchte, kann die Aktien seiner Investment-Gesellschaft Berkshire Hathaway direkt kaufen. Der aktuelle Kurs der Berkshire-Hathaway-A-Aktie (WKN 854075) liegt allerdings bei rund 420.000 Euro. Für Kleinanleger gibt es seit einigen Jahren auch B-Aktien von Berkshire Hathaway (WKN A0YJQ2). Diese werden scherzhaft als „Baby-Aktien“ bezeichnet und kosten aktuell rund 280 Euro. Das Partizipationszertifikat von Vontobel (WKN VP7WBU) vollzieht die Entwicklung des Basiswertes Solactive Omaha Alpha Index (NTR) nach. Dieser Index enthält 20 Aktien, in die Buffett investiert – darunter Apple oder Coca-Cola.

Warren Buffett ist inzwischen 92 Jahre alt, sein Kompagnon Charlie Munger gar 98. Wenn der Altmeister sich eines Tages aus dem Geschäft zurückzieht, könnte es einen Rückschlag geben, auch wenn der designierte Buffett-Nachfolger Greg Abel schon seit 20 Jahren bei Berkshire Hathaway aktiv ist und die Ausrichtung stark mitbestimmt. Deutsche Fonds im Geist von Buffetts Modern Value Investment können eine Alternative zum Direktinvestment sein. Zu den bekanntesten deutschen Fondsmanagern gehört Hendrik Leber, der unter anderem das Team des ACATIS Value und Dividende – EUR DIS Fonds (WKN A1W9AY) leitet. Der Invest CROCI Sectors Plus – LC EUR ACC (WKN DWS2EP) fokussiert sich auf rund 30 Value-Aktien. Frank Fischer, Fondsmanager des Jahres 2018, verwaltet gleich mehrere Fonds im Geiste Buffetts, darunter den stark auf Small und Mid Caps fokussierten Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen (WKN A0M8HD), der bei comdirect auch im Sparplan erhältlich ist.

Aktien, Fonds und Partizipationszertifikate unterliegen Kursschwankungen. Bei Wertpapieren, die nicht in Euro notieren, sind zudem Währungsverluste möglich. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung. Bei Partizipations-Zertifikaten besteht als Schuldverschreibung zudem ein Emittentenrisiko. Bei Zahlungsunfähigkeit des Emittenten können Verluste bis hin zum Totalverlust eintreten. Die Auswahl der Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente dient ausschließlich Informationszwecken und stellt kein Angebot, keine Aufforderung oder Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar. Sie soll lediglich Ihre selbstständige Anlageentscheidung erleichtern und ersetzt keine anleger‐ und anlagegerechte Beratung. Allein verbindliche Grundlage des Kaufs bei Fonds sind die derzeit gültigen Verkaufsunterlagen des Fonds („Wesentliche Anlegerinformationen“, Verkaufsprospekt sowie Jahres- und Halbjahresberichte, soweit veröffentlicht). Diese Unterlagen erhalten Sie auf der Fonds-Detailseite unter www.comdirect.de oder direkt beim Emittenten. Bei den hier dargestellten Informationen und Wertungen handelt es sich um eine Werbemitteilung, die nicht den gesetzlichen Anforderungen zur Gewährleistung der Unvoreingenommenheit einer Anlageempfehlung oder Anlagestrategieempfehlung genügt. Die Darstellung gibt nicht die Meinung von comdirect – einer Marke der Commerzbank AG – wieder. Darüber hinaus unterliegen die dargestellten Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente keinem Verbot des Handels vor der Veröffentlichung von Anlage‐ oder Anlagestrategieempfehlungen. Stand: 21.09.2022; Quelle: comdirect.de