Tesla-Aktie Prognose – Weißes E-Auto fährt durch norwegische Landschaft.
Tesla-Aktie Prognose – Weißes E-Auto fährt durch norwegische Landschaft.
© Kathrine Andi via Adobe Stock

Tesla-Aktie: Prognose zu Musks Billionen-Ziel

  • Tesla ist höher bewertet als alle westlichen Autohersteller zusammen.
  • Im 3. Quartal erzielte der Elektroauto-Pionier einen Umsatzrekord.
  • Chef Elon Musk könnte bis zu 1 Billion Dollar erhalten.

Pro Tesla

(WKN A1CX3T)

  • Elon Musk bleibt Tesla erhalten:
    Anfang November sprachen sich mehr als 75 % der Tesla-Aktionärinnen und -Aktionäre für Elon Musks neues Vergütungspaket aus. Danach erhält Musk in den nächsten 10 Jahren Aktien im Wert von bis zu 1 Billion Dollar (umgerechnet 871 Milliarden Euro), wenn Tesla eine Marktkapitalisierung von 8,5 Billionen Dollar erreicht und ambitionierte operative Ziele erreicht. Ein Rückzug Musks wurde damit verhindert.
  • Pionier der Elektromobilität:
    Tesla hat Elektroautos populär gemacht und die Automobilbranche nachhaltig verändert. Weil sich das Unternehmen von Beginn an auf E-Autos und autonomes Fahren spezialisierte, gewann es einen technologischen Vorsprung. Mit einer Marktkapitalisierung von rund 1,5 Billionen US-Dollar ist Tesla mehr wert als alle westlichen Automobilhersteller zusammen.
  • Rekordabsatz:
    Tesla hat im 3. Quartal mit 497.000 Autos so viele wie noch nie verkauft. Auslöser dafür war zu Ende September der Schlussspurt bei der 7.500 Dollar hohen US-Elektroauto-Subvention. Der Tesla-Quartalsumsatz stieg dadurch im Jahresvergleich um 12 % auf ein neues Rekordhoch von knapp 28,1 Milliarden Dollar.
  • Optimistischer Blick ins Zukunftsgeschäft: Autonomes Fahren und humanoide Roboter sollen Tesla zu neuen Höhen führen. Bis zum Jahresende will der Konzern seinen Robotaxi-Dienst in 8 bis 10 US-Städten an den Start bringen und in den kommenden 10 Jahren 1 Million humanoide Roboter verkaufen.

Contra Tesla

(WKN A1CX3T)

  • Konkurrenz holt auf:
    Tesla hat seit 2022 seine marktbeherrschende Rolle verloren. Inzwischen liefert die chinesische BYD deutlich mehr Fahrzeuge aus als der Pionier. In Europa ging der Tesla-Absatz auch aufgrund der politischen Tätigkeit von Elon Musk stark zurück. Nach der Sonderkonjunktur im 3. Quartal wird für das laufende Vierteljahr zudem ein Absatzrückgang erwartet.
  • Exorbitant hohe Bewertung:
    Nach langen Anlaufverlusten erwirtschaftet Tesla zwar inzwischen regelmäßig Gewinne. Allerdings ging der Gewinn im 3. Quartal trotz des Rekordumsatzes um 37 % auf 1,37 Milliarden Dollar zurück. Das geschätzte Kurs-Gewinn-Verhältnis für das Jahr 2025 liegt bei rund 375. Eine Dividende gab es noch nie.
  • Trump kostet viel Geld:
    Die Politik seines einstigen Best Buddys Trump wird für Elon Musk teuer. So haben die Importzölle Tesla im vergangenen Quartal rund 400 Millionen Dollar gekostet, Zudem gingen die Erlöse aus dem Verkauf von CO2-Emissionsrechten um 44 % auf 419 Millionen Dollar zurück. Trump will Strafen für das Überschreiten von CO2-Grenzwerten abschaffen.
  • Die Profis sehen Tesla sehr skeptisch:
    Der Elektromobilitätspionier ist nicht zuletzt wegen der extrem hohen Bewertung bei den Analysten und Analystinnen nicht beliebt. Aktuell lauten nur 2 von 9 der von comdirect veröffentlichten Einschätzungen auf „Kauf“. Dazu kommen 3 Halteempfehlungen und 4 Verkaufsempfehlungen.

Über Tesla

Viele US-Technologieunternehmen werden mit ihren Gründern identifiziert: Microsoft mit Bill Gates, Apple mit Steve Jobs und Facebook mit Mark Zuckerberg. Tesla Inc. steht für Elon Musk. Aber es war gar nicht der Südafrikaner, der den Elektropionier im Juli 2003 gründete. Es waren die amerikanischen Ingenieure Martin Eberhard und Marc Tarpenning, die den Namen des Erfinders Nikola Tesla für ihr junges Unternehmen wählten. Erst im Frühjahr 2004 stiegen Risikokapital-Investoren ein und ernannten Musk, den Mitgründer von X.com, PayPal und SpaceX, zum Aufsichtsratsvorsitzenden. Seitdem wurde der twitternde Musk zur prägenden Figur von Tesla und der batteriebetriebenen Elektromobilität schlechthin.

