Visa: Profitables Kreditkartengeschäft

VISA Buchstaben vor einem Gebäude
© Tada IMages via Adobe Stock

Die weltweite Kauflust bescherte dem Kreditkartenunternehmen zuletzt starke Umsatzzuwächse. Die Marge ist beeindruckend hoch.

Visa gehört zu den größten Kreditkartenunternehmen der Welt. Im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2022 (zum 30. Juni 2022) zog der Umsatz zweistellig an. Beim Gewinn legte Visa sogar überproportional zu. Mit einer Nettomarge von über 50 % ist das Geschäft des Finanz­giganten äußerst lukrativ. Allerdings könnte sich die drohende Rezession in den nächsten Quartalen negativ auf die Geschäfts­zahlen auswirken. Die Konkurrenz durch PayPal wird zunehmend härter. Die Aktie ist weiterhin hoch bewertet und könnte nach dem jahrelangen Aufwärtstrend unter Druck kommen.

Pro Visa (WKN A0NC7B)

  • Starke Marktstellung: Visa gehört gemeinsam mit dem ewigen Konkurrenten Mastercard zu den größten Kreditkartenorganisationen der Welt. Das Unternehmen verbindet weltweit Konsumenten, Banken und Händler miteinander. Visa profitiert vom zunehmenden Trend zum bargeldlosen Zahlen in Geschäften und im Onlinehandel, der sich durch die Pandemie beschleunigt hat.
  • Starkes Umsatzplus: Visa profitierte im zweiten Quartal dieses Jahres von anhaltender Konsumfreude der Kunden. Das abgewickelte Zahlungsvolumen stieg um 12 %. Insbesondere das Comeback des internationalen Reiseverkehrs machte sich positiv bemerkbar. Der Gesamtumsatz des Konzerns legte um 19 % auf 7,3 Milliarden US-Dollar zu und übertraf damit die Erwartungen der Analysten.
  • Überproportionaler Gewinnanstieg: Trotz zunehmender Inflation, einem überaus starken Dollar und der Aussetzung des Russland-Geschäfts hat Visa einen Gewinnsprung gemacht. Bis Ende Juni 2022 verdiente das Unternehmen netto 3,4 Milliarden Dollar. Damit lag der Kreditkartenkonzern um 32 % über dem Vorjahres­wert.
  • Hohe Margen: Visa ist ein Finanzdienstleister mit hohem Technologieanteil. Die Margen im Kreditkartengeschäft sind sehr hoch und wenig konjunkturanfällig. So konnte das Unternehmen im abgelaufenen Geschäftsjahr 2021 mehr als die Hälfte des Umsatzes als Nettogewinn ausweisen.

Contra Visa (WKN A0NC7B)

  • Rezession in Sicht: Visa hat sich zwar auch während der Pandemie-Krise als relativ krisenresistent erwiesen. Gleichwohl gingen die Umsätze und vor allem die Gewinne zurück. Ähnliches ist zu befürchten, wenn die Weltwirtschaft im Winterhalbjahr in eine Rezession abgleiten sollte. Von einem solchen Szenario gehen die Ökonomen angesichts von Inflation und Zinsanhebungen aktuell aus.
  • Harte Konkurrenz: Neben der Konkurrenz im Kreditkarten­geschäft durch American Express und Mastercard sind in den vergangenen Jahren neue Player auf den Markt gekommen. Apple und Google sind mit ihren Zahlungssystemen ernsthafte Gegner. Aktuell verzeichnet vor allem PayPal bei Einkäufen im Internet die größten Wachstumsraten.
  • Hohe Bewertung: Visa ist als Markenaktie hoch bewertet. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis für das Jahr 2022 liegt bei rund 27 und damit weit über dem Durchschnitt des Dow Jones 30. Zwar steigert Visa regelmäßig die Ausschüttungen. Aber die Dividendenrendite liegt dennoch nur bei sehr mageren 0,8 %.
  • Rückschlaggefahren: Die Aktie von Visa ist seit vielen Jahren im Aufwärtstrend. Die Pandemie und auch die Rückschläge bei Technologieaktien haben den Kurs zuletzt wenig beeinträchtigt. Allerdings belasten die Konjunkturaussichten und der sehr starke US-Dollar.

Über Visa

Visa ist eine der bekanntesten Marken der Welt. Der Vorgänger der Visa Card hieß BankAmericard. 1970 war die National Bank Americard Inc. von 243 Gründungsbanken aus der Taufe gehoben worden. Erst im Jahr 1976 wurde das Unternehmen in Visa umbenannt. Binnen 50 Jahren wuchs Visa im stetigen Konkurrenz­kampf mit Mastercard zum teuersten Finanzunter­nehmen der westlichen Welt und beschäftigte zuletzt rund 21.500 Mitarbeiter, die bei einem Umsatz von rund 24 Milliarden US-Dollar einen Gewinn von mehr als zwölf Milliarden US-Dollar erwirtschafteten. In Deutschland ist Visa seit Beginn der 1980er-Jahre aktiv. Das europäische Geschäft wird von der Visa Europe Services Inc. in London gesteuert.

Visa vergibt weltweit Lizenzen an Banken für die Ausgabe ihrer Karten und die Abrechnung mit Vertragsunternehmen. Das Unternehmen Visa hat eine Vielzahl von Kreditkarten und Debitkarten mit verschiedenen Funktionen und Serviceleistungen im Angebot. Auch Guthabenkarten für Kinder werden ausgegeben. Das Geschäftsmodell ist einfach: Für die Abwicklung der Kreditkarten­zahlung erhebt Visa Gebühren. Zudem bietet Visa die Karten oft mit Girokonto-Paketen an, bei denen eine monatliche oder jährliche Grundgebühr anfällt. Für unbezahlte Kreditschulden haftet Visa nicht, sie bleiben bei den Banken und Kooperationspartnern.

Erst im März 2008 ging Visa im bis dahin größten Going-public eines US-Unternehmens an die Börse. Trotz der damaligen Finanzkrise rissen sich die Anleger um die Aktien. Schon fünf Jahre später stieg Visa in den amerikanischen Eliteindex Dow Jones 30 auf. Das krisensichere Geschäft mit überaus hohen Margen sorgte seit Beginn für einen nahezu kontinuierlich steigenden Kursverlauf. Seit dem Börsengang hat sich die Visa-Aktie rund verzwanzigfacht und gehört mit dem Konkurrenten Mastercard zu den lukrativsten Finanzaktien.

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