Warren Buffett Happy Birthday: Eine Legende wurde 90

Warren Buffet im Interview
© Imago / Xinhua

Auch im hohen Alter ist Warren Buffett noch aktiv. Vom erfolgreichen Anleger können Profis und Kleinaktionäre viel lernen.

Legendäre Investoren gibt es viele, aber es gibt nur einen Warren Buffett: Seinen Ruf hat sich der Starinvestor, der Ende August 90 Jahre alt geworden ist, über Jahrzehnte erarbeitet. Zwischenzeitlich war er sogar der reichste Mensch der Welt, aktuell rangiert er noch unter den Top Ten. In den nächsten Jahren wird er in der Liste allerdings weiter zurückfallen. Der Grund: Buffett spendet schon seit einiger Zeit jedes Jahr einen Anteil seiner Berkshire-Hathaway-Aktien an die Stiftung seines Freundes Bill Gates, die weltweit Massenerkrankungen wie Malaria bekämpfen und ausrotten will.

Langfristiger Erfolg an der Börse

Warren Buffett und Berkshire Hathaway (WKN A0YJQ2) gehören zusammen – und das schon seit 1965. Seitdem hat es Buffett geschafft, pro Jahr einen Wertzuwachs von knapp 20 % zu erzielen. Diese Bilanz verdankt er seinem langen Atem und der richtigen Aktienauswahl. Dabei setzt Buffett auf das langfristig orientierte Value Investing. Für ihn ist der Kurs der Aktie für den Einstieg nicht so entscheidend – sondern vielmehr der Unternehmenswert, den er dafür bekommt. Dabei möchte Buffett am liebsten nur 60 bis 70 US-Cents für einen Dollar Unternehmenswert bezahlen. In der Vergangenheit hat das oft geklappt. Doch zuletzt fand Buffett deutlich weniger Kaufkandidaten, weil die Bewertungen kräftig angestiegen sind.

Aber Buffett ist erst kürzlich in einem ganz neuen Sektor fündig geworden: So hat er für rund 560 Millionen. Dollar Aktien des Goldproduzenten Barrick Gold (WKN 870450) gekauft. Dabei galt Buffett bislang als großer Goldkritiker – denn dieses Investment wirft seiner Einschätzung nach keine Zinsen ab und ist auch sonst wenig sinnvoll.

In den vergangenen Jahren hat Buffett seine Strategie modifiziert und setzt jetzt auf den „Modern Value“-Ansatz. Den hat sich der Fondsmanager und Value-Investing-Experte Frank Fischer vom Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen ganz genau angeschaut: „Gerade durch die Verwerfungen der aktuellen Wirtschaftskrise zeigt sich, dass der Buffett-Stil noch zeitgemäß ist“, erklärt Fischer. „Nur ein wirtschaftlich nachhaltig geführtes Unternehmen wird auch nach der Krise noch seine Marktposition behaupten können oder diese unter Umständen sogar ausbauen. Deshalb spielen die Qualität der Unternehmen, deren Bilanzen und ihr Verschuldungsgrad eine entscheidende Rolle.“

Umfangreiche Beteiligungen

© winhorse via GettyImages

Unter dem Dach von Berkshire Hathaway befinden sich viele kleinere Unternehmen ganz im Besitz von Buffett. Mindestens ebenso wichtig sind jedoch die umfangreichen Beteiligungen, die er an Weltfirmen hält. Apple-Aktien machen mittlerweile 44 Prozent im US-Aktienportfolio von Berkshire Hathaway aus, zweitgrößte Position (10,9 Prozent) sind die Aktien der Bank of America, dann die Aktien von Coca-Cola (8,83 Prozent), American Express (7,13 Prozent), Kraft Heinz (5,13 Prozent). Stand: Mitte August 2020

Sport mit Buddy Bill Gates

© Imago/ ZUMA Press

Auf der 50. Hauptversammlung von Berkshire Hathaway trat Buffett gemeinsam mit seinem Freund Bill Gates zum Tischtennis an. Für die Stiftung des Microsoft-Gründers spendet Buffett einen zunehmend großen Teil seines Privatvermögens.

