Geldanlagen bergen Risiken
Telekom-Aktie: Prognose – Berliner Fernsehturm im Magenta-Fußball-Look.
Telekom-Aktie: Prognose – Berliner Fernsehturm im Magenta-Fußball-Look.
© Mike Haufe via Adobe Stock

Telekom-Aktie: Prognose auf steigende Dividende

  • Die Deutsche Telekom profitiert stark von ihrer US-Tochter.
  • Bei den Anlageprofis ist die Aktie hoch angesehen.
  • Eine mögliche Fusion mit T-Mobile US dürfte die Bilanz stark belasten.

Pro Deutsche Telekom

(WKN 555750)

  • Internationaler Konzern:
    In den 30 Jahren seit dem Börsengang hat sich die Deutsche Telekom zu einem globalen Unternehmen entwickelt. Deutschland und Europa sind zwar weiterhin Kernmärkte, Wachstum und Zukunftsfantasien entstehen aber in erster Linie durch T-Mobile US, an der die Deutsche Telekom die Mehrheit der Anteile hält.
  • Steigende Umsätze:
    Im vergangenen Jahr stieg der Umsatz der Telekom um 2,9 % auf rund 119 Milliarden Euro und damit auf einen neuen Rekordwert. Dabei wurde das Wachstum bei dem in Euro ausgewiesenen Umsatz noch vom schwachen US-Dollar gebremst. Ohne die negativen Währungs- und Portfolioeffekte hätte das Plus bei mehr als 4 % gelegen.
  • Attraktive Bewertung:
    Auf die Dividende konnten sich Aktionäre der Deutschen Telekom im vergangenen Jahrzehnt immer verlassen. Mit 1 Euro zahlte die Telekom im Mai 10 Cent mehr als im Vorjahr, seit 2015 hat sich die Ausschüttung verdoppelt. Die Dividendenrendite liegt bei 4 %. Gleichzeitig notiert das Kurs-Gewinn-Verhältnis mit rund 13 deutlich unter dem DAX-Durchschnitt.
  • Positive Analysteneinschätzungen:
    Die Deutsche Telekom gehört bei den Expertinnen und Experten seit längerer Zeit zu den beliebtesten Unternehmen. Aktuell lauten alle 8 von comdirect veröffentlichten Einschätzungen auf „Kauf“. Eine Halte‐ oder Verkaufsempfehlung kommt dagegen nicht vor.

Con Deutsche Telekom

(WKN 555750)

  • Durchwachsener Jahresstart:
    Im 1. Quartal 2026 stieg der Umsatz der Deutschen Telekom nur minimal um 0,4 % auf rund 29,9 Milliarden Euro. Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen inklusive Leasingkosten (Ebitda AL) legte 2 % auf 11,5 Milliarden Euro zu. Netto verdiente die Telekom mit 2,0 Milliarden Euro 28 % weniger als im Vorjahreszeitraum.
  • Schwacher Heimatmarkt:
    In Deutschland stagniert das Geschäft. Im vergangenen Jahr gab der Umsatz der Deutschen Telekom um 0,4 % auf 25,6 Milliarden Euro nach. Während die Service-Umsätze um rund 1 % zulegten, erwirtschaftete das Unternehmen mit Endgeräten weniger Geld. Immerhin stieg der bereinigte Gewinn um 1,7 % auf 10,7 Milliarden Euro.
  • Abhängigkeit von den USA:
    Den Großteil der Bewertung der Deutschen Telekom machen die Beteiligung und die Erträge an T-Mobile US aus. Die schwächere Börsenentwicklung der US-Tochter und der Dollar-Verfall im vergangenen Jahr haben den Kurs der Deutschen Telekom in den zurückliegenden 12 Monaten gedrückt.
  • Teure Fusionspläne:
    Die Deutsche Telekom denkt über einen Zusammenschluss mit T-Mobile US nach. Allerdings sind die regulatorischen Hürden hoch und die Deutsche Telekom müsste US-Aktionären einen kräftigen Aufschlag bieten. Die Finanzierung würde die Schulden deutlich steigern und Bilanz und Rating des Unternehmens belasten.

