Chipindustrie Umsatzsprung dank Digitalisierung

Abbildung eines Elektrochips, der leuchtet.
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Digitalisierung ist das Zukunftsthema schlechthin: Chip-Aktien stehen daher an der Börse hoch im Kurs.

Beim kalifornischen Goldrausch wurden nur einige wenige Goldsucher reich. Mit Sicherheit gute Geschäfte machten dagegen die Unternehmer, die die Schürfenden mit Schaufeln und Sieben versorgten. Auch in der heutigen Zeit ist es ähnlich. Vom Megathema Digitalisierung profitieren viele Unternehmen, in jedem Fall aber die Chip-Hersteller. Denn sie machen mit ihren Speicherchips das Internet schneller, Handys smarter oder Autos sicherer, effizienter und autonomer. Technologien wie künstliche Intelligenz (KI), das Internet der Dinge (IoT, Internet of Things), Quantencomputer oder 5G-Netze, die in den kommenden Jahren die Welt verändern werden, sind ohne schnelle Halbleiterchips nicht umsetzbar. Daher kletterten die Halbleiterumsätze in den vergangenen 20 Jahren im Durchschnitt mehr als doppelt so schnell wie das globale Bruttoinlandsprodukt: „Der Speicherchipmarkt sollte seine dynamische Entwicklung vor dem Hintergrund des strukturell höheren Bedarfs fortsetzen“, erklärt Roger Peeters, Geschäftsführer des Fondsberaters pfp Advisory.

Gerade aktuell profitieren die Chip-Hersteller vom weltweiten Run auf ihre Produkte. Nach einem Umsatz von 450 Milliarden US-Dollar im Jahr 2020 erwarten die amerikanischen Analysten von IC Insights für 2021 ein Branchenwachstum von 19 %. Denn ob Playstation oder Automobil: Überall stockt die Produktion, weil die Halbleiter-Produzenten nach der Corona-Krise noch nicht wieder ausreichend Chips liefern können. Die aktuelle Knappheit wird noch anhalten, da die Herstellerfirmen ihre Produktionskapazitäten nur sukzessive ausbauen können.

20 Unternehmen in einem Index

Auf die boomende Chip-Branche hat der Indexanbieter Solactive den Global Semiconductor Leaders-Index aufgelegt. Er vereint Aktien von den 20 führenden Unternehmen, die in der Entwicklung und Produktion von Halbleitern engagiert sind. Alle 20 Titel gingen zum Berechnungsstart im Juni 2021 gleichgewichtet in den Index ein. Jeweils halbjährlich wird die Zusammensetzung des Index überprüft und gleichgewichtet, um Klumpenrisiken zu vermeiden. Aktuelles Index-Schwergewicht ist die VAT Group (WKN A2AGGY) mit einem Anteil von 7,2 %. Das Schweizer Unternehmen ist Spezialist für Vakuumventile und damit ein Zulieferer für nahezu alle Chip-Hersteller.

Zweitschwerster Wert ist mit einem Anteil von 6,2 % Advanced Micro Devices, besser bekannt als AMD (WKN 863186). Das Unternehmen gilt als einer der ältesten Chip-Konzerne der Welt, der bereits 1979 an die New Yorker Aktienbörse kam. Die US-Amerikaner bieten Chips im B2B-Bereich an, sie verkaufen aber auch an Privatkunden. Zuletzt überzeugten die Kalifornier mit starken Quartalszahlen. Mit 6 % folgt die niederländische ASML (WKN A1J4U4), der weltweit größte Anbieter von Lithographiesystemen für die Halbleiterindustrie.

Daneben sind auch bekannte Namen wie Intel (WKN 855681), Samsung (WKN 881823), Texas Instruments (WKN 852654), Taiwan Semiconductor (WKN 909800), Nvidia (WKN 918422) und Qualcomm (WKN 883121) im Index dabei. Aus Deutschland schaffte es mit Infineon (WKN 623100) immerhin ein Wert in den Auswahlindex. Das einst vom Siemens-Konzern abgespaltene Unternehmen beliefert vor allem die Autoindustrie. Vontobel hat den Solactive Global Semiconductor Leaders-Index via Endlos-Zertifikat (WKN VQ72Y7) handelbar gemacht. Jeweils halbjährlich wird die Zusammensetzung des Barometers überprüft und aktualisiert, bei einer Gleichgewichtung aller Indexmitglieder. Das Zertifikat rechnet die Nettodividenden an. Die jährlichen Gebühren für den Anleger liegen bei 1,2 %. Neben den Emittentenrisiken müssen sich Anleger aber auch über die Branchenrisiken und die Währungsrisiken bewusst sein, da die meisten Werte des Zertifikats aus dem Raum des US-Dollars stammen.

Aktien und Partizipations-Zertifikate unterliegen Kursschwankungen. Damit sind Kursverluste bis hin zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals möglich. Bei Wertpapieren, die nicht in Euro notieren, sind zudem Währungsverluste möglich. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung. Bei Partizipations-Zertifikaten besteht als Schuldverschreibung zudem ein Emittentenrisiko. Bei Zahlungsunfähigkeit des Emittenten können Verluste bis hin zum Totalverlust eintreten. Die Auswahl der Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente dient ausschließlich Informationszwecken und stellt kein Angebot, keine Aufforderung oder Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar. Sie soll lediglich Ihre selbstständige Anlageentscheidung erleichtern und ersetzt keine anleger‐ und anlagegerechte Beratung. Bei den hier dargestellten Informationen und Wertungen handelt es sich um eine Werbemitteilung, die nicht den gesetzlichen Anforderungen zur Gewährleistung der Unvoreingenommenheit einer Anlageempfehlung oder Anlagestrategieempfehlung genügt. Die Darstellung gibt nicht die Meinung von comdirect wieder. Darüber hinaus unterliegen die dargestellten Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente keinem Verbot des Handels vor der Veröffentlichung von Anlage‐ oder Anlagestrategieempfehlungen. Stand: 22.09.2021; Quelle: comdirect.de