Vestas Auftragseingänge ziehen an

Luftaufnahme einer Windkraftanlage
© franckreporter via Getty Images/istockphoto

Vestas ist in die Gewinnzone zurückgekehrt. Die Analysten sind für den dänischen Windkrafthersteller positiv gestimmt.

Vestas ist das größte Windkraftunternehmen der Welt. Im dritten Quartal 2021 zog der Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum deutlich an. Der Auftragsbestand liegt erheblich über dem Vergleichsjahr 2020. Die Auftragseingänge zogen deutlich an. Kein einziger Experte gibt zurzeit eine Verkaufsempfehlung für die Aktie ab. Allerdings ging der operative Gewinn im dritten Quartal des Jahres 2021 aufgrund von Lieferschwierigkeiten, höheren Rohstoffpreisen und Covid-19-Einschränkungen zurück. Auch die Prognose für das Gesamtjahr wurde reduziert. Die Aktie ist hoch bewertet und Vestas schüttet nur unterdurchschnittliche Dividenden aus. Werksschließungen verursachen zusätzliche Kosten.

Pro Vestas (WKN A3CMNS)

  • Weltmarktführer: Die dänische Vestas ist der größte Windkrafthersteller und Windkraft-Servicedienstleister der Welt. Mit einer betriebenen Kraftwerksleistung von über 120 Gigawatt hat das Unternehmen rund 18 % des Weltmarkts inne und ist in mehr als 80 Ländern vertreten.
  • Starker Umsatzanstieg: Die zwischenzeitliche Entspannung in der Pandemielage hat das Geschäft von Vestas im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2021 deutlich beflügelt. Die Umsätze des Windkraftspezialisten stiegen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 16 % auf über 5,5 Milliarden Euro.
  • Starker Auftragseingang: Der Auftragseingang für Windenergieanlagen lag im dritten Quartal bei 3.737 Megawatt. Der Gesamtwert des Auftragsbestands für Windenergieanlagen notierte Ende Juni bei 19,3 Milliarden Euro. Inklusive Servicevereinbarungen für künftige Dienstleistungen lag der Auftragsbestand bei 47,3 Milliarden Euro, 13,4 Milliarden mehr als vor Jahresfrist.
  • Vertrauen in die Aktie: Die Analysten sind trotz des Rückschlags an den Börsen weiterhin optimistisch für das dänische Unternehmen. Aktuell empfehlen fünf von neun Experten die Aktie zum Kauf, vier sehen sie als Halteposition. Kein einziger setzt die Aktie zurzeit zum „Verkauf“. Der comdirect Analystenscore liegt bei überdurchschnittlichen 56 %.

Contra Vestas (WKN A3CMNS)

  • Gewinnrückgang: Trotz des deutlichen Umsatzanstieges gingen aufgrund höherer Rohstoffpreise und Lieferverzögerungen die Gewinnkennziffern bei Vestas im dritten Quartal zurück. Statt 412 Millionen Euro betrug der operative Gewinn nur noch 325 Millionen Euro. Die operative Marge sank von 8,6 % im dritten Quartal 2020 auf nunmehr 5,9 %.
  • Gesamtjahresprognose reduziert: Einschränkungen in der Lieferkette, steigende Kosten und Covid-19-Beschränkungen in wichtigen Märkten werden laut Vestas in der zweiten Jahreshälfte anhalten. Deshalb wurde die Prognose für das Gesamtjahr gesenkt. Der Umsatz soll bei 15,5 bis 16,5 Milliarden Euro statt 16 bis 17 Milliarden Euro liegen, die Ebit-Marge vor Sondereinflüssen bei 4 % statt 6 bis 8 %.
  • Hohe Bewertung und niedrige Dividendenrendite: Auf Basis der Schätzungen für das Jahr 2021 ist Vestas aktuell mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 68 hoch bewertet. Zwar zahlt das Unternehmen seit Jahren tendenziell steigende Dividenden. Die Dividendenrendite liegt aber bei mageren 0,4 %.
  • Werksschließungen: Wegen der unsicheren Aussichten schließt Vestas drei europäische Werke, unter anderem in Lauchhammer in der Lausitz. Das bringt negative Folgen für die Region und ist zudem auch mit Kosten für den Windturbinenhersteller verbunden.

Über Vestas

Vestas wurde schon 1945 in der dänischen Kleinstadt Lem von Peder Hansen gegründet. Über drei Jahrzehnte stellte das Unternehmen Haushaltsgeräte, Landmaschinen und Hydraulikkräne her. In der Ölkrise der 1970er-Jahre verlegte sich Firmenchef Hansen zunehmend auf erneuerbare Energien. Im Jahr 1979 wurde die erste Windkraftanlage verkauft, wenig später begann die Serienfertigung und die ersten internationalen Aufträge gingen unter anderem aus den USA ein. Ab 1987 konzentrierte sich das Unternehmen allein auf Windkraft und benannte sich in Vestas Wind Systems A/S um.

1995 begann Vestas mit dem Bau von Offshore-Windparks. Und baute bis 2002 mit Horns Rev den bis dahin weltweit größten Windpark auf See. Nach der Jahrtausendwende war Vestas fast in allen Jahren der weltweit größte Windkrafthersteller. Im Jahr 2004 fusionierte das Unternehmen mit dem dänischen Konkurrenten NEG Micon A/S. Aktuell betreut das Unternehmen mit mehr als 120 Gigawatt rund 18 % der weltweit aktiven Windkraftleistung. Die Leistung der einzelnen Windräder hat sich dabei seit den Anfängen in den späten 1970er-Jahren annähernd verhundertfacht.

1998 ging Vestas an die Kopenhagener Börse. Der Hauptsitz des Unternehmens befindet sich heute in Aarhus, das Deutschlandgeschäft wird von Hamburg aus geleitet. Vestas unterhält zahlreiche Produktionsbetriebe im Ausland. Drei der europäischen Dependancen, unter anderem die Rotorblattfabrik in Lauchhammer (Lausitz), werden jedoch in naher Zukunft geschlossen. Aktuell arbeiten rund 29.000 Menschen für den dänischen Windkraftgiganten, der in zahlreichen Nachhaltigkeitsfonds prominent vertreten ist. Mit einer Marktkapitalisierung von knapp 30 Milliarden Euro gehört Vestas zu den größten dänischen Unternehmen.

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