Titel Warren Buffett
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Warren Buffett: Erstmals ohne Charlie Munger

Key Takeaways
  • Zur Hauptversammlung von Berkshire Hathaway werden 40.000 Aktionäre erwartet.
  • Buffett setzt bei Aktien und eigenen Unternehmen auf Langzeitinvestments.
  • Cash, Qualitätsaktien, Versicherungen und Eisenbahnen wappnen Buffett vor Krisen.

Beim „Woodstock für Kapitalisten“ wird es am 4. Mai dieses Jahres wehmütig zugehen: Denn unter den voraussichtlich rund 40.000 Aktionären, die zur Hauptversammlung von Berkshire Hathaway nach Omaha in Nebraska pilgern, fehlt einer der wichtigsten: Charlie Munger. Der Partner von Warren Buffett starb im November vergangenen Jahres kurz vor seinem 100. Geburtstag. „Charlie Munger war der Architekt von Berkshire Hathaway, ich selbst nur der Baumeister“, schreibt Buffett in seiner Würdigung im jüngsten Aktionärsbrief. Inhaltlich wird sich bei Berkshire Hathaway wenig ändern: „Die Nachfolgegeneration mit Ajit Jain und Greg Abel ist fähig und hochkompetent – aber sie werden wohl nicht so eine Show abliefern wie Buffett und Munger“, sagt die Autorin und Buffett-Biografin sagt die Autorin und Buffett-Biografin Gisela Baur.

Sechs Jahrzehnte Erfolg

Berkshire Hathaway ist keine gewöhnliche Aktiengesellschaft. Die Holding enthält über 80 eigene Unternehmen, zudem große Aktienbeteiligungen an börsennotierten Werten. Und Warren Buffett ist kein normaler Portfoliomanager. Seit nunmehr 59 Jahren steht der Jahrhundertkapitalist an der Spitze seines Unternehmens. In diesem Zeitraum hat er für die Aktionäre 19,8 % Rendite erwirtschaftet – pro Jahr, versteht sich. Das ist rund doppelt so viel wie der S&P 500. „Seine größte Stärke dabei war und ist die Anlagedisziplin“, erklärt Heiko Böhmer, Kapitalmarktstratege der Frankfurter Shareholder Value Management AG. „Er kauft ausschließlich hervorragende Unternehmen, deren Geschäftsmodell er versteht und deren Bilanzen er akribisch geprüft hat. Dabei wartet er geduldig auf die Gelegenheit, günstig zum Zug zu kommen.“

Buffett setzt auf Langzeitinvestments

Am stärksten im Blickpunkt der Anleger stehen Buffetts Aktieninvestments. Kein Wunder: Zum Jahresende standen Aktienbeteiligungen im Gesamtwert von 347 Milliarden US-Dollar in seinem Portfolio. Wenn der Großmeister bei einem Unternehmen einsteigt oder seine Positionen stark auf- beziehungsweise abbaut, ist ihm Aufmerksamkeit gewiss. Das wohl größte Erstaunen erntete Buffett, als er im Jahr 2016 erstmals Aktien von Apple kaufte. Buffett und ein Technologiewert wie Apple? Das schien für viele ein Widerspruch, nicht aber für die Autorin Gisela Baur: „Warren Buffett sieht in Apple eher den Konsumwert mit massivem Burggraben und attraktiven Margen als die Technologieaktie.“ Sein Engagement bei Apple hat sich rentiert. Die Aktie macht inzwischen die Hälfte des Buffett-Portfolios aus und war zur Jahreswende 2023/2024 satte 174 Milliarden Dollar wert.

Finanz- und Konsumwerte im Fokus

Neben Apple setzt Buffett vor allem auf Finanz- und Konsumwerte. Der zweitgrößte Posten in seinem Depot ist die Bank of America, eine der größten Banken der USA. Danach folgt der Kreditkartenanbieter American Express. Bei Amex ist Buffett bereits seit über 30 Jahren Großaktionär und freut sich jedes Jahr über die Dividenden: „Mit der Ausschüttung verdiene ich jährlich fast so viel, wie ich damals für die Aktie bezahlt habe“, erklärte er in seinem jüngsten Brief an die Aktionäre. Neben Amex gehören auch die wachstumsstarken Kreditkarten-Konkurrenten Visa und MasterCard zu seinen Top-20-Positionen. Wie bei Amex beherzigt Buffett auch bei Coca-Cola das Motto seines Kompagnons Charlie Munger: Money is made by sitting. Seit den 1980er-Jahren verdient der Liebhaber von Cherry-Coke an seinen Coca-Cola-Papieren. Jüngeren Datums ist Buffetts Vorliebe für Chevron und Occidental Petroleum. Bei den US-Ölwerten baute er vor allem nach dem Ausbruch der Covid-Krise Positionen auf und profitierte in den vergangenen Jahren von den gestiegenen Energiepreisen. Mit dieser Herangehensweise und Aktienauswahl kassiert Buffett zudem Jahr für Jahr Milliarden US-Dollar an Dividenden.

