Symrise: DAX-Aufsteiger mit starken Zahlen

Große Mengen von CBD-Öl-Flaschen in Reihen auf Produktionslinien in einer pharmazeutischen Fabrik.
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Der Duft- und Aromaspezialist Symrise steigerte 2021 Umsatz und Gewinn auf neue Rekordniveaus. Die Aussichten bleiben gut.

Der DAX-Aufsteiger Symrise gehört zu den Weltmarktführern bei Duft- und Geschmacksstoffen. Im Jahr 2021 überzeugte der Konzern mit neuen Umsatz- und Gewinnhochs. Beide Sparten des Unternehmens trugen dazu gleichermaßen bei. Vorstandschef Heinz-Jürgen Bertram sorgt für Kontinuität und führt Symrise bereits seit 13 Jahren. Allerdings ist die Aktie hoch bewertet. Die Aussichten sind zwar gut, aber hohe Rohstoff- und Energiepreise mahnen zur Vorsicht. Bei den Analysten zeigt sich ein gemischtes Bild und wie viele andere DAX-Aufsteiger konsolidierte die Symrise-Aktie nach dem Sprung in die Eliteliga.

Pro Symrise (WKN SYM999)

  • Kontinuierlicher Aufstieg: Die Symrise AG gehört zu den führenden Unternehmen der Duft- und Geschmacks­stoff­industrie. Die Produkte werden weltweit von den bekannten Marken der Parfüm-, Kosmetik- und Nahrungsmittelindustrie eingesetzt. Die starken Umsatz- und Gewinnsteigerungen des Konzerns schlugen sich in Kurssteigerungen nieder. So gelang im September 2021 der Aufstieg in den DAX.
  • Rekordzahlen 2021: Symrise hat im vergangenen Jahr von guten Geschäften rund um Heimtiernahrung und der konjunkturellen Erholung profitiert. Der Umsatz stieg 2021 im Jahresvergleich um 8,7 % auf 3,8 Milliarden Euro. Der operative Gewinn (Ebitda) legte um 9,6 % auf 814 Millionen Euro zu. Auch im 1. Quartal 2022 erreichte der Konzern ein bereinigtes Umsatzwachstum von 8,3 %.
  • Zwei starke Standbeine: Beide Sparten von Symrise entwickelten sich 2021 gut. In der Sparte Taste, Flavor & Nutrition mit Geschmacksstoffen für Lebensmittel und Getränke sowie Inhaltsstoffen für Tierfutter legte der Umsatz um 8,5 % auf rund 2,3 Milliarden Euro zu. Das Segment Scent & Care rund um Düfte und Zusätze für Körperpflege, Kosmetik und Reinigungsmittel wuchs um fast 9 % auf knapp 1,5 Milliarden Euro.
  • Kontinuierliche Führung: Symrise überzeugt die Anleger seit Jahren mit einem kontinuierlichen Wachstumskurs. Das liegt nach Einschätzung von Analysten vor allem an Unternehmenschef Heinz-Jürgen Bertram. Er führt das Unternehmen bereits seit 13 Jahren und hat seinen Vertrag unlängst bis 2025 verlängert.

Contra Symrise (WKN SYM999)

  • Hohe Bewertung: Die Aktie von Symrise war lange eine der performancestärksten Aktien am deutschen Markt. Trotz der jüngsten Kursrückgänge ist die Bewertung weiterhin hoch. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis für das Jahr 2022 liegt bei rund 35, die Dividendenrendite trotz regelmäßiger Steigerung der Ausschüttung in den vergangenen Jahren nur bei 1,1 %.
  • Hohe Energiepreise dämpfen den Ausblick: Schon 2021 wurde das Ergebnis von hohen Energie- und Rohstoff­preisen beeinträchtigt. Das dürfte sich angesichts des Krieges in der Ukraine und der hohen Inflation 2022 verschärft fortsetzen. Symrise wäre deshalb im laufenden Jahr schon mit einem Umsatzplus von 5 % bis 7 % und einer operativen Marge von 21 % zufrieden, 0,3 Prozentpunkte weniger als 2021.
  • Gemischte Noten bei den Experten: Die Analysten schätzen die Aktie von Symrise aktuell differenziert ein. Von 15 Urteilen lauten zurzeit acht auf „Kaufen“. Allerdings raten auch sechs Experten zum „Halten“ und einer empfiehlt den „Verkauf“. Der comdirect Analystenscore liegt damit nur bei 47 %.
  • Kursdelle nach dem DAX-Aufstieg: Wie viele andere DAX-Aufsteiger kam auch Symrise nach dem Sprung in den Auswahlindex unter Druck. Beim immer noch hoch bewerteten Parfümstoff-Spezialisten nahmen einige Anleger die seit Jahren aufgelaufenen Kursgewinne mit.

