DAX-Chartanalyse: Allzeithoch in Reichweite

Technisch mustergültig stieß der DAX zuletzt bis zu seinem Widerstandsbereich um 15.100 Punkte vor. Der Abwärtstrend des Jahres 2022 ist damit Geschichte. Doch bei aller Euphorie sollten Anleger die Risiken nicht aus den Augen verlieren

Technische Analyse - H.-D. Schulz/L. Mathes

Lutz Mathes vom Chartbüro – Büro Dr. Hans-Dieter Schulz analysiert einmal im Monat für das comdirect Magazin die aktuelle Entwicklung des DAX.

Flankiert durch fallende Öl- und Energiepreise kletterte der Deutsche Aktienindex diese Woche auf den Stand zurück, von dem es Ende Februar vergangenen Jahres zunächst steil abwärtsgegangen war. Der Einmarsch russischer Truppen in die Ukraine mit seinen unerwartet vielschichtigen Auswirkungen drückte damals bis Ende September auf die Kurse.

Während in der Ukraine allerdings nach wie vor gekämpft wird, hat der DAX sein Vorkriegsniveau jüngst wieder zurückgewonnen. Mit Blick auf den Chart zeigt sich, dass er nun im Bereich um 15.100 Punkte an der grau eingezeichneten Widerstandszone aus dem Jahr 2021 angekommen ist. Hier könnte die Kursrally kurzfristig erst einmal zu Ende sein.

Chartbild ist bullish

Zwar präsentiert sich das Chartbild vor allem durch den jüngst etablierten Aufwärtstrend bei gegenwärtig 14.200 Punkten zweifelsfrei bullish, doch die beflügelnde Kraft der Jahresendrally schwindet erfahrungsgemäß ab Mitte Januar. Mit dem jetzt wieder einsetzenden Alltagstrott melden sich auch die Herausforderungen zurück, und die sind in Gestalt von drohenden Zweitrundeneffekten bei der Inflation, einer relativ sicher bevorstehenden Rezession in Deutschland und den sich verteuernden Kreditkosten dank steigender Zinsen für die Unternehmen nicht so beflügelnd. Zumindest nicht so, wie es der relativ leichtfüßige DAX-Anstieg seit September um satte 25 % derzeit vermittelt.

Aufwärtstrend verläuft bei rund 14.200 Punkten

Die von der Deutschen Börse erfassten Börsenumsätze zeigen seit Mitte November eine leicht fallende Tendenz. Das ist ein Zeichen dafür, dass das ansteigende Kursniveau von dem abnehmenden Volumen der zugrunde liegenden Transaktionen in letzter Zeit nicht mehr gestützt wird. Eine solche Divergenz aus steigenden Kursen bei abnehmendem Interesse der Investoren ist als schwaches Warnsignal zu werten. Das Gefüge könnte zwar mit weiter steigenden Kursen auch nach oben aufgelöst werden. Sollten die Kurse aber nun an der grau eingezeichneten Widerstandslinie stagnieren, dann trifft die Bereitschaft der Aktionäre, die Gewinne erst einmal mitzunehmen, auf die zuvor bereits vorsichtiger agierende Gruppe der Käufer. Eine Konsolidierungsphase mit einem Rückfall in Richtung der grün gezeichneten Aufwärtstrendlinie bei gegenwärtig rund 14.200 Punkten erscheint auf Sicht der nächsten vier Wochen plausibel. Dann muss sich zeigen, ob der recht steile Aufwärtstrend weiter Bestand hat. Für Investoren empfiehlt sich aus technischer Sicht zunächst etwas Geduld und Zurückhaltung, um dann auf einem leicht ermäßigten Kursniveau wieder zuzusteigen. Unter saisonalen Aspekten könnte es bis Mai dann wieder aufwärtsgehen.

Ein Graph zeigt die Entwicklung des Dax zwischen 2018 und 2023.
Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung. Transaktionskosten, Provisionen und Steuern sind in der Performance des Charts nicht enthalten. Referenzzeitraum: 17.01.2018 bis 17.01.2023, Quelle: comdirect

Aktien unterliegen Kursschwankungen; damit sind Kursverluste möglich. Bei Wertpapieren, die nicht in Euro notieren, sind zudem Währungsverluste möglich. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung. Es handelt sich um die Angabe der Bruttowertentwicklung (siehe „Hinweise zu Chart- und Performanceangaben“). Die Auswahl der Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente dient ausschließlich Informationszwecken und stellt kein Angebot, keine Aufforderung oder Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar. Sie soll lediglich Ihre selbstständige Anlageentscheidung erleichtern und ersetzt keine anleger- und anlagegerechte Beratung. Bei den hier dargestellten Informationen und Wertungen handelt es sich um eine Werbemitteilung, die nicht den gesetzlichen Anforderungen zur Gewährleistung der Unvoreingenommenheit einer Anlageempfehlung oder Anlagestrategieempfehlung genügt. Die Darstellung gibt nicht die Meinung von comdirect – einer Marke der Commerzbank AG – wieder. Darüber hinaus unterliegen die dargestellten Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente keinem Verbot des Handels vor der Veröffentlichung von Anlage- oder Anlagestrategieempfehlungen. Stand: 17.01.2023, Quelle: comdirect.de

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