Starbucks Starker Gewinnsprung

Epsom London UK, Starbucks Coffee Shop
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Umsatz und Gewinn zogen bei Starbucks 2021 wieder deutlich an. Zuletzt schwächelte allerdings das China-Geschäft.

Starbucks ist als Weltmarktführer im Kaffeebar-Geschäft weltweit präsent. Im vierten Quartal des gebrochenen Geschäftsjahres 2021 (zum 03.10.2021) zogen Umsatz und Gewinn im Vergleich zum Vorjahreszeitraum deutlich an. Besonders erfreulich entwickelte sich das Geschäft im wichtigen Heimatmarkt USA. Die Marke Starbucks ist hoch angesehen. Allerdings wurde im abgelaufenen Geschäftsjahr 2021 trotz der starken Verbesserungen das Rekordergebnis des Jahres 2018 knapp verfehlt. In der wichtigen Region China gingen die flächenbereinigten Umsätze pandemiebedingt zurück. Die Aktie ist nach dem Wiederaufschwung überdurchschnittlich hoch bewertet. Und im anlaufenden Winter könnte es wieder gewisse Einschränkungen im Geschäft geben.

Pro Starbucks (WKN 884437)

  • Internationaler Kaffee-Gigant: Starbucks hat sich binnen 50 Jahren von einem kleinen Einzelhändler zu einem internationalen Kaffeegiganten und Weltmarktführer entwickelt. Der Konzern ist in rund 60 Ländern weltweit mit annähernd 34.000 Filialen vertreten und beschäftigt rund 350.000 Mitarbeiter in eigenen Röstereien und Kaffeebars.
  • Starker Gewinnanstieg: Das vierte Quartal des gebrochenen Geschäftsjahres 2021 (zum 3. Oktober) brachte Starbucks ein starkes Ergebnis. Der Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 31 % auf 8,1 Milliarden US-Dollar. Der Betriebsgewinn legte gegenüber dem Vorjahresquartal sogar um 165 % auf 1,5 Milliarden US-Dollar zu.
  • Deutliches Plus im Heimatmarkt: Nordamerika macht immer noch rund 75 % des Umsatzes von Starbucks aus. Hier liefen die Geschäfte im vierten Quartal dank der abnehmenden Pandemie-Einschränkungen überdurchschnittlich gut. Der Umsatz zog um fast 37 % auf 5,76 Milliarden US-Dollar an, der operative Gewinn um knapp 150 % auf 1,25 Milliarden US-Dollar.
  • Starke Marke: Starbucks ist als globale Marke im Fast-Food-Sektor unangefochten. Seit Jahren belegt der Konzern im jährlichen Ranking der US-Marktforscher Millward Brown den zweiten Platz hinter dem Giganten McDonald’s. Mit 47 Milliarden US-Dollar lag der Markenwert von Starbucks im Jahr 2020 mehr als doppelt so hoch wie der der nächstplatzierten Subway und KFC.

Contra Starbucks (WKN 884437)

  • Rekordergebnis verfehlt: Im Jahr 2020 gingen Umsätze und Ergebnis bei Starbucks deutlich zurück. Mit einem Gewinn von knapp 100 Millionen US-Dollar schrammte der Konzern nur knapp an den roten Zahlen vorbei. Im Gesamtjahr 2021 ging es zwar deutlich aufwärts. Aber der Rekordgewinn von über 4,5 Milliarden US-Dollar aus dem Jahr 2018 wurde mit 4,2 Milliarden US-Dollar knapp verfehlt.
  • Rückkehr des Virus in China: Während Starbucks fast rund um den Globus von der anhaltenden Erholung profitierte, sorgte eine neue Corona-Welle in China für regionale Lockdowns. Das führte im wichtigsten Wachstumsmarkt von Starbucks (mehr als 5.000 Kaffeebars) zu einem Rückgang des flächenbereinigten Absatzes um 7 %.
  • Hohe Bewertung: Die Starbucks-Aktie ist angesichts der Kurssteigerungen der vergangenen Jahre hoch bewertet. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis für das Jahr 2021 liegt aktuell bei rund 35. Die Ausschüttungen sind zwar in den vergangenen zehn Jahren stetig gestiegen. Gleichwohl liegt die Dividendenrendite nur bei rund 1,6 %.
  • Corona im Winter: Zwar dürften die Geschäftszahlen auch im Winter besser als im Vorjahr ausfallen, weil mit flächendeckenden Lockdowns nicht mehr zu rechnen ist. Dennoch werden die Inzidenzen in der kalten Jahreszeit voraussichtlich wieder steigen und könnten das Geschäft beeinträchtigten. Mit Umsatzzahlen wie vor der Krise kann im Winter kaum gerechnet werden.

Über Starbucks

Starbucks wurde im Jahr 1971 in Seattle von drei Kaffee-Connaisseuren als Einzelhandelsgeschäft für Kaffee, Tee und Gewürze gegründet. Den Namen wählten die Gründungspartner nach dem Steuermann Starbuck aus dem Roman „Moby Dick“. 1982 übernahm Howard Schultz die Vermarktung und entwickelte das heute weltweit bekannte Kaffeebar-Konzept. Fünf Jahre später kaufte Schultz das Unternehmen und startete auf der Basis von 11 Bars. Schon 1995 gab es in den USA annähernd 700 Starbucks-Kaffeebars. 1996 begann die internationale Expansion in Asien; zunächst mit ersten Filialen in Japan und Singapur, dann auch in weiteren Ländern Asiens und Europas. Inzwischen ist Starbucks in rund 60 Ländern weltweit mit annähernd 34.000 Filialen vertreten und beschäftigt rund 350.000 Mitarbeiter in eigenen Röstereien und Kaffeebars. 2018 griff Starbucks auch im umkämpften Kaffeemarkt Italien mit einer zweiten europäischen Rösterei (neben Amsterdam) und eigenen Filialen an.

Das Starbucks-Konzept ähnelt sich weltweit stark. Die Kaffeebars verkaufen neben frisch gerösteten Kaffeegetränken auch kalte Mixgetränke und Fruchtsäfte sowie Backwaren wie Muffins. Dazu kommen regionale Spezialitäten und einfache Speisen. Zudem gibt es ein Sortiment an Zubehörprodukten wie Tassen und Trinkbehälter sowie das eigene Kaffeemaschinensystem Verismo. Mit entsprechenden Pads können Starbucks-Liebhaber ihre Lieblingsgetränke auch zu Hause brühen. Die weltweiten Vermarktungsrechte für Bohnen und gemahlenen Kaffee verkaufte Starbucks 2018 für über sieben Milliarden Dollar an den Schweizer Lebensmittelgiganten Nestlé. Ausgenommen davon sind jedoch Getränke und der Verkauf von Produkten in Starbucks-Cafés.

Schon im Jahr 1992 ging Starbucks an die Börse, um die weltweite Expansion finanzieren zu können. Seither notiert die Aktie an der NASDAQ und ist inzwischen im renommierten NASDAQ 100. Im vom Corona-Virus verhagelten Geschäftsjahr 2020 ging der Gewinn des Unternehmens deutlich zurück und auch der Aktienkurs litt zwischenzeitlich stark. Inzwischen konnten jedoch die alten Höchstkurse wieder überschritten werden und die Marktkapitalisierung des Konzerns liegt umgerechnet bei knapp 120 Milliarden Euro.

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