Über die Deutsche Telekom

Grau wird zu Magenta: Die Deutsche Telekom entstand 1995 im Zuge der Privatisierung der Deutschen Bundespost aus der sogenannten „Grauen Post“ – dem Bereich für Telekommunikation und Fernmeldewesen. Ron Sommer führte als Vorstandsvorsitzender das Unternehmen an die Börse. Mit Rückenwind von Werbespots mit dem damals sehr populären „Tatort“-Kommissar Manfred Krug kam die T-Aktie als sogenannte Volksaktie an den Markt. In der 1. Tranche kostete das Papier 28,50 D-Mark. Das entspricht 14,57 Euro.

Deutlich teurer wurde es bei der 2. und 3. Tranche. Getrieben vom Börsenhype vor der Jahrhundertwende kamen die T-Papiere für 39,50 Euro und gar für 63,50 Euro an den Markt. Dann brach der Technologie-Hype zusammen und mit ihm der Kurs der T-Aktie. Die Deutsche Telekom hatte zudem 2 weitere Belastungen. Zum einen hatte sie bei der Ersteigerung der deutschen UMTS-Lizenzen einen hohen Kaufpreis gezahlt. Zum anderen hatte sie 2001 die US-Mobilfunkunternehmen VoiceStream und Powertel für nahezu 40 Milliarden Euro sehr teuer übernommen.

Gleichwohl sorgte der Gang an den US-Markt langfristig für Wachstum im Telekom-Konzern. VoiceStream (heute T-Mobile US) entwickelte sich positiv. Nach mehreren vergeblichen Anläufen gelang schließlich 2020 die Fusion mit dem Wettbewerber Sprint. Erstmals konnte die Deutsche Telekom so im Jahr 2020 die Umsatzmarke von 100 Milliarden Euro mit ihren 4 Segmenten Telekom Deutschland, Telekom Europa, T-Mobile US und T-Systems überschreiten. Mit einem Börsenwert von rund 135 Milliarden Euro gehört die T-Aktie zu den größten DAX-Werten. Noch wertvoller ist allerdings die Tochter T-Mobile US mit einem Börsenwert von rund 210 Milliarden US-Dollar.

Aktien unterliegen Kursschwankungen; damit sind Kursverluste möglich. Bei Wertpapieren, die nicht in Euro notieren, sind zudem Währungsverluste möglich. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung. Auswirkung von Inflation: Grundsätzlich beeinflusst die Entwicklung der Inflationsrate Ihren Anlageerfolg. Ein daraus resultierender Kaufkraftverlust betrifft sowohl die erzielten Erträge als auch Ihr investiertes Kapital. Es handelt sich um die Angabe der Bruttowertentwicklung (siehe „Hinweise zu Chart- und Performanceangaben“). Die Auswahl der Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente dient ausschließlich Informationszwecken und stellt kein Angebot, keine Aufforderung oder Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar. Sie soll lediglich Ihre selbstständige Anlageentscheidung erleichtern und ersetzt keine anleger‐ und anlagegerechte Beratung. Bei den hier dargestellten Informationen und Wertungen handelt es sich um eine Werbemitteilung, die nicht den gesetzlichen Anforderungen zur Gewährleistung der Unvoreingenommenheit einer Anlageempfehlung oder Anlagestrategieempfehlung genügt. Die Darstellung gibt nicht die Meinung von comdirect wieder. Darüber hinaus unterliegen die dargestellten Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente keinem Verbot des Handels vor der Veröffentlichung von Anlage‐ oder Anlagestrategieempfehlungen. Der comdirect Analystenscore berechnet sich aus der Gesamtzahl der Analysten, die diese Aktie bewerten. Die negativen Einschätzungen (Verkaufen) werden von den positiven (Kaufen) subtrahiert und das Ergebnis durch die Gesamtzahl aller Einschätzungen (Kaufen, Halten, Verkaufen) dividiert. Diese Zahl wird mit 100 multipliziert, um den Prozentwert darzustellen. Stand: 25.05.2026; Quelle: comdirect.de

Portrait von Heinz-Peter Arndt, Diplomvolkswirt und Diplomjournalist
Portrait von Heinz-Peter Arndt, Diplomvolkswirt und Diplomjournalist
Autor
Heinz-Peter Arndt
Der Diplomvolkswirt und Diplomjournalist schreibt seit mehr als 30 Jahren über Konjunktur, Finanzmärkte und private Geldanlage.
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