- Versicherungsgesellschaften erzielten im vergangenen Jahr Rekordgewinne.
- Trotz der Kurssteigerungen sind Versicherungsaktien noch attraktiv bewertet.
- Nachhaltig steigende Dividenden sorgen für langfristige Stabilität.
In den USA ereignete sich die teuerste Waldbrand-Katastrophe im vergangenen Jahr bereits im Januar: Rund um Los Angeles traf eine gefährliche Verbindung aus Dürre und starken Winden zusammen. Nach dem Ausbruch der ersten Brandherde trieben die Stürme die Funken über Kilometer weiter – bis in die Vororte und Villenviertel der Filmmetropole. Über Tage konnten die Flammen nicht gelöscht werden. Die Bilanz: 30 Tote und ein materieller Gesamtschaden von 53 Milliarden US-Dollar. Immerhin waren nach Statistiken der Münchener Rück etwa 40 Milliarden Dollar durch Versicherungen abgedeckt. Wieder zeigte sich: Ohne entsprechenden Schutz droht Unternehmen und Privatpersonen bei Großschäden die finanzielle Katastrophe. Entsprechend gefragt sind die Dienste der Assekuranz. Trotz temporär hoher finanzieller Belastungen gehörten Versicherungswerte in den vergangenen 5 Jahren zu den performancestärksten an der Börse: „Vor allem aber sind Versicherungsaktien in der Regel schwankungsärmer als andere Branchen“, erklärt der Kölner Vermögensverwalter und Fondsmanager Winfried Walter. „Mit ihren stetigen Dividendenzahlungen können sie das Depot in stürmischen Börsenzeiten stabilisieren.“
Europäische Versicherer geben den Ton an
Im Gegensatz zum Technologiesektor macht Europa den USA im Bereich der Versicherungen Konkurrenz. Marktführer auf dem Alten Kontinent ist nach wie vor die Münchner Allianz mit ihren Schaden- und Unfallversicherungen, Lebens- und Krankenversicherungen. Seit Jahren steigen Umsatz und Gewinn im Allianz-Konzern an. So erzielten die Münchner im Jahr 2025 mit 17,4 Milliarden Euro einen neuen Rekord beim operativen Gewinn. Entsprechend üppig werden die Aktionäre bedacht. Im Frühjahr 2026 will die Allianz 17,10 Euro pro Anteilsschein auszahlen, 11 % mehr als im Vorjahr und gleichbedeutend mit einer Dividendenrendite von 5 %.
Auch die Schweizer Zurich Insurance hat 2025 Rekordgewinne erzielt und die Erwartungen der Analystinnen und Analysten übertroffen. Der Betriebsgewinn der Zurich stieg um 14 % auf knapp 8,9 Milliarden US-Dollar und der Reingewinn sogar um 17 %. Die Dividende soll um 2 Franken auf 30 Franken je Aktie zulegen. Neben der Dividende und der guten Kursentwicklung profitieren deutsche Aktionärinnen und Aktionäre zudem von der Stärke des Schweizer Frankens. Der französische Versicherer Axa hat seine Einnahmen im Jahr 2025 ebenfalls deutlich gesteigert. Die Prämieneinnahmen kletterten im Vorjahresvergleich um 5 % auf 116 Milliarden Euro. Axa ist zudem deutlich niedriger bewertet als die Konkurrenz von Allianz und Zurich. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt unter 10 und die Dividendenrendite über 6 %.
Rückversicherer: Die Säulen des Versicherungssystems
Konstante Geschäftsentwicklungen bieten auch die Versicherer der Versicherer – die sogenannten Rückversicherer. Sie treten ein, wenn es etwa bei Naturkatastrophen um Schäden in Milliardenhöhen geht. Solche Risiken können und wollen die bekannten Erstversicherer wie Allianz oder Axa nicht allein tragen. Weil die Prämien der Rückversicherer jährlich ausgehandelt werden, gehören sie zu den Unternehmen mit der stabilsten Gewinnentwicklung. In dem Milliardengeschäft gibt es zudem nur wenig Konkurrenz. Zu den Weltmarktführern gehört die Münchener Rück. Mit einer Performance von rund 130 % gehörte die Aktie in den vergangenen 5 Jahren zu den erfolgreichsten im DAX. Zudem ist sie einer der stärksten Dividendenbringer. Von 2005 bis 2025 hat sich die Ausschüttung von 2 Euro auf 20 Euro verzehnfacht.