Berkshire-Hauptversammlung zieht die Massen an

© Imago / Xinhua

Wenn Warren Buffett zur Hauptversammlung von Berkshire Hathaway nach Omaha einlädt, platzt der Saal aus allen Nähten. Gewöhnlich pilgern rund 40.000 Aktionäre am ersten Wochenende im Mai nach Nebraska, um dort den Worten des weisen Mannes zu lauschen. Nur in diesem Jahr konnten Sie sich den Weg sparen. Wegen der Coronavirus-Pandemie fand die HV nur virtuell statt.

Buffett scheut keine Antworten

© Imago / Xinhua

Warren Buffett nimmt nicht nur als Investor bei den Hauptversammlungen gerne Stellung. Er mischt sich auch in die aktuellen Fragen der amerikanischen Politik ein. So unterstützte er Barack Obama in seinem Präsidentschaftswahlkampf. Zudem gibt er ökonomische Ratschläge und fordert unter anderem Steuerhöhungen für Superreiche.

Wettbewerbsvorteile nutzen

Tatsächlich setzt Buffett besonders gern auf Unternehmen, die im Vergleich zur Konkurrenz einen großen Wettbewerbsvorteil aufweisen und diesen lange verteidigen können; ein Beispiel für ein Unternehmen mit einem solchen wirtschaftlichen Burggraben ist Coca-Cola (WKN 850663). Diese Aktie hat Buffett schon seit Jahrzehnten im Depot. Zwar gibt es viele Produzenten von Erfrischungsgetränken – doch es gibt eben nur eine Coca-Cola. Das Unternehmen hat dieses Marktsegment in den 1890er-Jahren selbst geschaffen und seitdem die Rolle des Marktführers behalten.

Gerade dieser Wettbewerbsvorteil ist ein Faktor, der sich nur langfristig herausbildet – und entsprechend lange kann es dauern, bis Buffett ein Investment erkennt und dann einsteigt. Bei Aktien aus dem Tech-Sektor ist er inzwischen bereit, Einstiegspreise zu akzeptieren, die er früher für überteuert gehalten hätte. So war es etwa bei Apple (WKN 865985). Buffett kaufte die iPhone-Aktie erstmals im Jahr 2016, baute seine Position seitdem zügig aus und ist mittlerweile der größte Einzelaktionär des US-Kultkonzerns. Inzwischen ist er trotz der hohen Bewertung auch bei Amazon (WKN 906866) eingestiegen.

Buffett-Strategien in Fonds und ETFs

Doch Buffett zeichnet nicht nur sein guter Riecher für Investments aus. Er erklärt sein Handeln immer wieder und gibt Praxis-Tipps, die Profis und Kleinanleger umsetzen können. Auch deshalb pilgern alljährlich am ersten Mai-Wochenende Zehntausende Aktionäre des Konzerns nach Omaha zur Hauptversammlung von Berkshire Hathaway. Dazu zählt der Vermögensverwalter und Fondsmanager Hendrik Leber, für den der Besuch der HV eine „emotionale Tankstelle“ ist. Wer nicht auf die Berkshire-Hathaway-Aktie selbst setzen möchte, kann in den ACATIS Value und Dividende – EUR DIS Fonds (WKN A1W9AY) investieren, den Leber nach den Prinzipien des Altmeisters managt. Besonders bei kleineren Aktien aktiv ist der Frankfurter Value Focus Fonds (WKN A1CXU7). Hier werden die Titel nach der Modern-Value-Strategie ausgewählt. Größte Position ist das IT-Sicherheitsunternehmen Secunet (WKN 727650). Danach folgen Agfa-Gevaert (WKN 920872) und das Biotech-Unternehmen Immunodiagnostics Systems (WKN A0D9MS).

