Vereinigte Staaten US-Wahl: Börsianer erfreut über das Ergebnis

Straßenschild der Wall Street vor einer USA Flagge
© Fabrice Cabaud via Getty Images/iStockphoto

Die US-amerikanische Wirtschaft hat bisher unter Corona weniger gelitten als die europäische und hofft auf großzügige Konjunkturprogramme.

Bei der US-Wahl zitterten (Joe Biden) oder zeterten (Donald Trump) die Kandidaten über Tage um die Wette. Ihre Anhänger demonstrierten oder pöbelten vor den Wahllokalen und weltweit verfolgten Milliarden Menschen die never-ending Story vor den Bildschirmen. Nur an einem Schauplatz blieb man vor und nach den Wahlen bemerkenswert ruhig und optimistisch – an den Aktienmärkten. Die Börsianer vermittelten überzeugend den Eindruck, dass sie mit jedem Ergebnis leben könnten. In der Vorwahlwoche hatten sie sich auf einen blauen (demokratischen) Siegeszug eingestellt. Die Kurse stiegen unter dem Motto: „Prima, ein großes Fiskalpaket wird die Wirtschaft mit Aufträgen versorgen.“ Dann signalisierten die ersten Hochrechnungen einen Sieg von Donald Trump, aber die Kurse stiegen weiter an: „Toll, dann werden keine Steuern erhöht.“ Schließlich setzte sich doch Biden durch, aber voraussichtlich mit einem republikanischen Senat. Und wieder trieb ein neues Narrativ die Kurse an: „Das ist die beste aller Welten: Biden setzt auf Ausgaben und ohne die Republikaner kann er die Steuern nicht erhöhen.“

Geteilte Macht ist für die Börsen kein Problem

Der überbordende Optimismus scheint nur auf den ersten Blick etwas bizarr. Die Börsianer folgen dabei einer alten Regel: Ganz gleich, welche Farbe der Präsident trägt – wichtig ist es, im Markt zu bleiben. Unter den Demokraten entwickelten sich die US-Märkte historisch sogar besser als unter Republikanern: „Wer nur den Aktienertrag im Auge hat, kommt schnell zu diesem Ergebnis“, erklärt Sven Lehmann von HQ Trust: Der Fondsmanager des HQT Global Quality Dividend (WKN A2ASKU) hat das über die vergangenen 150 Jahre nachgerechnet. Die Geschichte zeige auch, dass sich die Aktien unabhängig von der Zusammensetzung der Institutionen in Washington gut entwickelt hätten. Ob der Präsident mit der Mehrheit in beiden Kammern durchregieren konnte oder nur Senat oder Repräsentantenhaus hinter sich wusste: Für die Performance an den Aktienmärkten machte das kaum einen Unterschied. Ob das allerdings in Zeiten einer globalen Pandemie auch in Zukunft noch gelten wird, weiß aktuell niemand zu sagen.

Genau mit dem Szenario eines gespaltenen Kongresses können die Börsianer zumindest bis zu den Zwischenwahlen Ende 2022 rechnen. „Änderungen an der Steuerreform oder mehr Regulierung werden gegen die Republikaner kaum durchzusetzen sein“, prophezeit der Münchner Vermögensverwalter Markus Steinbeis. „Bei Ausgabeprogrammen etwa für die Infrastruktur dürften Mehrheiten einfacher zu finden sein.“ Diese Programme dürften in naher Zukunft bitter nötig werden. Zwar stieg das amerikanische Bruttoinlandsprodukt von Juli bis September trotz der Corona-Krise im Vergleich zum vorigen Vierteljahr um 7,4 %. Das Plus beruht aber auf einem Basiseffekt. Er resultiert aus der Aufholjagd vieler Geschäfte und Unternehmen, die im zweiten Quartal wegen des Corona-Lockdowns eingeschränkt oder gar nicht mehr tätig waren. In absoluten Zahlen liegt das BIP dagegen immer noch 3,5 % unter dem vierten Quartal 2019, dem letzten Vierteljahr vor der Pandemie.

US-Wachstum leidet weniger als Eurozonen-Wachstum

Trotz des hohen gesundheitlichen Preises sind die USA ökonomisch damit aber besser als die Eurozone durch die Krise gekommen. So erwartet Daniel Hartmann, Chefvolkswirt des Asset-Managers Bantleon, dass die USA schon Ende 2021 das alte Wachstumshoch überschreiten werden. Da bei anhaltend minimalen Zinsen mit Rentenpapieren kaum Rendite erwirtschaftet werden kann, tendiert Vermögensverwalter Markus Steinbeis zu Substanzwerten: „In Zeiten der finanziellen Repression sind Aktien, Immobilien und Edelmetalle Instrumente, mit denen Anleger potenziell reale Renditen erzielen können.“

Mit Sparplänen gegen temporäre Unsicherheit

Auf kurze und mittlere Sicht halten Experten eine weitere Ausbreitung des Corona-Virus in den USA und einen möglichen Lockdown für die entscheidende Unsicherheit für den Markt. Deshalb kann es je nach Pandemielage durchaus zu temporären kräftigen Rückschlägen kommen.

