Investieren Starinvestor Buffett regelt seine Nachfolge

Warren Buffett
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Greg Abel soll der neue Chef von Berkshire Hathaway und damit Nachfolger des legendären Warren Buffett werden. Noch aber ist der Altmeister am Ruder.

Warren Buffett rief und Zehntausende Anleger konnten in diesem Jahr erneut nicht folgen: Im Mai fuhr die Investmentlegende Warren Buffett sogar zu seinem Kompagnon Charlie Munger nach Los Angeles, um von dort die Hauptversammlung von Berkshire Hathaway online abzuhalten. Und diese Hauptversammlung hatte einiges zu bieten. Denn ganz am Rande ließ Charlie Munger einen Nebensatz fallen, der für großen Wirbel sorgte: „Greg wird diese Unternehmenskultur beibehalten.“ War es ein Versprecher oder eine Ansage durch die Blume? Buffett jedenfalls klärte am nächsten Tag deutlich die Frage seiner Nachfolge. Der langjährige Spitzenmanager Greg Abel wird somit zum CEO von Berkshire Hathaway – wenn Warren Buffett sich dereinst zurückziehen wird. „Damit setzt Berkshire Hathaway auf geballte Erfahrung“, sagt Frank Fischer, Chief Investment Officer der Frankfurter Shareholder Value Management. Abel ist seit 2000 in verschiedenen Führungspositionen für Berkshire aktiv.

Noch aber ist es nicht so weit: Buffett ist mit 90 Jahren der älteste CEO eines großen Unternehmens in den Vereinigten Staaten. Er leitet das Unternehmen seit 1965. Im vergangenen Jahr wurde die Kritik an ihm mal wieder lauter. Denn in der Corona-Virus-Krise profitierten von der Erholung nach dem Kurssturz im Frühjahr 2020 zunächst vor allem Technologieaktien. Diese Werte hat Buffett traditionell weniger stark gewichtet. Auf lange Sicht allerdings hat Berkshire Hathaway (WKN A0YJQ2) bisher den S&P-500-Index deutlich übertroffen. Aber auch kurzfristig stimmt die Performance wieder, denn konjunkturabhängige Industrie- und Finanzwerte haben zuletzt aufgeholt und damit auch die Aktie von Berkshire Hathaway auf neue Rekordhöhen getrieben.

Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung. Transaktionskosten, Provisionen und Steuern sind in der Performance des Charts nicht enthalten. Referenzzeitraum: 11.08.2016 bis 11.08.2021, Quelle: comdirect

Sollte der Kopf von Berkshire Hathaway ausgetauscht werden, wird das gleichwohl ein Test für die Beständigkeit seines Geschäftsmodells mit rund 90 eigenen Unternehmen und zahlreichen Beteiligungen sein. Statt Beteiligungsgesellschaften und Konglomeraten stehen aktuell eher fokussierte Konzerne im Fokus der Investoren, zum Beispiel Apple. Für Buffett ist der iPhone-Konzern schon seit Langem die wichtigste Börsenbeteiligung und einer der vier Pfeiler des Erfolgs von Berkshire Hathaway, die er in seinem diesjährigen Brief an die Aktionäre aufgelistet hat. Auf Platz eins siedelt Buffett das Versicherungsgeschäft mit der wichtigen Marke Geico an. Dahinter folgt mit Burlington Northern Santa Fe die Eisenbahn-Sparte mit dem Fokus auf den Güterverkehr. Auf dem dritten Rang kommt dann die große Apple-Position, die derzeit einen Marktwert von rund 112 Milliarden US-Dollar hat. Auf Platz vier folgt Berkshire Hathaway Energy, die Versorger-Sparte des Unternehmens. Hier ist derzeit noch Greg Abel Vorstandschef, der designierte Nachfolger von Buffett.

Neun von zehn Unternehmen aus den USA

Neben den vier Pfeilern schauen viele Investoren auf die großen Aktienbeteiligungen von Berkshire Hathaway. Mit Abschluss des ersten Quartals zum 30.03.2021 war Apple (WKN 865985) weiterhin bei Weitem die größte Position mit einem Gesamtwert von rund 112 Milliarden Dollar. Das entspricht einem Anteil von 5,4 % an Apple. Mit annähernd 45 Milliarden Dollar Marktwert folgt dann die Bank of America (WKN 858388). American Express (WKN 850226) rangiert mit 25 Milliarden Dollar auf Platz drei der größten Aktienpositionen von Berkshire Hathaway. Unter den zehn größten Aktienpositionen folgen weitere bekannte Namen wie Coca-Cola (WKN 850663), Verizon Communications (WKN 868402) oder auch U.S. Bancorp (WKN 917523). Erst auf Platz neun folgt dann mit BYD (WKN A0M4W9) das erste Nicht-US-Unternehmen. Dabei macht die Position bei dem chinesischen E-Autoproduzenten knapp 5,5 Milliarden Dollar aus.

