VW Titel als Nummer eins verteidigt

VW: Titel als Nummer eins verteidigt
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Der Volkswagen‐Konzern trotzte 2019 der schwierigen Automobilkonjunktur. Umsatz und Gewinn legten zu. Zudem ist der Vorsprung gegenüber Toyota gewachsen.

Zum vierten Mal hintereinander war Volkswagen im Jahr 2019 absatzstärkster Automobilkonzern der Welt. Umsatz und Gewinn legten deutlich zu. Die Aktie ist günstig bewertet und für die Analysten rangiert der Konzern unter den Favoriten im DAX. Allerdings steht die Branche vor einer Revolution durch die Elektromobilität und das autonome Fahren. Zudem sind die Geschäfte durch die Coronakrise im wichtigsten Markt China eingebrochen und in Deutschland werden Fabriken geschlossen. Der Durchbruch des Elektroautos ID.3 ist fraglich und die Kosten des Dieselskandals könnten noch weiter steigen.

Pro VW (WKN 766403)

  • Größter Autokonzern der Welt: Der Volkswagen‐Konzern kam besser durch das schwache Autojahr 2019 als die meisten Konkurrenten und nahm diesen Marktanteile ab. Zum vierten Mal hintereinander errang Volkswagen 2019 den Titel als „absatzstärkster Konzern“ der Welt. Mit 10,97 Millionen Autos konnte VW den Auslieferungsrekord von 2018 um 1,3 % verbessern.
  • Umsatz‐ und Gewinnsteigerungen: Trotz weltweit durchwachsener Autokonjunktur legte der VW‐Konzern im Jahr 2019 gute Ergebnisse vor. Der Konzern‐Umsatz stieg um 7,1 % auf 252,6 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis vor Sondereinflüssen stieg um 2,2 Milliarden Euro auf 19,3 Milliarden Euro. Das Nettoergebnis verbesserte sich im Vergleich zum Vorjahr um 12,8 % auf 13,3 Milliarden Euro.
  • Weiterhin günstige Bewertung: Nach der Krise ist die Volkswagen‐Aktie günstig bewertet. Das geschätzte Kurs‐Gewinn‐Verhältnis für das Jahr 2020 liegt bei rund acht. Im Gegensatz zu Daimler und BMW steigert VW die Dividende für das Jahr 2019 von 4,86 Euro auf 6,56 Euro pro Vorzugsaktie, für das laufende Jahr allerdings sind die Dividendenerwartungen getrübt.
  • Optimistische Analysten: Volkswagen ist bei den Analysten im Gegensatz zu den Konkurrenten Daimler und BMW hoch angesehen. Von 19 Experten empfehlen aktuell 13 die Aktie zum „Kauf“, fünf votieren für „Halten“, nur einer setzt auf „Verkauf“. Der comdirect Analystenscore liegt damit bei guten 63 % und deutlich höher als bei der automobilen Konkurrenz.

Contra VW (WKN 766403)

  • Teure Aufholjagd: Die Mobilitätswelt wird sich im laufenden Jahrzehnt drastisch wandeln. Die Beherrschung von Elektromobilität und autonomem Fahren wird entscheidend sein. In beiden Segmenten hat Volkswagen noch Rückstand auf Spezialisten wie Tesla. Der Wolfsburger Konzern setzt auf ein ambitioniertes, aber kostenintensives Aufholprogramm.
  • Magerwachstum in China: Im wichtigsten Absatzmarkt China konnte der Volkswagen‐Konzern 2019 den Absatz um 0,6 % auf 4,23 Millionen Fahrzeuge steigern. Damit schnitt der Konzern in einem rückläufigen Markt zwar besser ab als die Konkurrenz. Allerdings ging der Absatz in China im Februar um 80 % zurück und im gesamten ersten Quartal verkaufte VW weltweit 23 % weniger Autos als im Vorjahreszeitraum.
  • Rückstand bei Elektroautos: Ohne Durchbruch bei der Elektromobilität kann VW die EU‐Auflagen kaum erfüllen. Im Jahr 2019 legte zwar der Absatz von E‐Modellen und Plug‐in‐Hybriden von rund 80.000 auf 140.000 zu. Das ist aber bei Weitem zu wenig. Das weitere Ergebnis von VW hängt stark vom Erfolg des ID.3 ab. Bisher ist noch keine Kundeneuphorie für ihn zu spüren.
  • Dieselskandal belastet weiter: Bereits jetzt hat der Volkswagen‐Konzern rund 30 Milliarden Euro für die Begleichung des Dieselskandals ausgeben müssen, vorrangig in Nordamerika. Für die nächsten Jahre rechnen Experten zusätzlich mit rund zehn Milliarden Euro. In Deutschland hat sich Volkswagen inzwischen mit rund 200.000 Kunden auf Entschädigungen geeinigt. Das Image ist aber weiterhin getrübt.

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