Spotify Nummer eins im Audio-Streaming

Frau benutzt ein Smartphone auf einem Holzschreibtisch. Das Smartphone ist ein iPhone 6 plus mit Spotify-Applikation.
© hocus-focus via Getty Images/iStockphoto

Spotify steigert auch in der Corona-Pandemie den Umsatz. Konstante Gewinne werden jedoch noch nicht erzielt.

Icon Gluehbirne

Natürlich finden Sie auch unsere comdirect-Podcasts im Angebot bei Spotify. Zum Beispiel unseren Börsenpodcast „com’on“ oder unseren neuen Podcast für Finanzeinsteiger „Wir waren Detektive – Fiction & Facts für Krimifans“.

Die schwedische Spotify Technology ist der weltweit größte Anbieter von Audio-Streaming. Auch im Jahr 2020 hält das Umsatzwachstum an. Mit neuen Kooperationen, der Ausdehnung auf neue Märkte und einem verstärkten Fokus auf Podcasts will Spotify seine Marke ausbauen. Bei den Analysten steht das Unternehmen auf Kauf. Allerdings hat Spotify noch keine nachhaltigen Gewinne erzielt. Die Corona-Pandemie beeinträchtigt das Geschäft, sodass die Jahresprognose gesenkt wurde. Die Aktie ist angesichts fehlender Gewinne und Dividenden ambitioniert bewertet. Insbesondere die Tech-Giganten verfügen über nahezu unbegrenzte Mittel, um Spotify Konkurrenz zu machen.

Pro (WKN A2JEGN)

  • Breites Angebot: Spotify ging 2008 auf den Markt und ist heute der weltgrößte Audio-Streamingdienst. Das schwedische Unternehmen bietet in Kooperation mit den größten Plattenlabels der Welt knapp 300 Millionen Kunden in mittlerweile 92 Ländern über 60 Millionen Musiktitel und rund 1,5 Millionen Podcasts an. Zur Wahl stehen Abonnementmodelle oder ein Gratisservice, der durch Werbung finanziert wird.
  • Anhaltendes Wachstum: Auch in der Corona-Zeit ist Spotify gewachsen. Die Zahl der zahlenden Abo-Kunden stieg von April bis Juni von 130 auf 138 Millionen und damit stärker als erwartet. Inklusive der Gratisversion hatte Spotify zuletzt 299 Millionen aktive Nutzer. Der Quartalsumsatz legte im zweiten Quartal im Vergleich zum Vorjahresquartal um 13 % auf 1,89 Milliarden Euro zu.
  • Neue Kooperationen und Märkte: Spotify bleibt aktiv. Zuletzt einigte sich das Unternehmen mit der Universal Music Group auf eine mehrjährige globale Lizenzvereinbarung. Im Juli führte Spotify seinen Service in 13 neuen Märkten in Osteuropa ein, unter anderem in Russland. Gleichzeitig wird das Podcast-Angebot zügig ausgebaut, unter anderem mit einem exklusiven Podcast von Michelle Obama.
  • Positiv gestimmte Experten: Die Analysten im comdirect Analystenranking haben Spotify noch nicht besonders intensiv im Blick. Nur zwei geben eine Bewertung ab. Sie lauten beide auf „Kaufen“.

Contra (WKN A2JEGN)

  • Deutliche Verluste: Spotify kämpft um schwarze Zahlen. Nach einem Gewinn von einer Million Euro im Vorjahreszeitraum fiel im zweiten Quartal 2020 ein Verlust von 356 Millionen Euro an. Ein Grund waren höhere Steuerzahlungen auf Mitarbeiteraktien, deren Wert durch den Kursanstieg deutlich gestiegen war. Zudem fielen die Werbeerlöse aus der Gratisversion im Jahresvergleich um gut ein Fünftel auf 131 Millionen Euro.
  • Gesenkte Jahresprognose: Die Corona-Krise bremst im laufenden Jahr das Wachstum von Spotify. Das Unternehmen nahm daher bereits die Umsatzprognose zurück. Für 2020 rechnet Spotify nur noch mit einem Umsatz von 7,65 bis 8,05 Milliarden Euro. Am Jahresanfang hatte die Spanne noch bei 8,08 bis 8,48 Milliarden Euro gelegen. Der Abo-Stamm soll gleichwohl bis Jahresende auf 153 Millionen steigen.
  • Hohe Bewertung: Nachhaltige Gewinne oder gar Dividenden hat Spotify bisher noch nicht geliefert. Daran gemessen ist die Bewertung des Unternehmens hoch. Nach dem starken Kursanstieg in diesem Jahr gehört der Streamingdienst mit einer Marktkapitalisierung von 41 Milliarden US-Dollar zu den höchstbewerteten Aktien Skandinaviens. Der Börsenwert liegt rund fünfmal so hoch wie der voraussichtliche Jahresumsatz 2020.
  • Harte Konkurrenz: Wie im Videobereich gibt es auch im Audio-Streaming massive Konkurrenz. Neben Spezialisten wie Deezer oder Soundcloud muss sich Platzhirsch Spotify auch im Wettbewerb mit den Giganten Amazon, Youtube, Google und Apple bewähren. Sie können jederzeit viel Kapital in Programme investieren, um Spotify Kunden abzujagen.