Für Berkshire Hathaway ergaben sich in der Corona-Virus-Krise weniger Investmentchancen als in der globalen Finanzkrise 2008/2009. Damals war Warren Buffett mit seiner großen Schatulle so etwas wie der letzte Anlaufpunkt, um kurzfristig liquide Mittel zu bekommen. Selbst Wall-Street-Größen wie Goldman Sachs oder General Electric baten ihn um Unterstützung. Für seine Kriseninvestments erzielt Buffett hervorragende Renditen. 2020 jedoch war die Liquidität bei den Firmen durch großzügige Hilfen der Regierungen gesichert. Gleichzeitig sanken die Bewertungen vieler Firmen nicht so stark, sodass potenzielle Übernahmeziele Buffett zu teuer erschienen. Möglicherweise könnte ein stärkerer Einfluss von Greg Abel frischen Wind bringen. „Charlie Munger hat schon vor Jahren gesagt, dass Abel in einigen sehr wichtigen Funktionen ein besserer Geschäftsmann als Warren Buffett sei“, erklärt Frank Fischer.

Anleger, die dem Altmeister zumindest teilweise nacheifern wollen, können auf ein Zertifikat von Vontobel setzten. Dieses Partizipationszertifikat (WKN VP7WBU) aus dem Jahr 2020 vollzieht die Entwicklung des Basiswertes Solactive Omaha Alpha Index (NTR) nach. Dieser Index enthält 20 Aktien, in die Buffett investiert. Dazu gehören unter anderem Apple, Coca-Cola und Visa (WKN A0NC7B). Wer wegen des unsicheren Zeitpunkts des Führungswechsels aktuell nicht auf die Berkshire-Hathaway-Aktie selbst setzen möchte, hat durchaus Alternativen. Dazu gehören Value-Investmentfonds wie der ACATIS Value und Dividende – EUR DIS Fonds (WKN A1W9AY), den Fondsmanager Hendrik Leber nach den Prinzipien des Altmeisters managt. Die DWS setzt mit dem DWS Invest CROCI Sectors Plus – LC EUR ACC (WKN DWS2EP) auf ein konzentriertes Portfolio aus rund 30 Value-Aktien. Ein breit anlegender ETF schließlich ist der UBS MSCI EMU Prime Value ETF (WKN A14XG8). Zu den am höchsten gewichteten Werten im ETF gehören Stellantis (WKN A2QL01), Sanofi (WKN 920657) und Allianz (WKN 840400).

Aktien, Fonds, ETF und Partizipationszertifikate unterliegen Kursschwankungen. Bei Wertpapieren, die nicht in Euro notieren, sind zudem Währungsverluste möglich. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung. Bei Partizipations-Zertifikaten besteht als Schuldverschreibung zudem ein Emittentenrisiko. Bei Zahlungsunfähigkeit des Emittenten können Verluste bis hin zum Totalverlust eintreten. Die Auswahl der Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente dient ausschließlich Informationszwecken und stellt kein Angebot, keine Aufforderung oder Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar. Sie soll lediglich Ihre selbstständige Anlageentscheidung erleichtern und ersetzt keine anleger‐ und anlagegerechte Beratung. Allein verbindliche Grundlage des Kaufs bei Fonds sind die derzeit gültigen Verkaufsunterlagen des Fonds („Wesentliche Anlegerinformationen“, Verkaufsprospekt sowie Jahres- und Halbjahresberichte, soweit veröffentlicht). Diese Unterlagen erhalten Sie auf der Fonds-Detailseite unter www.comdirect.de oder direkt beim Emittenten. Bei den hier dargestellten Informationen und Wertungen handelt es sich um eine Werbemitteilung, die nicht den gesetzlichen Anforderungen zur Gewährleistung der Unvoreingenommenheit einer Anlageempfehlung oder Anlagestrategieempfehlung genügt. Die Darstellung gibt nicht die Meinung von comdirect wieder. Darüber hinaus unterliegen die dargestellten Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente keinem Verbot des Handels vor der Veröffentlichung von Anlage‐ oder Anlagestrategieempfehlungen. Stand: 11.08.2021; Quelle: comdirect.de