Buffett ist auf Krisen vorbereitet

Buffett macht keine Marktprognosen, aber er ist immer auf einen Börsenabsturz vorbereitet. Dabei hilft neben dem Depot mit stabilen Markenaktien und seinen hohen Cash-Reserven von aktuell 170 Milliarden Dollar vor allem das breite Portfolio an eigenen Unternehmen: „Berkshire Hathaway steht auf vier Pfeilern“, erklärt Heiko Böhmer. „Dazu gehören Versicherungen, Eisenbahnen, Energie und Konsum sowie die Aktienbeteiligungen. Vor allem die eigenen Unternehmen sorgen für eine stabile Entwicklung der operativen Gewinne.“

Zu diesen eigenen Unternehmen gehören Hersteller von Süßigkeiten oder T-Shirts wie Fruit of the Loom, vor allem aber Eisenbahnlinien, Rückversicherer und Erstversicherungen wie Geico, der größte Autoversicherer der USA. Sie gehören zu Berkshire Hathaway und ihre Ergebnisse werden in der Bilanz zusammengefasst. Die Geschäfte laufen gut. Das zeigte sich auch im abgelaufenen Geschäftsjahr, in dem der Gewinn um rund ein Viertel auf über 37 Milliarden US-Dollar zulegte. Wie wichtig die eigenen Unternehmen für den Konzern sind, unterstreicht die Börsenbewertung von Berkshire Hathaway. Während die Aktienbeteiligungen zur Jahreswende rund 350 Milliarden Dollar wert waren, ist Berkshire Hathaway aktuell nahe daran, als erster Nicht-Technologiekonzern die magische Eine-Billion-Dollar-Grenze bei der Marktkapitalisierung zu knacken.

Investieren wie der Meister mit Aktie, Fonds und ETF

Buffetts Strategie überzeugt viele Anleger. Die einfachste Art zu investieren, ist der Kauf der Aktie. Das ursprüngliche Papier Berkshire Hathaway A dürfte den meisten Interessenten mit nahezu 600.000 Euro zu teuer sein. Zum Glück gibt es aber auch das handlichere Format Berkshire Hathaway B für zuletzt knapp 400 Euro. Alternativ können Anleger auf erklärte Value-Investoren vertrauen, denen Buffett ein Vorbild ist und die regelmäßig zu den Hauptversammlungen anreisen. Zu den bekanntesten gehört der Vermögensverwalter und Fondsmanager Hendrik Leber. Er managt den ACATIS Value und Dividende – A nach den Prinzipien des Altmeisters. Am höchsten gewichtet Leber zurzeit den dänischen Diabetes-Spezialisten Novo Nordisk B, die Münchener Rück und Microsoft. Einen stärkeren Fokus auf kleinere Unternehmen setzt Frank Fischer, Vorstandsvorsitzender der Shareholder Value Management AG und Fondsberater des Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen T. Der deutsche Medizin- und Biotechzulieferer Sartorius und der französische Rückversicherer Scor sind am stärksten vertreten.

Auch ETF-Anleger können auf Value-Strategien setzen. Für Europa bietet sich zum Beispiel der UBS MSCI EMU Prime Value ETF an. Deutsche Aktienwerte machen rund ein Drittel des Portfolios aus. Am höchsten gewichtet sind neben Siemens und Allianz der französische Konzern Schneider Electric. Der VanEck Morningstar US Sustainable Wide Moat UCITS ETF – A schließlich investiert in amerikanische Unternehmen, die über einen besonders großen Wettbewerbsvorteil, den sogenannten Burggraben oder auf Englisch „moat“, verfügen. Dieser ETF ist bei comdirect als Top-Preis ETF im Sparplan ohne Ordergebühr erhältlich. Aktuell stark gewichtet sind der Börsenbetreiber Intercontinental Exchange und die Walt Disney Company.

Aktien, Fonds und ETFs unterliegen Kursschwankungen. Bei Wertpapieren, die nicht in Euro notieren, sind zudem Währungsverluste möglich. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung Auswirkung von Inflation: Grundsätzlich beeinflusst die Entwicklung der Inflationsrate Ihren Anlageerfolg. Ein daraus resultierender Kaufkraftverlust betrifft sowohl die erzielten Erträge als auch Ihr investiertes Kapital. Die Auswahl der Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente dient ausschließlich Informationszwecken und stellt kein Angebot, keine Aufforderung oder Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar. Sie soll lediglich Ihre selbstständige Anlageentscheidung erleichtern und ersetzt keine anleger‐ und anlagegerechte Beratung. Allein verbindliche Grundlage des Kaufs bei Fonds sind die derzeit gültigen Verkaufsunterlagen des Fonds („Wesentliche Anlegerinformationen“, Verkaufsprospekt sowie Jahres- und Halbjahresberichte, soweit veröffentlicht). Diese Unterlagen erhalten Sie auf der Fonds-Detailseite unter www.comdirect.de oder direkt beim Emittenten. Bei den hier dargestellten Informationen und Wertungen handelt es sich um eine Werbemitteilung, die nicht den gesetzlichen Anforderungen zur Gewährleistung der Unvoreingenommenheit einer Anlageempfehlung oder Anlagestrategieempfehlung genügt. Die Darstellung gibt nicht die Meinung von comdirect – einer Marke der Commerzbank AG – wieder. Darüber hinaus unterliegen die dargestellten Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente keinem Verbot des Handels vor der Veröffentlichung von Anlage‐ oder Anlagestrategieempfehlungen. Stand: 15.04.2024; Quelle: comdirect.de

Heinz-Peter Arndt, Diplomvolkswirt und Diplomjournalist, schreibt seit über 30 Jahren über Konjunktur, Finanzmärkte und private Geldanlage
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Heinz-Peter Arndt
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