Unilever: Preise werden angehoben

Firmengebäude Unilever
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Der britische Markenkonzern macht einen Umsatzsprung. Aktionäre freuen sich über üppige Dividenden.

Unilever gehört mit zahlreichen bekannten Markennamen zu den größten Konsumgüterproduzenten der Welt. Zuletzt stieg der Konzernumsatz dank positiver Währungseinflüsse und steigender Preise deutlich an. Auch der Gewinn verbesserte sich. Mit üppigen Dividenden und Aktienrückkäufen verwöhnt der britische Konzern die Aktionäre. Allerdings steigen aktuell auch die Kosten stark an, sodass die operative Marge zurückgeht. Die Verschuldung ist gestiegen und die Aktie überdurchschnittlich hoch bewertet. Außerdem fehlt es den Analysten zurzeit an Zuversicht.

Pro Unilever (WKN A0JNE2)

  • Zahlreiche Top-Marken vereint: Der britische Konzern Unilever gehört zu den weltweit größten Anbietern in den Bereichen Ernährung, Körperpflege, Parfum, Kosmetik und Reinigungsmittel. Rund 400 Marken gehören zu den drei Sparten „Personal Care“, „Home Care“ und „Foods & Refreshment“, darunter Domestos und Persil, Axe und Dove sowie Lipton, Langnese und die Luxus-Eismarke Ben & Jerry’s.
  • Umsatz deutlich gestiegen: Unilever kann steigende Kosten auf seine Kunden abwälzen. Zudem profitiert das Unternehmen vom schwachen Euro. So legte der Umsatz im zweiten Quartal um 17,5 % auf 15,8 Milliarden Euro zu. Bereinigt um Währungs- und Portfolioeffekte lag das Plus bei 8,8 %. Preiserhöhungen trugen über 11 % zum Wachstum bei. Dagegen sank das Verkaufsvolumen um gut 2 %.
  • Gewinne ziehen nach: Trotz der durch Lieferkettenprobleme beeinträchtigten Versorgung und starker Kostenbelastungen zog auch der Gewinn des Unilever-Konzerns im 2. Quartal an. Nach der Bereinigung um Sondereffekte legte er im ersten Halbjahr um gut 4 % auf fünf Milliarden Euro zu.
  • Attraktive Dividende: Der Markengigant verwöhnt seine Aktionäre. Die Dividendenrendite ist traditionell beachtlich und liegt für das Jahr 2022 bei 4,2 %. Zudem pflegt das Unternehmen den Kurs durch Aktienrückkäufe. Aktuell läuft ein Rückkaufprogramm über annähernd drei Milliarden Euro.

Contra Unilever (WKN A0JNE2)

  • Kostensteigerungen belasten die Marge: Die stark steigenden Preise sorgen aber nicht nur für anziehende Erlöse, sondern auch für höhere Kosten. Deshalb lag die operative Marge im 2. Quartal mit 17 % um 1,8 Prozentpunkte unter dem Vorjahreswert. Die hohen Kosten dürften die Marge auch im Gesamtjahr belasten. Der Konzern rechnet bei der operativen Profitabilität nur noch mit 16 %.
  • Verschuldung weiter angestiegen: Dividendenzahlungen und Aktienrückkäufe kosten Geld. So ist die Verschuldung des Unilever-Konzerns weiter angestiegen. Zum Halbjahr 2022 lag die Nettoverschuldung bei 27,1 Milliarden Euro. Das waren 1,6 Milliarden mehr als zum Jahreswechsel und sogar mehr als doppelt so viel wie zum Jahreswechsel 2013/2014.
  • Hohe Bewertung: Die Aktie von Unilever gehört wegen der Stabilität der Umsätze und Erträge zu den Blue Chips im STOXX 50. Das wird mit einer entsprechenden Bewertung honoriert. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis für das Jahr 2022 liegt bei rund 17 – und damit deutlich über dem Durchschnitts-KGV des Index.
  • Skeptische Analysten: Trotz seines Status als Markenaktie hat es Unilever zurzeit bei den Analysten schwer. Von 11 Experten im comdirect Analystenranking sehen zurzeit nur vier die Aktie als „Kauf“. Fünf setzen auf „Halten“, zwei empfehlen sogar den Verkauf. Der Analystenscore liegt damit bei schwachen 18 %.

Über Unilever

An der Wiege des Konzerns Unilever standen Produkte, die noch heute zum Sortiment eines der weltweit größten Hersteller von Nahrungs- und Verbrauchsgütern gehört: Margarine und Seife. 1888 gründete der Niederländer Simon van den Bergh in Kleve eine Margarinefabrik, die er nach starkem Wachstum mit seinem Konkurrenten Anton Jurgens 1927 zur Margarine Union fusionierte. In England hatten derweil die Gebrüder Lever eine Seifenfabrik aufgebaut und expandierten international. 1929/1930 vereinigten sich die beiden Unternehmen zu Unilever mit Geschäftssitzen in Rotterdam und in London.

In den Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg baute Unilever die Geschäfte weltweit aus. Kernbereiche sind heute Nahrungsmittel und Getränke, Kosmetika und Körperpflegemarken sowie Haushalts- und Textilpflegeprodukte. Zur Sparte „Foods und Refreshments“ gehören bekannte Marken wie Knorr, Pfanni, Slim Fast und Lipton-Tees. Außerdem ist Unilever der weltgrößte Eiscremeproduzent mit Langnese und der amerikanischen Trendmarke Ben & Jerry’s. Zur Sparte „Personal Care“ gehören Deodorants wie Axe oder Rexona, Haarpflegeprodukte wie SunSilk oder Timotei und Haut- und Mundpflegeprodukte wie Dove oder Lux. Der Sektor „Home Care“ umfasst Reinigungs- und Waschmittel, unter anderem mit den Marken Domestos, Coral und Omo.

Im Jahr 2020 hat Unilever seine traditionelle Doppelstruktur aufgegeben und residiert seitdem ausschließlich in London. 150.000 Mitarbeiter erwirtschafteten im Geschäftsjahr 2021 einen Umsatz von umgerechnet rund 50 Milliarden Euro. Mit einer Marktkapitalisierung von gut 115 Milliarden Euro gehört Unilever zu den wertvollsten Unternehmen an der Londoner Börse und zu den Eckpfeilern des breiten europäischen STOXX 50 Index.

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