Wachstumsmarkt Healthcare Gewinnen mit Gesundheitswerten

Aufnahme von zwei Mitarbeitern des Gesundheitswesens, die zusammen gehen
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Gesundheit ist das höchste Gut: Davon profitieren Pharmakonzerne, Biotech-Spezialisten und Medizintechniker.

Aktuell befindet sich die Welt in der vierten Welle der Corona-Virus-Pandemie. Die Inzidenzen sind auch in Deutschland massiv angestiegen. Gleichwohl gibt es Hoffnung am Horizont. Nach den Erfolgen mit mRNA-Impfstoffen von Moderna und BioNTech gibt es nun auch Anzeichen für ein wirksames Medikament bei Corona-Infektionen. Das US-Pharmaunternehmen Merck & Co. (WKN A0YD8Q) beantragte Anfang Oktober eine Notfallzulassung für Molnupiravir. Das Medikament wirkte bei Corona-Patienten so gut, dass die letzte klinische Studie vorzeitig beendet werden konnte. An dieser Studie hatten 800 Patienten teilgenommen, die mit einem Corona-Virus infiziert waren. Die eine Hälfte bekam ein Placebo, die andere den Wirkstoff. 53 Patienten mit Placebo mussten ins Krankenhaus, fünf verstarben. In der Gruppe der Patienten mit Medikament mussten nur halb so viele ins Krankenhaus und vor allem: Es gab unter ihnen keinen einzigen Toten. Die Aktien der amerikanischen Merck taten einen Sprung, obwohl das Medikament noch längst nicht auf dem Markt ist.

Für Gesundheit ist kaum ein Preis zu hoch. Das hat die Corona-Krise gezeigt: Supranationale Organisationen, Staaten und Unternehmen investierten massiv in Forschung und Entwicklung. Mit Erfolg: „Die Impfstoffforschung hat in der Corona-Virus-Pandemie eine Revolution geschafft“, erklärt Kristoffer Unterbruner, Portfoliomanager bei der Münchner Fondsberatungsgesellschaft Medical Strategy, die den Small- und Mid-Cap-Fonds Medical BioHealth (WKN 941135) managt. Mit den erfolgreichen mRNA-Impfstoffen von BioNTech (WKN A2PSR2) und Moderna (WKN A2N9D9) konnte die Pandemie zumindest aufgehalten werden. Aber nicht nur an der Pandemiefront ist viel zu tun. „Die nächsten zehn Jahre gehören der Gesundheitstechnologie“, sagt Michael Thaler, Vorstand der Münchner TOP Vermögen AG. Zu den Profiteuren dürften innovative Biotechnologie-Unternehmen, klassische Pharmagrößen, die Hersteller von Medizintechnik und neuen Technologien gehören.

Biotechnologie schafft die Durchbrüche

Es ist kein Wunder, dass der große Impfdurchbruch in den Laboren der Biotechnologie ermöglich wurde: „Die Mehrzahl neuer Wirkstoffe kommt inzwischen von kleinen, mittleren und großen Biotechnologie-Spezialisten“, erklärt Kristoffer Unterbruner. Schon ein einzelner Biotech-Wirkstoff kann dabei Unternehmen wie Moderna oder BioNTech aus dem Start-up-Status in die erste Riege der Biotech-Branche katapultieren. Zu dieser Riege gehören seit vielen Jahren Amgen (WKN 867900), die mit EPO seit Jahrzehnten die Blutbildung bei Nierenkranken und verbotenerweise auch bei Leistungsportlern anregen, aber auch Regeneron (WKN 881535) mit dem extrem teuren und effektiven Hepatis-C-Medikament Sovaldi sowie Gilead Sciences (WKN 885823), dessen Ebola-Medikament Remdesivir die ursprünglichen Hoffnungen im Einsatz gegen das Corona-Virus schließlich doch nicht erfüllen konnte.

