StayHigh-Optionsscheine Nur etwas für Experten

StayHigh-Optionsscheine: Gewinne trotz Stillstand möglich
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Mit StayHigh-Optionsscheinen sind ordentliche Gewinne möglich, aber eben auch der Totalverlust des eingesetzten Kapitals.

Für Aktienanleger war das vergangene Jahr eine wahre Freude und trotz diverser ungelöster Probleme ist auch das neue Jahr gut angelaufen. Selbst die Ausbreitung des Coronavirus konnte DAX und Dow bisher kaum etwas anhaben. Die weltweiten Aktienmärkte scheinen sich derzeit somit in einer relativ robusten Verfassung zu befinden. Gleichzeitig haben sich die Bewertungen in den zurückliegenden Monaten deutlich erhöht, obwohl Gewinne und Gewinnerwartungen der Unternehmen der Kursentwicklung nicht folgen konnten. Statt ausschließlich auf weiter steigende Preise zu setzen, kann deshalb ein Blick auf Produkte lohnen, mit denen sich bereits bei stagnierenden Kursen Gewinne erzielen lassen – sogenannte StayHigh-Optionsscheine.

Höhere Renditen, steigendes Risiko

Eine positive Wertentwicklung von StayHigh-Optionsscheinen ist daran gekoppelt, dass der Kurs des Basiswertes eine vorab festgelegte Barriere (K.-o.-Level) während des gesamten Beobachtungszeitraums niemals berührt oder unterschreitet. In diesem Fall erhalten ihre Besitzer bei Fälligkeit den festen Rückzahlungsbetrag von zehn Euro pro Schein ausgezahlt. Wird die Knock-out-Schwelle dagegen auch nur ein einziges Mal verletzt, verfallen die Derivate wertlos. Der Emittent zahlt dann einen Restwert von 0,001 Euro aus, was dem Totalverlust des eingesetzten Kapitals gleichkommt. Der Abstand zur Barriere sollte deshalb keineswegs zu knapp gewählt werden, empfiehlt Stefano Angioni, Derivate-Spezialist von der Société Générale. „Dies gilt umso mehr, als sich auf Sicht weniger Monate auch dann noch zweistellige Renditechancen ergeben können.“

So bringt es ein StayHigh-Optionsschein (WKN SR4KSG) bei einem aktuellen Briefkurs von 9,04 Euro beispielsweise auf Zugewinne von 10,6 %, wenn der DAX bis zum 19.06.2020 niemals die Marke von 11.800 Punkten berührt oder unterschreitet. Spekulativer gesinnte Investoren können bei gleicher Fälligkeit auch Barrieren von 12.000 (WKN SR5XR8) oder 12.200 Punkten (WKN SR5XSA) wählen. Dann steigen die Gewinnchancen auf 13,6 bzw. 17,8 % an – bei zunehmend erhöhtem Risiko eines Totalverlusts.

Anlageerfolg bei Stagnation

„Grundsätzlich verfolgen Investoren, die zu StayHighs greifen, eine defensivere Anlagestrategie als Käufer klassischer Call-Optionsscheine mit gleichem Basispreis“, sagt Angioni. „Schließlich muss der Kurs des Underlyings nicht unbedingt ansteigen, um einen Anlageerfolg zu erzielen, sondern lediglich auf dem gleichen Niveau verharren – dies allerdings kontinuierlich.“ Während der Wert klassischer Calls im Zeitablauf fällt, da die Wahrscheinlichkeit des Erreichens eines beliebigen Zielkurses bei ansonsten unveränderten Bedingungen sinkt, steigt der Preis eines StayHigh-Optionsscheins mit jedem Tag ohne Kursbewegungen des Basiswertes an.

StayLow für Pessimisten

Stay-Optionsscheine auf Aktienindizes, Rohstoffe oder auch Einzeltitel gibt es nicht nur in der Long-, sondern auch in der Short-Variante. Wenn erfahrene Trader etwa mit einem baldigen Ende der DAX-Hausse rechnen, können Sie z. B. darauf spekulieren, dass der Deutsche Aktienindex die Marke von 14.800 Zählern in den kommenden vier Monaten zu keinem Zeitpunkt berühren oder überschreiten wird (WKN SR1HVE). Dieser Wert liegt immerhin mehr als 1.000 Punkte über dem aktuellen Kurs. Sollte die Spekulation aufgehen, ergäbe sich ein Zugewinn von 17,4 % bzw. eine aufs Jahr umgerechnete Rendite von etwas über 50 %. Setzt der DAX jedoch seinen Höhenflug bis zur 14.800-Punkte-Marke fort, ist das eingesetzte Kapital verloren.

StayHigh- und StayLow-Optionsscheine unterliegen Kursschwankungen. Damit sind Kursverluste bis hin zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals möglich. Dieser tritt bereits ein, wenn der Kurs des Basiswertes die Barriere während der Laufzeit nur einmal berührt oder unter- (StayHigh) bzw. überschreitet (StayLow). Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung. Bei StayHigh- und StayLow-Optionsscheinen besteht als Schuldverschreibung zudem ein Emittentenrisiko. Bei Zahlungsunfähigkeit des Emittenten können Verluste bis hin zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals eintreten. Die Auswahl der Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente dient ausschließlich Informationszwecken und stellt kein Angebot, keine Aufforderung oder Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar. Sie soll lediglich Ihre selbstständige Anlageentscheidung erleichtern und ersetzt keine anleger‐ und anlagegerechte Beratung. Bei den hier dargestellten Informationen und Wertungen handelt es sich um eine Werbemitteilung, die nicht den gesetzlichen Anforderungen zur Gewährleistung der Unvoreingenommenheit einer Anlageempfehlung oder Anlagestrategieempfehlung genügt. Die Darstellung gibt nicht die Meinung von comdirect wieder. Darüber hinaus unterliegen die dargestellten Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente keinem Verbot des Handels vor der Veröffentlichung von Anlage‐ oder Anlagestrategieempfehlungen. Stand: 19.02.2020; Quelle: comdirect.de