Elektroautos Tesla: Highflyer trotz Konsumkrise

Ein Tesla Auto steht vor einer Tesla-Filiale
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Tesla hat 2020 den Umsatz deutlich gesteigert und erstmals operative Gewinne erzielt. Aber die Konkurrenz schläft nicht.

Tesla hat sich seit der Gründung vor 18 Jahren von einem belächelten Newcomer zum mit Abstand teuersten Autokonzern der Welt gemausert. 2020 konnte Tesla als einziger Hersteller den Absatz steigern und erzielt erstmals einen operativen Jahresgewinn. Die hohe Bewertung bietet Chancen für die Expansion oder auch für Übernahmen. Allerdings ist die Konkurrenz aufgewacht und drängt zunehmend in den Markt für Elektroautos. Die Expansion verläuft zwar zügig, aber wurde zuletzt von den Auswirkungen der Corona-Pandemie gebremst. Zudem ist die Bewertung des Konzerns nach dem jüngsten Aufschwung immer noch extrem hoch. Die Analysten sind deshalb weiterhin skeptisch.

Pro Tesla (WKN A1CX3T)

  • Strahlende Marke: Binnen weniger Jahre hat sich Tesla unter dem charismatischen Chef Elon Musk vom Elektroauto-Pionier zur Top-Marke und an der Börse zum mit Abstand teuersten Automobilhersteller der Welt entwickelt. Durch den Fokus auf E-Autos und autonomes Fahren hat sich Tesla neben dem Image auch einen technologischen Vorsprung gesichert.
  • Steigender Absatz: Tesla hat 2020 seinen Absatz um 36 % auf nahezu 500.000 verkaufte Autos gesteigert. Als einziger größerer Hersteller der Welt konnte das Unternehmen damit im Corona-Jahr die Vorjahreszahlen deutlich übertreffen. Dafür waren die preisgünstigeren Konzernmodelle Model 3 und Model Y verantwortlich, deren Verkäufe um 47 % auf 442.500 Stück anzogen.
  • Schwarze Zahlen: Der Konzernumsatz stieg 2020 gegenüber dem Vorjahr um 36 % auf rund 31,5 Milliarden US-Dollar. Das operative Ergebnis (EBIT) wurde von minus 69 Millionen Dollar auf fast zwei Milliarden US-Dollar verbessert. Darin waren allerdings auch rund 1,6 Milliarden US-Dollar aus dem Handel mit sogenannten „Regulatory Credits“ (Emissionsrechten) enthalten.
  • Große Freiheiten: Über viele Jahre war Tesla immer wieder auf Finanzierungsrunden angewiesen. Inzwischen ist der Börsenwert insbesondere im Jahr 2020 explodiert. Das gibt dem Unternehmen große Freiheiten. Die weitere Expansion oder auch Übernahmen könnten problemlos mit großzügigen Kreditlinien finanziert werden.

Contra Tesla (WKN A1CX3T)

  • Wachsende Konkurrenz: Tesla hat in der Elektromobilität zwar Vorsprung – aber die Konkurrenz holt zunehmend auf. Volkswagen etwa hat seinen Absatz mit Elektroautos im Jahr 2020 um mehr als 200 % gesteigert. Zudem fehlt Tesla weiterhin ein Modell der unteren Mittelklasse, mit dem der Konzern Massenanbietern Konkurrenz machen könnte.
  • Neue Fabriken brauchen Zeit: Tesla legt beim Kapazitätsausbau ein enormes Tempo vor. Aber in Pandemiezeiten kann selbst der Konzern die Fabriken nicht aus dem Boden stampfen. So läuft das Werk in Schanghai noch nicht auf Höchsttouren. Auch in Brandenburg wird die Produktion wohl erst 2022 hochgefahren werden können – rund ein Jahr später als geplant.
  • Extrem hohe Bewertung: Die Tesla-Aktie ist trotz der jüngsten Korrektur exorbitant hoch bewertet. Das geschätzte Kurs-Gewinn-Verhältnis für das Jahr 2021 liegt bei rund 155 und beruht überdies auf optimistischen Ergebnisschätzungen. Eine Dividende gab es bisher nicht und sie ist auch nicht geplant.
  • Pessimistische Analysten: Tesla gehört nicht zu den Analystenlieblingen. Von zwölf Experten empfehlen aktuell mit sechs die Hälfte die Aktie zum Verkauf. Neben vier Halteeinschätzungen fordern zwei zum Kauf auf. Der comdirect Analystenscore liegt damit bei minus 33.

Über Tesla

Viele US-Technologieunternehmen werden mit ihren Gründern identifiziert: Microsoft mit Bill Gates, Apple mit Steve Jobs und Facebook mit Mark Zuckerberg. Tesla Inc. steht für Elon Musk. Aber es war gar nicht der charismatische Südafrikaner, der den Elektropionier im Juli 2003 gründete. Es waren die amerikanischen Ingenieure Martin Eberhard und Marc Tarpenning, die den Namen des Erfinders Nikola Tesla für ihr junges Unternehmen wählten. Erst im Frühjahr 2004 stiegen Risikokapital-Investoren ein und ernannten Musk, den Mitgründer von X.com, PayPal und SpaceX, zum Aufsichtsratsvorsitzenden. Seitdem wurde er zur prägenden Figur von Tesla und der batteriebetriebenen Elektromobilität schlechthin.

Das erste Auto von Tesla war 2008 der Roadster – ein Elektrosportwagen in Kooperation mit Lotus. Der Roadster war weltweit das erste elektrische Serienfahrzeug mit einem neuartigen Batteriesystem aus Lithium-Ionen-Zellen. Die verkauften Stückzahlen waren noch relativ gering. Das änderte sich ab dem Jahr 2012 mit dem Model S. Die luxuriöse Limousine entwickelte sich zu einem der wenigen Premiummodelle, die mit dem Image der BMW 7er-Reihe und der Mercedes S-Klasse rivalisieren konnten. Als Spin-off des Model S entwickelte Tesla das Model X im besonders beliebten SUV-Segment. Tesla errichtete zudem in den USA, Europa und Asien ein System von zunächst kostenlosen Schnelllade-Stromtankstellen (Superchargern), um den Kunden die Angst vorm Liegenbleiben auf der Strecke zu nehmen. Seit 2017 ist Tesla mit dem Model 3 auch in der gehobenen Mittelklasse präsent. Mit dem Model 3 und dem SUV-Ableger Model Y hat Tesla den Sprung in die Volumenklasse geschafft und verkaufte im Jahr 2000 rund 500.000 Autos.

Tesla baut die Kapazitäten zügig aus. Neben dem Stammwerk im kalifornischen Freemont ist das Unternehmen seit 2019 auch in Schanghai mit einer Fabrik aktiv. Im kommenden Jahr soll das Werk im brandenburgischen Ort Grünheide in Betrieb genommen werden. Ende 2020 beschäftigte Tesla bereits 70.000 Mitarbeiter bei einem Konzernumsatz von 31,5 Milliarden US-Dollar. An der Börse entwickelte sich Tesla in den vergangenen Jahren zu einem absoluten Highflyer. Nachdem das Unternehmen im Jahr 2020 trotz Corona-Krise erstmals in die Gewinnzone kam, überschritt die Marktkapitalisierung Anfang 2021 sogar die Marke von 800 Milliarden US-Dollar. Tesla war damit genauso viel wert wie die gesamte amerikanische, europäische und japanische Konkurrenz zusammen.

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