Über Spotify Technology

Spotify wurde 2006 in Stockholm von Daniel Ek und Martin Lorentzon gegründet. Nach den juristisch umstrittenen Erfolgen von Sharing-Plattformen wie Napster um die Jahrtausendwende wollten die Initiatoren Musik in einem legalen Streamingdienst zur Verfügung stellen. Sie setzten darauf, dass der lineare Konsum von Medieninhalten abnimmt und dafür der Medienkonsum auf Abruf gewinnt. Nach Verhandlungen mit den großen Musiklabels ging Spotify im Jahr 2008 an den Start, in Deutschland ist Spotify seit 2012 verfügbar.

Alle angebotenen Musikstücke von Spotify werden von Musiklabels zur Verfügung gestellt und von diesen lizenziert. Spotify-Nutzer können den gesamten Musikkatalog durchsuchen, Wiedergabelisten erstellen und sie mit anderen Nutzern teilen. Die Lizenzgebühren finanziert Spotify über zwei Wege: Entweder bezahlen Kunden ihr Konto mit einem Abonnement. Die Preise in Deutschland liegen zwischen 4,99 Euro für ein Abonnement für Studenten und 14,99 für ein Familienabonnement. Eine Alternative ist die gebührenfreie Version, bei der Kunden Werbung akzeptieren müssen.

Inzwischen bietet Spotify in 92 Ländern über 60 Millionen Musikstücke zum Streaming an. Die drei Künstler, die am häufigsten abgerufen wurden, sind der britische Sänger Ed Sheeran sowie die beiden Kanadier Justin Bieber und Drake. Einen zunehmend größeren Anteil am Programm machen Podcasts aus. Rund 1,5 Millionen Podcasts stehen inzwischen zum Abruf bereit. Spotify setzt dabei auf bekannte und prominente Podcast-Produzenten und Podcast-Gastgeber. Im Juli 2020 konnte etwa Michelle Obama gewonnen werden.

Im April 2018 ging Spotify an die New Yorker Börse. Dabei gaben die Altaktionäre im Rahmen einer Direktplatzierung einen Teil ihrer Aktien ab. Der Börsengang war nach Alibaba, Facebook, Snapchat und Google der bis dahin fünftgrößte einer Technologiefirma. Der indikative Verkaufspreis von 132 US-Dollar wurde schon am ersten Handelstag deutlich überschritten. Heute liegt der Börsenkurs etwa doppelt so hoch. Spotify gehört damit zu den am höchsten bewerteten Unternehmen Schwedens.

Aktien unterliegen Kursschwankungen; damit sind Kursverluste möglich. Bei Wertpapieren, die nicht in Euro notieren, sind zudem Währungsverluste möglich. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung. Die Auswahl der Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente dient ausschließlich Informationszwecken und stellt kein Angebot, keine Aufforderung oder Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar. Sie soll lediglich Ihre selbstständige Anlageentscheidung erleichtern und ersetzt keine anleger‐ und anlagegerechte Beratung. Bei den hier dargestellten Informationen und Wertungen handelt es sich um eine Werbemitteilung, die nicht den gesetzlichen Anforderungen zur Gewährleistung der Unvoreingenommenheit einer Anlageempfehlung oder Anlagestrategieempfehlung genügt. Die Darstellung gibt nicht die Meinung von comdirect wieder. Darüber hinaus unterliegen die dargestellten Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente keinem Verbot des Handels vor der Veröffentlichung von Anlage‐ oder Anlagestrategieempfehlungen. Der comdirect Analystenscore berechnet sich aus der Gesamtzahl der Analysten, die diese Aktie bewerten. Die negativen Einschätzungen (Verkaufen) werden von den positiven (Kaufen) subtrahiert und das Ergebnis durch die Gesamtzahl aller Einschätzungen (Kaufen, Halten, Verkaufen) dividiert. Diese Zahl wird mit 100 multipliziert, um den Prozentwert darzustellen. Stand: 21.10.2020; Quelle: comdirect.de