Ein breit anlegender ETF auf Basis des Value Investing ist der UBS MSCI EMU Prime Value ETF (WKN A14XG8). Hier sind die laufenden Kosten pro Jahr mit 0,28 % deutlich geringer als bei aktiven Fonds. Der Fokus liegt hier ganz klar auf großen europäischen Unternehmen. So gehören aus Deutschland Siemens (WKN 723610) und Allianz (WKN 840400) zu den Top-Positionen. Aus Frankreich sind unter anderem der Ölkonzern Total (WKN 850727) oder der Pharmawert Sanofi (WKN 920657) prominent vertreten.

Warren Buffett – das Leben des erfolgreichsten Investors aller Zeiten in zehn Etappen

1930

Geburt in Omaha im US-Bundesstaat Nebraska im Mittleren Westen der USA. Hier lebt Buffett heute noch immer in einem Haus, das er 1958 kaufte.

1941

Warren Buffett kauft seine ersten drei Aktien im Alter von elf Jahren – sein Vater war zuerst Broker und später Abgeordneter in Washington.

1965

Übernahme des Vorstandspostens bei Berkshire Hathaway. Die Aktienhülle eines gescheiterten Textilunternehmens baute er zur erfolgreichsten Beteiligungsgesellschaft der Welt auf.

2000

Viel Kritik an Buffett für seine „veraltete“ Value-Strategie, mit der er den Dotcom-Hype komplett verpasst. Schon drei Jahre später, nach dem Crash, glänzt sein Stern umso heller.

2006

Ankündigung von Warren Buffett, nach und nach bis zu 85 % seines Vermögens an Stiftungen zu übertragen. Der größte Anteil soll dabei an die Bill & Melinda Gates Foundation fließen.

2008

Mitten in der globalen Finanzkrise gewährt Buffett der US-Investmentbank Goldman Sachs einen Kredit und sichert so den Fortbestand des Unternehmens. Für Berkshire Hathaway verdient er einige Hundert Millionen Dollar an diesem Deal.

2013

Milliardendeal: Warren Buffett übernimmt zusammen mit dem Finanzinvestor 3G Capital den Ketchuphersteller H. J. Heinz für 28 Milliarden Dollar – eines seiner wenigen Verlustgeschäfte.

2015

Warren Buffett feiert bei Hauptversammlung am 2. Mai 2015 sein 50. Jubiläum als Vorstandschef bei Berkshire Hathaway.

2016

Erste Investition in Apple-Aktien. Beim iPhone-Pionier ist Buffett inzwischen größter Einzelaktionär und profitierte zuletzt von starken Kurszuwächsen.

2020

Warren Buffett feiert sein 55. Jubiläum mit einer virtuellen Hauptversammlung und seinen 90. Geburtstag

Aktien, ETF-Indexfonds und Investmentfonds unterliegen Kursschwankungen; damit sind Kursverluste möglich. Bei Wertpapieren, die nicht in Euro notieren, sind zudem Währungsverluste möglich. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung. Die Auswahl der Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente dient ausschließlich Informationszwecken und stellt kein Angebot, keine Aufforderung oder Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar. Sie soll lediglich Ihre selbstständige Anlageentscheidung erleichtern und ersetzt keine anleger- und anlagegerechte Beratung. Allein verbindliche Grundlage des Kaufs bei Fonds sind die derzeit gültigen Verkaufsunterlagen des Fonds („Wesentliche Anlegerinformationen“, Verkaufsprospekt sowie Jahres- und Halbjahresberichte, soweit veröffentlicht). Diese Unterlagen erhalten Sie auf der Fonds-Detailseite unter www.comdirect.de oder direkt beim Emittenten. Bei den hier dargestellten Informationen und Wertungen handelt es sich um eine Werbemitteilung, die nicht den gesetzlichen Anforderungen zur Gewährleistung der Unvoreingenommenheit einer Anlageempfehlung oder Anlagestrategieempfehlung genügt. Die Darstellung gibt nicht die Meinung von comdirect wieder. Darüber hinaus unterliegen die dargestellten Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente keinem Verbot des Handels vor der Veröffentlichung von Anlage- oder Anlagestrategieempfehlungen. Stand: 21.10.2020; Quelle: comdirect.de