Die Corona-Pandemie hat den mRNA-Therapien, an denen zum Beispiel BioNTech schon seit über einem Jahrzehnt forschte, innerhalb eines Jahres zum großen kommerziellen Durchbruch verholfen. Die mRNA-Anwendungen stehen nach Experteneinschätzungen vor einer großen Zukunft: „Wir sind davon überzeugt, dass diese Technologie in Zukunft nicht nur gegen andere Infektionskrankheiten, sondern auch in der Onkologie und bei Autoimmunerkrankungen zum Einsatz kommen wird“, erklärt Daniel Koller, Head des Investment-Teams der Biotechnologie-Beteiligungsgesellschaft BB Biotech. „Die mit Covid-19 gesammelten Erfahrungen bei klinischen Studien, der Produktion und der Nachverfolgung bei Patienten sollten den mRNA-Krebstherapien einen gewaltigen Schub geben.“

Medizintechnik profitiert von der Digitalisierung

Eine klassische Wachstumsbranche ist die Medizintechnik: „Sie bringt zwar selten revolutionäre Änderungen wie die Biotechnologie hervor, profitiert aber von zahlreichen Innovationen und dem Trend zu Digital Health“, sagt Portfoliomanager Kristoffer Unterbruner. Als globaler Marktführer gilt der US-amerikanische Konzern Medtronic (WKN A14M2J). Er hat seine Stärken vor allem bei und in der Wirbelsäulenchirurgie. Den Aufstieg in den DAX 40 hat zuletzt Siemens Healthineers (SHN) (WKN SHL100) geschafft, obwohl nur rund 20 % der Aktien im Streubesitz sind. SHN ist vor allem in der MRT- und CT-Technik und bei digitalen Gesundheitsservices führend. Mit dem Waagen-Hersteller und Biotech-Zulieferer Sartorius (WKN 716563) hat ein weiterer Medizintechniker den Aufstieg in den DAX geschafft. Auch in der zweiten Reihe hat Deutschland innovative Medizintechnikunternehmen. Dazu gehören die Carl Zeiss Meditec (WKN 531370) mit ihrer langen Tradition in optischen Geräten, aber auch der SDAX-Konzern Drägerwerk (WKN 555063) mit Atemschutzmasken und Beatmungsgeräten.

Pharmakonzerne bleiben Basisinvestment

Ebenfalls gefragt sind die Platzhirsche aus Big Pharma. Die umsatzstärksten Unternehmen kooperieren schon lange mit der Biotechnologie. Dass das fruchtbar für beide sein kann, hat der Erfolg von BioNTech/Pfizer gezeigt: „Big Pharma verfügt über die nötige Vertriebsstruktur und Expertise für Studien, aber auch die über Jahrzehnte gewachsenen Kontakte zu den Gesundheitsbehörden“, sagt Kristoffer Unterbruner. Bei der Suche nach Medikamenten gegen Covid-19 werden Pharmakonzernen aktuell die besten Chancen eingeräumt, wie Merck gezeigt hat. Zudem bietet Big Pharma im Gegensatz zu den stark wachsenden Firmen aus der Biotechnologie meist üppige Dividenden und balanciert so ein Healthcare-Depot aus.

Breit in den Gesundheitsmarkt investieren

Das Thema Gesundheit ist ein wichtiges Zukunftsthema. Deshalb hat comdirect es auch zu einem der sechs Schwerpunkte im Motiv-Investing gemacht (Alle Informationen zum Motiv-Investing finden Sie hier. Die Experten von comdirect haben dafür je drei Aktien, aktiv gemanagte Investmentfonds und ETFs ausgewählt, in die Kunden investieren können. Neben den Aktien Merck, Pfizer und Carl Zeiss Meditec sind drei Fonds mit 75 % Rabatt auf den regulären Ausgabeaufschlag erhältlich. Der BlackRock Global Funds World Healthscience Fund (WKN A0BL36) und der Janus Global Life Sciences Fund (WKN 935590) investieren dabei breit in die gesamte Gesundheitsbranche mit einem Schwerpunkt auf klassischen Pharmawerten. Der Bellevue Funds (Lux) BB Adamant Medtech & Services (WKN A0RP23) konzentriert sich auf Medizintechnik und Digital Health. Mit ETFs können Anleger regional in die wichtigsten Aktien der Gesundheitsbranche investieren – global mit dem Lyxor UCITS ETF MSCI World Health Care (WKN LYX0GM), in den dominierenden US-Markt mit dem iShares S&P 500 Health Care Sector UCITS ETF (WKN A142NZ) und in Europa mit seinen zahlreichen Traditionsfirmen mit dem iShares STOXX Europe 600 Health Care UCITS ETF (WKN A0Q4R3).

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