Der Schweizer Rückversicherer Swiss Re ist mit einem KGV von knapp 11 und einer Dividendenrendite von über 5 % ähnlich bewertet wie die Münchener Rück. Deutsche Anlegerinnen und Anleger konnten zusätzlich zu den Kurssteigerungen in den vergangenen Jahren noch Währungsgewinne realisieren, weil der Schweizer Franken gegenüber dem Euro an Wert gewann. Die Hannover Rück hat nach ihrem Wiederaufstieg in den DAX im Jahr 2022 Anlegerinnen und Anlegern ebenfalls satte Kursgewinne und Dividendenausschüttungen beschert. Zuletzt gab der Aktienkurs zwar leicht nach. Aber der weltweit drittgrößte Rückversicherer konnte trotz der Entschädigungen für die Brandkatastrophe in Kalifornien 2025 einen weiteren Rekordgewinn eingefahren. Der Überschuss stieg gegenüber dem Vorjahr um 13 % auf 2,64 Milliarden Euro.
Mit ETFs und Fonds auf die Versicherungsbranche setzen
Versicherer und Rückversicherer haben ein sehr stabiles Geschäftsmodell. Deshalb gehören sie traditionell zu den Aktien mit eher geringeren Schwankungen. Dennoch sind Rückschläge bei Einzelwerten nicht auszuschließen. Wer dieses Risiko reduzieren möchte, kann auf Versicherungs-ETFs setzen. So investieren der iShares STOXX Europe 600 Insurance UCITS ETF und Amundi STOXX Europe 600 Insurance UCITS ETF in über 30 Einzelwerte aus der europäischen Versicherungsbranche. Den größten Anteil am Portfolio haben die Erstversicherer Allianz, Zurich Insurance und Axa sowie die Rückversicherer Münchener Rück und Swiss Re. Die meist hohen Dividenden schütten beide ETFs aus. Wer vom Zinseszinseffekt dieser Dividenden profitieren möchte, kann auch zur thesaurierenden Variante Amundi STOXX Europe 600 Insurance – UCITS ETF Acc. greifen.
Neben den Versicherer-ETFs können Anlegerinnen und Anleger auch auf aktiv gemanagte Fonds für den Finanzsektor setzen. So investiert der RT VIF Versicherung International Fonds – EUR DIS schon seit 1988 weltweit in die Versicherungsbranche. Das Portfolio ist breit diversifiziert; Unternehmen aus den USA, Kanada, Deutschland, Japan und der Schweiz machen jeweils über 10 % aus. Versicherungsunternehmen sind darüber hinaus auch in Fonds enthalten, die in den globalen Finanzbereich investieren. Dazu gehören etwa der BGF World Financials Fund – A2 EUR ACC und der Fidelity Funds – Global Financial Services Fund – A EUR DIS. Hier machen zwar meist Banken den größten Anteil des Portfolios aus. Im Fidelity-Fonds notieren aber auch die Allianz und Berkshire Hathaway mit ihren zahlreichen Versicherungstöchtern unter den Top Ten.
Aktien, Fonds und ETFs unterliegen Kursschwankungen. Bei Wertpapieren, die nicht in Euro notieren, sind zudem Währungsverluste möglich. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung. Damit sind Kursverluste bis hin zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals möglich. Auswirkung von Inflation: Grundsätzlich beeinflusst die Entwicklung der Inflationsrate deinen Anlageerfolg. Ein daraus resultierender Kaufkraftverlust betrifft sowohl die erzielten Erträge als auch dein investiertes Kapital. Die Auswahl der Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente dient ausschließlich Informationszwecken und stellt kein Angebot, keine Aufforderung oder Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar. Sie soll lediglich deine selbstständige Anlageentscheidung erleichtern und ersetzt keine anleger‐ und anlagegerechte Beratung. Allein verbindliche Grundlage des Kaufs bei Fonds sind die derzeit gültigen Verkaufsunterlagen des Fonds („Wesentliche Anlegerinformationen“, Verkaufsprospekt sowie Jahres- und Halbjahresberichte, soweit veröffentlicht). Diese Unterlagen erhältst du auf der Fonds-Detailseite unter www.comdirect.de oder direkt beim Emittenten. Bei den hier dargestellten Informationen und Wertungen handelt es sich um eine Werbemitteilung, die nicht den gesetzlichen Anforderungen zur Gewährleistung der Unvoreingenommenheit einer Anlageempfehlung oder Anlagestrategieempfehlung genügt. Die Darstellung gibt nicht die Meinung von comdirect – einer Marke der Commerzbank AG – wieder. Darüber hinaus unterliegen die dargestellten Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente keinem Verbot des Handels vor der Veröffentlichung von Anlage‐ oder Anlagestrategieempfehlungen. Stand: 05.03.2026; Quelle: comdirect.de


