Tesla Raketenstart mit Elektroautos

Tesla: Raketenstart mit Elektroautos
© Vesnaandjic via Getty Images/iStockphoto

Tesla hat die Automobilindustrie revolutioniert. Allerdings fragen sich viele Experten, ob die exorbitante Bewertung des Unternehmens angemessen ist.

Elon Musk hat mit Tesla innerhalb weniger Jahre eine Weltmarke geschaffen. Der Absatz steigt stark und für das Jahr 2020 waren vor der Corona‐Pandemie beim Gewinn erstmals schwarze Zahlen in Sicht. Die Weichen für die Zukunft werden mit Investitionen in neue Werke in China und in Deutschland gestellt. Allerdings wächst der Umsatz im Vergleich zum Absatz nur unterdurchschnittlich. 2020 und vor allem in den folgenden Jahren wird die Konkurrenz deutlich härter werden. Die Bewertung des Konzerns ist extrem hoch und bei den Analysten herrscht deshalb Pessimismus in Bezug auf die weitere Kursentwicklung.

Pro Tesla (WKN A1CX3T)

  • Marke gebildet: Binnen weniger Jahre hat sich Tesla unter dem charismatischen Gründer und Chef Elon Musk vom Elektroauto‐Pionier zur Topmarke und zum zweitteuersten Automobilhersteller der Welt (nach Toyota) entwickelt. Durch die frühzeitige Fokussierung hat Tesla technologische Vorteile, die zunehmend die mangelnde industrielle Kompetenz ausgleichen können.
  • Steigender Absatz: Tesla hat mit den Jahreszahlen 2019 die Markterwartungen deutlich übertroffen. Das Unternehmen konnte die Auslieferungen um 50 % auf rund 367.000 Fahrzeuge steigern. Der Absatz bei den Oberklassemodellen S und X ging zwar um 33 % auf knapp 67.000 Fahrzeuge zurück. Gleichzeitig wurden aber vom neuen Massenmodell Model 3 mit 300.000 Exemplaren mehr als doppelt so viele Autos wie im Vorjahr verkauft.
  • Schwarze Zahlen am Horizont: Der Konzernumsatz stieg 2019 gegenüber dem Vorjahr um 14,5 % auf rund 24,6 Milliarden US‐Dollar. Das operative Ergebnis wurde von minus 388 Millionen Dollar auf minus 69 Millionen US‐Dollar verbessert. In den beiden letzten Quartalen des Jahres war es sogar positiv. Im Gesamtjahr 2020 scheint das angesichts der Fabrikschließungen und Absatzprobleme entgegen früherer Prognosen von Analysten jedoch kaum möglich.
  • Rasantes Tempo: Tesla legt beim Fabrikneubau ein enormes Tempo vor. Die erste ausländische Produktionsstätte von Tesla ging nach nur einem Jahr Bauzeit zur Jahreswende 2019/2020 in Schanghai in Betrieb. 250.000 Exemplare vom Model 3 sollen schon im laufenden Jahr produziert werden. Auch in Grünheide in Brandenburg will Tesla bereits Mitte 2021 mit der Produktion beginnen.

Contra Tesla (WKN A1CX3T)

  • Unterdurchschnittliches Umsatzwachstum: Trotz 50 % mehr Auslieferungen konnte Tesla 2019 den Umsatz gegenüber dem Vorjahr nur um 14,5 % auf 24,6 Milliarden US‐Dollar steigern. Grund ist der geringere Preis des wachstumsstarken Modells 3 im Vergleich zu den Oberklasselimousinen S und X. Umsatz und Rohgewinn pro Auto dürften erst mit dem Geländewagen Y wieder steigen.
  • Wachsende Konkurrenz: Tesla hat in der Elektromobilität zwar Vorsprung – aber in diesem Jahr wollen die etablierten Automobilkonzerne Ernst machen. Volkswagen etwa möchte 2020 rund 500.000 Elektroautos verkaufen, auch bei den Premiumherstellern läuft die Produktion an. Die bekannten Qualitätsprobleme bei den Tesla‐Modellen könnten im Vergleich stärker auffallen.
  • Extrem hohe Bewertung: Die Tesla‐Aktie war vor der Corona‐Pandemie „durch die Decke gegangen“. Damit ist sie aber auch exorbitant hoch bewertet. Das geschätzte Kurs‐Gewinn‐Verhältnis für das Jahr 2020 liegt bei rund 225. Eine Dividende gab es bisher nicht und die Aufnahme von Dividendenzahlungen ist angesichts der Expansionspläne auf mehrere Jahre im Voraus unwahrscheinlich.
  • Pessimistische Analysten: Tesla hat eine der schwächsten Bewertungen im comdirect Analystenranking. Von 10 Experten empfehlen aktuell fünf die Aktie zum Verkauf, drei sehen sie als Halteposition. Nur zwei Experten sprechen eine Kaufempfehlung aus. Der comdirect Analystenscore liegt damit bei minus 30 %.

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