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Wer das Risiko einer größeren Einmalinvestition vermeiden will, kann auf Sparpläne zurückgreifen. Unter 135 Top-Preis ETF bei comdirect können Anleger ohne Orderentgeld auf mannigfaltige Art in den amerikanischen Markt investieren. Der Lyxor Dow Jones Industrial Average Ucits ETF (WKN 541779) setzt auf den bekanntesten Index der Welt. Marktbreiter und moderner konzipiert sind der Lyxor Ucits ETF S&P 500 (WKN LYX0FS) und der Amundi Index Solutions Russell 2000 Ucits ETF (WKN A2H582). Mit dem Amundi Index Solutions Nasdaq 100 Ucits ETF (WKN A2H577) können Anleger auf den zuletzt besonders profitablen Technologiesektor setzen. Hier sind die sogenannten FAAMG-Aktien (Facebook (WKN A1JWVX), Amazon (WKN 906866), Apple (WKN 865985), Microsoft (WKN 870747) und Google/Alphabet (WKN A14Y6F) besonders stark gewichtet. Einen Fokus auf die zurzeit besonders im Blickfeld stehenden Pharma- und Biotechnologiewerte ermöglichen der iShares S&P 500 Health Care Sector Ucits ETF (WKN A142NZ) und der iShares Nasdaq US Biotechnology Ucits ETF (WKN A2DWAW).

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Aktives US-Management bieten zwei Top-Preis Fonds auf den amerikanischen Markt. Der AB SICAV I – American Growth Portfolio A (WKN 986838) und der Franklin U.S. Opportunities Fund Class A USD (WKN 937448) gehören beide zu der Kategorie der wachstumsorientierten Länderfonds. Entsprechend hohes Gewicht macht daher bei beiden zurzeit der Technologiesektor aus.

Spezielles Biden-Zertifikat

Für die Spekulation auf einen eher kurzfristigen „Biden-Effekt“ hat Vontobel ein Basket-Zertifikat (WKN VP959M) herausgebracht. Es enthält 25 Aktien, die nach Einschätzung der Analysten der Schweizer Privatbank vom Führungswechsel im Weißen Haus besonders profitieren könnten (Anfangsgewichtung jeweils 4 %). Hierzu zählen sieben Werte aus dem Gesundheitswesen, unter anderem Eli Lilly (WKN 858560), Merck & Co. (WKN A0YD8Q) und Thermo Fisher Scientific (WKN 857209). Den zweitgrößten Anteil machen IT-Unternehmen wie etwa Texas Instruments (WKN 852654) oder Visa (WKN A0NC7B) aus. Das Zertifikat kann zwar jederzeit gehandelt werden, im Gegensatz zu vielen anderen Partizipations-Zertifikaten ist die Laufzeit aber auf ein Jahr begrenzt (finaler Bewertungstag: 10.11.2021). Denn bis zu diesem Zeitpunkt sollten politische Maßnahmen, von denen die ausgewählten Unternehmen besonders profitieren könnten, eigentlich umgesetzt oder zumindest beschlossen sein. Sicher ist das angesichts der politischen Lage in den USA allerdings nicht.

Aktien, ETF- und Investmentfonds sowie Partizipations-Zertifikate unterliegen Kursschwankungen. Damit sind Kursverluste bis hin zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals möglich. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung. Bei Partizipations-Zertifikaten besteht als Schuldverschreibung zudem ein Emittentenrisiko. Bei Zahlungsunfähigkeit des Emittenten können Verluste bis hin zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals eintreten. Allein verbindliche Grundlage des Kaufs bei Fonds sind die derzeit gültigen Verkaufsunterlagen des Fonds („Wesentliche Anlegerinformationen“, Verkaufsprospekt sowie Jahres- und Halbjahresberichte, soweit veröffentlicht). Diese Unterlagen erhalten Sie auf der Fonds-Detailseite unter www.comdirect.de oder direkt beim Emittenten. Die Auswahl der Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente dient ausschließlich Informationszwecken und stellt kein Angebot, keine Aufforderung oder Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar. Sie soll lediglich Ihre selbstständige Anlageentscheidung erleichtern und ersetzt keine anleger‐ und anlagegerechte Beratung. Bei den hier dargestellten Informationen und Wertungen handelt es sich um eine Werbemitteilung, die nicht den gesetzlichen Anforderungen zur Gewährleistung der Unvoreingenommenheit einer Anlageempfehlung oder Anlagestrategieempfehlung genügt. Die Darstellung gibt nicht die Meinung von comdirect wieder. Darüber hinaus unterliegen die dargestellten Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente keinem Verbot des Handels vor der Veröffentlichung von Anlage‐ oder Anlagestrategieempfehlungen. Stand: 02.12.2020; Quelle: comdirect.de