Über Symrise

1874 entwickelte Wilhelm Haarmann im niedersächsischen Holzminden ein Verfahren zur synthetischen Herstellung von Vanillin. Das Unternehmen Haarmann’s Vanillinfabrik produzierte zudem bald synthetische Duftstoffe wie Salicylaldehyd, der noch heute in der pharmazeutischen und chemischen Industrie eingesetzt wird. 1953 übernahm die Bayer AG das Familienunternehmen, das jedoch operativ selbstständig blieb. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts expandierte Haarmann durch Kauf von Produktions­anlagen und Unternehmen in Europa und den USA. Mit der vollsynthetisch-industriellen Herstellung von Menthol im Jahr 1973 wurde die Produktion von Minz-Stoffen ein neuer Schwerpunkt. 2002 schließlich übernahm die schwedische Wallenberg-Gruppe die Traditionsfirma und eine Beteiligung beim Holzmindener Konkurrenz­unternehmen Dragoco. Beide Unternehmen wurden 2003 zu Symrise zusammengeführt.

Das Unternehmen hat zwei große Geschäftsbereiche: Taste, Flavor & Nutrition sowie Scent & Care. Im Geschäftsbereich Taste, Flavor und Nutrition entwickelt, produziert und vertreibt Symrise Geschmacks­stoffe, die von den Kunden zur Herstellung von Nahrungsmitteln und Getränken genutzt werden. Im Geschäftsbereich Scent & Care bietet Symrise Duftstoffe, Mintaromen, kosmetische Inhaltsstoffe, Riechstoffe und entsprechende Applikationsverfahren. Sie werden bei der Herstellung von Parfüms, Körperpflegeprodukten, kosmetischen Produkten, Zahnpflegeprodukten oder Reinigungs- und Waschmitteln verwendet. Insgesamt bietet Symrise rund 30.000 Produkte an und hat mehr als 6.000 Kunden aus der Industrie.

Nach dem Börsengang im Jahr 2006 schaffte Symrise ein Jahr später den Aufstieg in den MDAX. Seitdem entwickelten sich die Geschäfte und der Aktienkurs gut. Mit mehr als 10.000 Mitarbeitern und einem Umsatz von fast vier Milliarden Euro gehörte das Unternehmen schon seit geraumer Zeit zu den Aufstiegskandidaten in den DAX. Im Zuge der Aufstockung des DAX auf 40 Werte im September 2021 gelang der Sprung. Mit einer Marktkapitalisierung von knapp 15 Milliarden Euro gehört das Unternehmen aus Holzminden zu den größeren Neuzugängen und ist aktuell nicht vom Abstieg bedroht.

Aktien unterliegen Kursschwankungen; damit sind Kursverluste möglich. Bei Wertpapieren, die nicht in Euro notieren, sind zudem Währungsverluste möglich. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung. Die Auswahl der Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente dient ausschließlich Informationszwecken und stellt kein Angebot, keine Aufforderung oder Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar. Sie soll lediglich Ihre selbstständige Anlageentscheidung erleichtern und ersetzt keine anleger‐ und anlagegerechte Beratung. Bei den hier dargestellten Informationen und Wertungen handelt es sich um eine Werbemitteilung, die nicht den gesetzlichen Anforderungen zur Gewährleistung der Unvoreingenommenheit einer Anlageempfehlung oder Anlagestrategieempfehlung genügt. Die Darstellung gibt nicht die Meinung von comdirect – einer Marke der Commerzbank AG – wieder. Darüber hinaus unterliegen die dargestellten Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente keinem Verbot des Handels vor der Veröffentlichung von Anlage‐ oder Anlagestrategieempfehlungen. Der comdirect Analystenscore errechnet sich aus der Gesamtzahl der Analysten, die diese Aktie bewerten. Die negativen Einschätzungen (Verkaufen) werden von den positiven (Kaufen) subtrahiert und das Ergebnis durch die Gesamtzahl aller Einschätzungen (Kaufen, Halten, Verkaufen) dividiert. Diese Zahl wird mit 100 multipliziert, um den Prozentwert darzustellen. Stand: 08.06.2022; Quelle: comdirect.de