DAX-Chartanalyse: Juni-Korrektur gut verdaut

Key Takeaways
  • Unterstützung bei 17.750 Punkten hat gehalten.
  • US-Indizes erreichen neue Höchststände.
  • Deutsche Aktien mit Nachholpotenzial.
Portrait von DAX Analyst Oliver Schultze
Portrait von DAX Analyst Oliver Schultze
Oliver Schultze
Chartbüro Dr. Hans-Dieter Schulz
Oliver Schultze analysiert einmal im Monat die aktuelle Entwicklung des DAX für das comdirect Magazin.

Die im Chart eingezeichnete Unterstützung bei 17.750 Punkten geriet beim DAX-Rückgang Mitte Juni nicht ansatzweise in Gefahr. Aus Sicht der Anleger ist dies erfreulich. Denn es zeigt, dass die Bären das Abwärtspotenzial nicht ausschöpfen konnten. Vielmehr drehte der Index praktisch im charttechnischen Niemandsland wieder nach oben. Zugleich gelang es dem Deutschen Aktienindex zuletzt aber auch nicht, einen ernsthaften Angriff auf sein Allzeithoch zu unternehmen. Seit gut vier Monaten liegt eine Seitwärtsbewegung vor, die im Bereich zwischen 17.750 Punkten und dem Allzeithoch bei knapp 18.900 Zählern abläuft. Es scheint gerade so, als habe sich der DAX in diesem Jahr bereits im Frühjahr in sein Sommerloch verabschiedet.

Positive Vorgaben aus USA

Dabei sind die Vorgaben der Leitbörsen aus Übersee positiv. Die US-Indizes marschieren munter von einem Höchststand zum nächsten. Zwar mussten die an der NASDAQ notierten Technologiewerte zuletzt den ein oder anderen kleinen Rücksetzer verkraften, aber sie befinden sich trotzdem noch auf Tuchfühlung zu ihrem kürzlich markierten Allzeithoch. Und der Dow Jones Industrial Average startete gerade erst nach oben durch.

Sicherlich wirkt der Vormarsch der KI gerade bei Aktien aus dem Tech-Sektor als Kurstreiber. Allerdings dürfte die künstliche Intelligenz zunächst einmal enorme Ausgaben für die Unternehmen verursachen. Goldman Sachs schätzt die Kosten für den Aufbau der KI-Infrastruktur allein in den nächsten Jahren auf eine Billion US-Dollar. Es gibt auch bereits Stimmen, die den derzeitigen Boom mit der Situation der sogenannten Dotcoms in der Zeit um die Jahrtausendwende vergleichen. Auch damals waren immense Investitionen nötig, die sich oftmals erst viele Jahre später amortisierten. Wenn überhaupt – man erinnere sich an den Niedergang des Neuen Markts in Deutschland ab dem Frühjahr 2000.

Die Unterstützung bei 17.750 Punkten bleibt wichtig

Beim Blick auf den DAX-Chart fällt auf, dass die im Vormonat an dieser Stelle angesprochene Fächerformation weiter an Konturen gewonnen hat. Denn nach dem Rückgang im Juni hat sich durch das Korrekturtief eine weitere weniger stark geneigte Aufwärtstrendlinie dazugesellt. Sollte der Index diese klar nach unten durchbrechen, dürfte der Verlauf in eine Abwärtsbewegung münden. Anleger sollten dann ihr Augenmerk auf die Unterstützung bei 17.750 Punkten richten. Wird in der Folge auch diese nach unten gerissen, droht sogar eine stärkere Korrektur. Aufgrund des starken Anstiegs von Ende Februar bis Anfang März bildeten sich auf diesem Kursniveau keine Unterstützungen. Daher könnte der DAX dann zügig bis auf rund 17.000 Zähler durchgereicht werden.

Das Allzeithoch ist der entscheidende Widerstand

Noch aber ist die Seitwärtsbewegung intakt, ein Ausbruch nach unten liegt momentan auch nicht in der Luft. Vielmehr hat sich beim DAX sogar Nachholbedarf angesammelt, wenn man die Entwicklung mit den US-Börsen vergleicht. Sollten diese ihren Höhenflug fortsetzen, ist auch beim DAX schon bald mit einem Ausbruch nach oben zu rechnen. Die entscheidende Marke ist dabei nach wie vor das im März bei knapp 18.900 Punkten markierte Allzeithoch. Kann der Index dieses Level nachhaltig überwinden, entsteht ein neues Kaufsignal. Aus charttechnischer Sicht wäre dann der Weg nach oben frei.

Grafische Darstellung der Entwicklung des DAX über die letzten 5 Jahre.
Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung. Transaktionskosten, Provisionen und Steuern sind in der Performance des Charts nicht enthalten. Referenzzeitraum: 16.07.2019 bis 16.07.2024, Quelle: comdirect

Aktien unterliegen Kursschwankungen; damit sind Kursverluste möglich. Bei Wertpapieren, die nicht in Euro notieren, sind zudem Währungsverluste möglich. Auswirkung von Inflation: Grundsätzlich beeinflusst die Entwicklung der Inflationsrate Ihren Anlageerfolg. Ein daraus resultierender Kaufkraftverlust betrifft sowohl die erzielten Erträge als auch Ihr investiertes Kapital. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung. Es handelt sich um die Angabe der Bruttowertentwicklung (siehe „Hinweise zu Chart- und Performanceangaben“). Die Auswahl der Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente dient ausschließlich Informationszwecken und stellt kein Angebot, keine Aufforderung oder Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar. Sie soll lediglich Ihre selbstständige Anlageentscheidung erleichtern und ersetzt keine anleger- und anlagegerechte Beratung. Bei den hier dargestellten Informationen und Wertungen handelt es sich um eine Werbemitteilung, die nicht den gesetzlichen Anforderungen zur Gewährleistung der Unvoreingenommenheit einer Anlageempfehlung oder Anlagestrategieempfehlung genügt. Die Darstellung gibt nicht die Meinung von comdirect – einer Marke der Commerzbank AG – wieder. Darüber hinaus unterliegen die dargestellten Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente keinem Verbot des Handels vor der Veröffentlichung von Anlage- oder Anlagestrategieempfehlungen. Stand: 16.07.2024, Quelle: comdirect.de

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