- SpaceX bietet eine einzigartige Kombination aus Raumfahrt, Satelliten und KI.
- Die Aktie hat schon in den ersten 3 Monaten an der Börse erheblich geschwankt.
- Der unberechenbare Gründer Elon Musk hält weiterhin die Mehrheit der Stimmrechte.
Pro SpaceX
(WKN A42D4F)
- Sonderstatus:
SpaceX ging im Juni 2026 an die Börse und machte seinen Gründer Elon Musk zwischenzeitlich zum ersten Billionär der Welt. Das Unternehmen bietet eine einzigartige Kombination aus Raumfahrt, Satelliten, sozialem Netzwerk und künstlicher Intelligenz. Langfristiges Ziel sind bemannte Expeditionen zum Mond und zum Planenten Mars. - Starkes Umsatzwachstum:
Im 2. Quartal dieses Jahres erzielte SpaceX einen Umsatz von rund 7,8 Milliarden US-Dollar. Die Erlöse lagen damit um rund 92 % über dem Vorjahreswert. Der Nettoverlust des Konzerns konnte gegenüber dem Vorjahr nahezu halbiert werden und lag bei 540 Millionen US-Dollar. - Stabile Geschäfte für Starlink:
Umsatz und Gewinne bei SpaceX werden vor allem durch das Segment Connectivity mit der Cashcow Starlink angetrieben, die rund 55 % des Konzernumsatzes beisteuerte. Mit 12 Millionen Abonnenten hat Starlink die Abonnentenzahl gegenüber dem Vorjahr verdoppelt und ist das einzige Segment mit einem positiven operativen Ergebnis. - Optimistische Expertinnen und Experten:
Die Analystinnen und Analysten sind in der Mehrheit optimistisch für die SpaceX-Aktie: Im Moment sehen 6 der 7 der von comdirect veröffentlichten Analysten-Einschätzungen als „Kauf“. Dazu kommt 1 Verkaufsempfehlung. Halteempfehlungen gibt es nicht.
Con SpaceX
(WKN A42D4F)
- Starke Verluste bei xAI:
Das KI-Segment mit xAI, dem sozialen Netzwerk X und der Vermietung von Rechenkapazität wuchs im 2. Quartal mit einem Plus von 247 % mit Abstand am schnellsten. Das operative Ergebnis blieb aber mit einem Verlust von rund 1,3 Milliarden Dollar negativ. Auch die hohen Investitionen von fast 16 Milliarden US-Dollar wurden von Analystinnen und Analysten kritisch gesehen. - Space-Segment von Starlink abhängig:
Das Space-Segment hat im 1. Halbjahr 78 Raketenstarts durchgeführt und dabei gut 1.000 Tonnen Material in den Weltraum gebracht. Der Großteil jedoch wurde für Starlink und damit den eigenen Konzern transportiert. Der Umsatz des Segments stieg „nur“ um 29 %, das operative Ergebnis lag bei minus 542 Millionen Dollar. - Rückschlaggefahr für die Aktie:
Nach dem starken Börsenstart gab die Space-Aktie auch aufgrund von Leerverkäufen zwischenzeitlich um mehr als die Hälfte nach. Die erste Verkaufsmöglichkeit für einige Altinvestoren im August wurde dagegen gut überstanden. An der Volatilität des Papiers dürfte sich aber nicht viel ändern – erst recht, wenn 2027 Elon Musk auch Aktien verkaufen darf. - Abhängigkeit von Elon Musk:
Bei SpaceX entscheidet nur einer – Elon Musk. Er hält mehr als 99 % der sogenannten „Class B“-Aktien, die ein 10-faches Stimmrecht gewähren. An der Börse notieren nur die „Class A“-Aktien mit einfachem Stimmrecht. Anlegerinnen und Anleger liefern sich also den Launen des Gründers aus.
Über SpaceX
SpaceX (Space Exploration Technologies Corporation) wurde im Jahr 2002 von Elon Musk gegründet. SpaceX sollte Raketen und Technologien entwickeln, um den Mars zu kolonialisieren. Im Laufe der Jahre wurde die Firma zu einem wichtigen Versorger der Internationalen Raumstation ISS und löste schon 2017 Arianespace als Marktführer für kommerzielle Satellitenstarts ab. Dank der Wiederverwendung von Raketenteilen konnte SpaceX die Startkosten deutlich reduzieren. Fernziel sind weiterhin bemannte Flüge zum Mond und zum Mars. Mit dem Raumschiff Dragon bringt SpaceX Astronauten der NASA zur ISS, seit 2021 werden auch touristische Raumflüge angeboten.
Zur Finanzierung der Raketenprojekte begann SpaceX 2019 mit dem Aufbau von Starlink, einem Satelliten-Netzwerk. Innerhalb von 2 Jahren wurde SpaceX zum weltgrößten Satellitenhersteller und -betreiber. Aktuell unterhält das Unternehmen fast 11.000 Satelliten und hat rund 12 Millionen Kundinnen und Kunden in mehr als 150 Ländern der Welt. Starlink wird vor allem dort genutzt, wo es keine oder nur schwache Anbindungen an das Internet gibt. Das ukrainische Militär profitiert besonders stark von der Nutzung von Starlink. Im Februar 2026 übernahm SpaceX eine andere Gründung von Elon Musk, das KI-Unternehmen xAI. Der Konzern SpaceX wurde damit zum Betreiber der KI-Dienste Grok und Grokipedia, der KI-Rechenzentren Colossus 1 und Colossus 2 sowie des Netzwerks X, das Musk 2022 (damals noch als „Twitter“) übernommen hatte.
Kurz nach der Übernahme von xAI entschloss sich SpaceX 2026 zum Going-public. Am 12. Juni kamen die „A-Aktien“ mit einfachem Stimmrecht zum Ausgabepreis von 135 US-Dollar an die New Yorker Börse. SpaceX nahm rund 85 Milliarden Dollar ein, der weltweit größte Emissionserlös. Am ersten Börsentag stieg die Aktie auf 150 US-Dollar. Zwischenzeitlich notierte sie über 200 Dollar und machte Elon Musk zum ersten Billionär der Welt. Trotz der Aufnahme in den MSCI-World-Index und in den NASDAQ 100 brach der Börsenkurs danach ein und sackte zwischenzeitlich sogar unter den Ausgabekurs. Die „B-Aktien“ von SpaceX, die ein 10-faches Stimmrecht verbriefen, kamen nicht an die Börse. Elon Musk hält nahezu 100 % dieser B-Aktien.
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