Geldanlagen bergen Risiken

DAX: Auf zu neuen Höhen?

  • Sinkender Ölpreis hilft den Börsen weltweit.
  • Inflationsdruck dürfte spürbar sinken.
  • DAX präsentiert sich relativ robust.
Portrait von DAX Analyst Oliver Schultze
Portrait von DAX Analyst Oliver Schultze
Oliver Schultze
chartbuero.de

Oliver Schultze analysiert einmal im Monat die aktuelle Entwicklung des DAX für das comdirect Magazin.

Der Rücksetzer in der ersten Junihälfte endete aus charttechnischer Sicht überaus erfreulich: Die Bären konnten das Abwärtspotenzial nicht ausschöpfen, die Bewegung gen Süden endete bereits oberhalb der Tiefpunkte von Ende April und Mai. Allerdings verfehlte der DAX bei dem Anstieg Ende Mai auch sein Allzeithoch. Letztlich setzte sich die Seitwärtsbewegung auf hohem Niveau fort, nur die Schwankungsbreite hat zuletzt tendenziell etwas abgenommen. Möglicherweise haben sich die Investorinnen und Investoren an die unruhigen Zeiten gewöhnt. In der Vorwoche hatte US-Präsident Trump zum sage und schreibe 38. Mal angekündigt, dass eine Einigung mit dem Iran bevorstehe. Dies beflügelte zwar die Börsen kurzzeitig, nach kurzer Euphorie fragten sich aber etliche Anlegerinnen und Anleger: Hat diese Ankündigung nun wirklich mehr Substanz als die 37 vorherigen?

Der einbrechende Ölpreis hilft den Börsen

Trotzdem erwarten einige Analystinnen und Analysten, dass nach dem Abkommen die Öllieferungen durch die Straße von Hormus schon bald wieder aufgenommen werden. Diese Aussicht drückte den Ölpreis auf den tiefsten Stand seit Anfang März. In den vergangenen 4 Wochen verlor das schwarze Gold in der Spitze mehr als 30 % an Wert. Dies ist Balsam für die gebeutelte Weltwirtschaft, die zuletzt erheblich unter den massiv gestiegenen Rohstoffpreisen zu leiden hatte. Prompt markierte der US-Technologiewerteindex NASDAQ 100 gerade erst wieder ein neues Allzeithoch. Der DAX kann da schon länger nicht mehr folgen, was aber auch nicht überraschend ist. Denn die Hausse beim NASDAQ 100 wird von einigen Index-Schwergewichten angetrieben, auf Sicht der vergangenen 12 Monate weisen mehr als 40 % der im Index enthaltenen Aktien eine negative Performance auf.

Aufwärtstrend zuletzt nicht in Gefahr

Auch wenn dem DAX in den vergangenen Monaten neue Höchststände verwehrt blieben, so befindet er sich dennoch seit März im Aufwind. Der seit über zweieinhalb Jahren bestehende Aufwärtstrend ist ohnehin noch intakt, aktuell verläuft diese Trendlinie knapp unterhalb von 24.000 Punkten. In den vergangenen 2 Monaten geriet dieser Trend nicht ansatzweise in Bedrängnis. Das ist ein positives Zeichen, denn aus saisonaler Sicht befinden sich die deutschen Bluechips gerade in einer ungünstigen Phase. Der Juni zählt im langjährigen Vergleich mit zu den schlechtesten Börsenmonaten des Jahres.

Da wäre ein weiter nachgebender Ölpreis ein guter Impuls für die Wirtschaft. Auch auf die Inflation, die zuletzt insbesondere wegen der galoppierenden Energiepreise spürbar anzog, sollte dies eine beruhigende Wirkung haben. Das nähme dann auch den Währungshütern den Druck, die Zinsen weiter zu erhöhen, was sich erfahrungsgemäß vorteilhaft auf die Börse auswirkt.

Die entscheidenden Kursmarken

Charttechnisch betrachtet befindet sich der DAX weiterhin in einer seit über einem Jahr andauernden Seitwärtsbewegung. Absicherungen auf dem Weg nach unten finden sich bei dem bereits erwähnten Aufwärtstrend bei knapp 24.000 Zählern sowie mit den Unterstützungen bei rund 23.500 und gut 22.000 Punkten. In der Gegenrichtung liegt der entscheidende Widerstand beim Allzeithoch, das der Index im Verlauf des Januars bei rund 25.500 Punkten markierte. Erst wenn der DAX diese Hürde signifikant übersprungen hat, springen die Börsenampeln wieder auf Grün.

Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung. Transaktionskosten, Provisionen und Steuern sind in der Performance des Charts nicht enthalten. Referenzzeitraum: 16.06.2021 bis 16.06.2026, Quelle: comdirect

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Aktien unterliegen Kursschwankungen; damit sind Kursverluste möglich. Bei Wertpapieren, die nicht in Euro notieren, sind zudem Währungsverluste möglich. Auswirkung von Inflation: Grundsätzlich beeinflusst die Entwicklung der Inflationsrate Ihren Anlageerfolg. Ein daraus resultierender Kaufkraftverlust betrifft sowohl die erzielten Erträge als auch Ihr investiertes Kapital. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung. Es handelt sich um die Angabe der Bruttowertentwicklung (siehe „Hinweise zu Chart- und Performanceangaben“). Die Auswahl der Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente dient ausschließlich Informationszwecken und stellt kein Angebot, keine Aufforderung oder Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar. Sie soll lediglich Ihre selbstständige Anlageentscheidung erleichtern und ersetzt keine anleger- und anlagegerechte Beratung. Die Darstellung gibt nicht die Meinung von comdirect – einer Marke der Commerzbank AG – wieder. Darüber hinaus unterliegen die dargestellten Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente keinem Verbot des Handels vor der Veröffentlichung von Anlage- oder Anlagestrategieempfehlungen. Stand: 16.06.2026, Quelle: comdirect.de

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