Analyse von L. Mathes / Chartbüro Dr. H.-D. Schulz DAX: Technik mahnt zur Vorsicht

Lutz Mathes

Der jüngste Rückfall unter den Supportbereich um 15.700 Punkte brachte den Deutschen Aktienmarkt zurück in neutrales Fahrwasser. Im Sommer hatte er bereits seinen Aufwärtstrend gebrochen. Jetzt folgt er einem Seitwärtstrend oberhalb von 15.000 Zählern. Sollten die Kurse unter diese runde Marke fallen, wäre das als Verkaufssignal zu werten. Das Chartbild mahnt also aktuell zu erhöhter Vorsicht.

Lutz Mathes vom Chartbüro – Büro Dr. Hans-Dieter Schulz analysiert einmal im Monat für das comdirect magazin die aktuelle Entwicklung des DAX.

Bislang entpuppten sich die Rücksetzer in den Bereich um 15.000 Punkte beim DAX stets als günstige Nachkaufgelegenheit in einem insgesamt ansteigenden Aktienmarkt. Doch dieses Mal könnte es anders laufen. Zum einen hat der Oktober an der Börse einen schlechten Ruf. Wenn es zu schnellen, heftigen Rückschlägen und Crashs kam, dann war der Oktober dabei überproportional häufig vertreten. Zum anderen erlebt China mit dem strauchelnden Immobilienfinanzierer „Evergrande“ gerade so etwas wie einen kleinen Lehman-Moment. Zudem ist in den USA der Kongress bisher nicht bereit, die Schuldenobergrenze wieder zu erhöhen, was den Anlegern dort die Kauflaune trübt. Und: Weltweit wird den Einkäufern im Automobil-, im Tech-Sektor, am Bau und teils auch schon im Konsumbereich dank Mangel an wichtigen Vorprodukten die Grenze des Wachstums aufgezeigt. Partiell kommt es dort zu heftigen inflationären Schüben.

Wichtige Unterstützung bei 15.000 Punkten

Noch ist die Lage im DAX als neutral einzuschätzen. Der Index für die jüngst auf 40 Aktien erweiterten Standardwerte kam vom Allzeithoch bei 15.977 Punkten zurück bis auf 15.132 Zähler. Der bislang positive Bias im Chart ist damit einer Seitwärtstendenz gewichen. Eine obere Trendwende wäre vollendet, wenn der DAX unter seinen grau eingezeichneten Support bei rund 15.000 Punkten fiele. Sollte es dazu kommen, läge die nächsttiefere Unterstützung zwischen 13.750 und 14.000 Punkten.

Anleger sollten sich von den kurzfristig eingetrübten Strömungen aber nicht die mittelfristige Sicht versperren lassen. Kurzfristig spricht die technische Situation beim DAX erst einmal für eine abwartende Haltung. Der Weg nach oben wäre erst wieder frei, wenn der DAX sein bisheriges Hoch bei 15.977 Punkten hinter sich ließe.

Dax-Analyse; 5-Jahres-Chart September 2016 - September 2021
Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung. Transaktionskosten, Provisionen und Steuern sind in der Performance des Charts nicht enthalten. Referenzzeitraum: 22.09.2016 bis 22.09.2021, Quelle: comdirect

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