DAX-Chartanalyse: Mini-Korrektur rasch beendet

Key Takeaways
  • Die DAX-Korrektur im April fiel ausgesprochen verhalten aus.
  • DAX erreichte schnell neues Allzeithoch in der ersten Maihälfte.
  • Es bleibt nach wie vor ein bullisher Markt.
  • Unterstützung liegt bei rund 18.500 Punkten.
Portrait von DAX Analyst Oliver Schultze
Portrait von DAX Analyst Oliver Schultze
Oliver Schultze
Chartbüro Dr. Hans-Dieter Schulz
Oliver Schultze analysiert einmal im Monat die aktuelle Entwicklung des DAX für das comdirect Magazin.

Als der DAX im April in den Korrekturmodus überging, war eine stärkere Abwärtsbewegung zu erwarten. Schließlich hatte der deutsche Leitindex zuvor eine geradezu fulminante Rally hingelegt. Doch die Bären, die schon fleißig ihre Krallen wetzten, erwischten den Markt auf dem falschen Fuß. In der Spitze korrigierte der DAX gerade einmal 3 %, dann übernahmen schon wieder die Bullen das Kommando. Noch in der ersten Maihälfte markierte der Index sogar einen neuen Höchststand.

Trend noch intakt

Seitdem ist jedoch schon wieder die Luft raus, zuletzt bewegte sich der DAX weitgehend seitwärts. Auch die Rückeroberung des steilen Aufwärtstrends, der sich ab Ende Oktober vergangenen Jahres bildete, misslang bisher. Dies ist aus charttechnischer Sicht aber nur ein kleiner Wermutstropfen. Denn diese Trendlinie verlief sehr steil, erfahrungsgemäß halten solche Trends meist nicht allzu lange an. Wird dieser dann aber von einer flacheren Trendlinie abgelöst, kann die Bewegung noch geraume Zeit andauern. Diese Konstellation war auch ab dem Frühjahr 2020 bis ins Jahr 2021 hinein zu beobachten. Nach dem Trendbruch im Sommer 2020 und der Herbstkorrektur folgte nochmals ein ausgesprochen üppiger Anstieg. Entsprechend haben wir nun eine etwas weniger stark geneigte Aufwärtstrendlinie, die an den Tiefpunkten von Oktober 2023 und April 2024 anliegt, in das Schaubild mit aufgenommen. Diese verläuft aktuell bei rund 18.200 Punkten.

Quartalszahlen geben keine Rückendeckung

Auffällig ist jedoch, dass die jüngsten Quartalszahlen der Unternehmen die insgesamt sehr erfreuliche Entwicklung des DAX im laufenden Kalenderjahr nicht untermauern. In den ersten drei Monaten sank der Umsatz der 40 Gesellschaften im Vergleich zum Vorjahresquartal um 3,6 %. Dabei mussten 21 Unternehmen, und somit knapp mehr als die Hälfte, einen Umsatzrückgang hinnehmen. Davon betroffen waren insbesondere die Automobilbranche, Chemieunternehmen und Energiekonzerne. Der operative Gewinn aller DAX-Werte ging zeitgleich um 1,9 % zurück. Da auch die OECD ihre Wachstumsprognose für Deutschland abermals nach unten auf nun nur noch 0,2 % korrigiert hat, steht der DAX-Anstieg mit Blick auf die Wirtschaftszahlen auf eher wackeligen Füßen.

Interessante Marken für die nächsten Wochen

Aus charttechnischer Sicht liegt eine nicht unbedeutende Unterstützung bei rund 18.500 Punkten, diese leitet sich vom Hochpunkt im März her. Sollte der Index diesen Support mehr als nur einen Tag auf Schlusskursbasis unterschreiten, trüben sich die Aussichten etwas ein. Dann ist Anlegern zur Vorsicht zu raten, eine weitere Korrektur und ein Test des Apriltiefs bei rund 17.750 Punkten sind in der Folge denkbar. Bei einem solchen Rückgang dürfte sich auch der neue, am Apriltief anliegende Aufwärtstrend in Wohlgefallen auflösen. Anschließend wäre die Lage, je nach Ausmaß und Verlauf der Abwärtsbewegung, charttechnisch neu zu bewerten.

Eine alte Börsenweisheit lautet jedoch: „The trend is your friend.“ Und dieser ist derzeit eindeutig aufwärts gerichtet. Kleinere Verschnaufpausen, wie auch zuletzt zu beobachten, stellen sich oftmals als gute Gelegenheit zum Nachfassen dar. Stärkerer Verkaufsdruck hingegen war beim DAX schon länger nicht mehr zu verspüren. Mit Blick auf den Chart wäre ein nachhaltiger Anstieg über das Allzeithoch bei knapp 18.900 Punkten ein neues Kaufsignal. Dann dürfte die runde und auch psychologisch wichtige Marke von 20.000 Zählern auf die Agenda rücken.

Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung. Transaktionskosten, Provisionen und Steuern sind in der Performance des Charts nicht enthalten. Referenzzeitraum: 21.05.2019 bis 21.05.2024, Quelle: comdirect

Aktien unterliegen Kursschwankungen; damit sind Kursverluste möglich. Bei Wertpapieren, die nicht in Euro notieren, sind zudem Währungsverluste möglich. Auswirkung von Inflation: Grundsätzlich beeinflusst die Entwicklung der Inflationsrate Ihren Anlageerfolg. Ein daraus resultierender Kaufkraftverlust betrifft sowohl die erzielten Erträge als auch Ihr investiertes Kapital. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung. Es handelt sich um die Angabe der Bruttowertentwicklung (siehe „Hinweise zu Chart- und Performanceangaben“). Die Auswahl der Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente dient ausschließlich Informationszwecken und stellt kein Angebot, keine Aufforderung oder Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar. Sie soll lediglich Ihre selbstständige Anlageentscheidung erleichtern und ersetzt keine anleger- und anlagegerechte Beratung. Bei den hier dargestellten Informationen und Wertungen handelt es sich um eine Werbemitteilung, die nicht den gesetzlichen Anforderungen zur Gewährleistung der Unvoreingenommenheit einer Anlageempfehlung oder Anlagestrategieempfehlung genügt. Die Darstellung gibt nicht die Meinung von comdirect – einer Marke der Commerzbank AG – wieder. Darüber hinaus unterliegen die dargestellten Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente keinem Verbot des Handels vor der Veröffentlichung von Anlage- oder Anlagestrategieempfehlungen. Stand: 21.05.2024, Quelle: comdirect.de

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