Das erste Auto von Tesla war 2008 der Roadster – ein Elektrosportwagen in Kooperation mit Lotus. Der Roadster war weltweit das erste elektrische Serienfahrzeug mit einem neuartigen Batteriesystem aus Lithium-Ionen-Zellen. Die verkauften Stückzahlen waren noch relativ gering. Das änderte sich ab dem Jahr 2012 mit dem Model S. Die luxuriöse Limousine entwickelte sich zu einem der wenigen Premiummodelle, die mit dem Image der BMW-7er-Reihe und der Mercedes S-Klasse rivalisieren können. Als Spin-off des Model S entwickelte Tesla das Model X im besonders beliebten SUV-Segment. Tesla errichtete zudem in den USA, Europa und Asien ein System von zunächst kostenlosen Schnelllade-Stromtankstellen (Superchargern), um den Kunden die Angst vorm Liegenbleiben auf der Strecke zu nehmen. Seit 2017 ist Tesla mit dem Model 3 auch in der gehobenen Mittelklasse präsent. Mit dem Model 3 und dem SUV-Ableger Model Y hat Tesla den Sprung in die Volumenklasse geschafft und verkaufte in den Jahren 2023 und 2024 jeweils rund 1,8 Millionen Autos.

Tesla baut die Kapazitäten zügig aus. Neben dem Stammwerk im kalifornischen Fremont ist das Unternehmen seit 2019 auch in Schanghai mit einer Fabrik aktiv. Im Jahr 2021 wurde das Werk im brandenburgischen Ort Grünheide in Betrieb genommen und lief 2022 voll an. Ende 2024 beschäftigte Tesla bereits rund 125.000 Mitarbeiter bei einem Konzernumsatz von fast 98 Milliarden US-Dollar. An der Börse entwickelte sich Tesla in den vergangenen Jahren zu einem absoluten Highflyer. Nachdem das Unternehmen im Jahr 2020 trotz Corona-Krise erstmals in die Gewinnzone kam, überschritt die Marktkapitalisierung Ende 2021 erstmals die Marke von 1 Billion US-Dollar. Tesla war damit mehr wert als die gesamte amerikanische, europäische und japanische Konkurrenz zusammen. Nach einem tiefen Absturz im Jahr 2022 hat die Tesla-Aktie ungeachtet aller Krisen um Elon Musk ihr altes Rekordniveau wieder übertroffen und ist inzwischen an der Börse rund 1,5 Billionen Dollar wert.

Aktien unterliegen Kursschwankungen; damit sind Kursverluste möglich. Bei Wertpapieren, die nicht in Euro notieren, sind zudem Währungsverluste möglich. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung. Auswirkung von Inflation: Grundsätzlich beeinflusst die Entwicklung der Inflationsrate deinen Anlageerfolg. Ein daraus resultierender Kaufkraftverlust betrifft sowohl die erzielten Erträge als auch dein investiertes Kapital. Es handelt sich um die Angabe der Bruttowertentwicklung (siehe „Hinweise zu Chart- und Performanceangaben“). Die Auswahl der Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente dient ausschließlich Informationszwecken und stellt kein Angebot, keine Aufforderung oder Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar. Sie soll lediglich deine selbstständige Anlageentscheidung erleichtern und ersetzt keine anleger‐ und anlagegerechte Beratung. Bei den hier dargestellten Informationen und Wertungen handelt es sich um eine Werbemitteilung, die nicht den gesetzlichen Anforderungen zur Gewährleistung der Unvoreingenommenheit einer Anlageempfehlung oder Anlagestrategieempfehlung genügt. Die Darstellung gibt nicht die Meinung von comdirect wieder. Darüber hinaus unterliegen die dargestellten Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente keinem Verbot des Handels vor der Veröffentlichung von Anlage‐ oder Anlagestrategieempfehlungen. Der comdirect Analystenscore berechnet sich aus der Gesamtzahl der Analystinnen und Analysten, die diese Aktie bewerten. Die negativen Einschätzungen (Verkaufen) werden von den positiven (Kaufen) subtrahiert und das Ergebnis durch die Gesamtzahl aller Einschätzungen (Kaufen, Halten, Verkaufen) dividiert. Diese Zahl wird mit 100 multipliziert, um den Prozentwert darzustellen. Stand: 24.11.2025; Quelle: comdirect.de

Portrait von Michael Reitz, Diplomvolkswirt und unabhängigem Finanzexperten
Portrait von Michael Reitz, Diplomvolkswirt und unabhängigem Finanzexperten
Autor
Michael Reitz
Der Diplom-Volkswirt beschäftigt sich seit 25 Jahren mit dem internationalen Börsengeschehen. Seine ersten schmerzhaften Erfahrungen hat er beim Platzen der Dotcom-Blase im Jahr 2000 gemacht.
top