Malerisches Idyllisches Dorf in wunderschöner Lage in Grönland mit bunten Häusern
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© Elizabeth via Adobe Stock

Skandinavische Aktien: Gute Aussichten im hohen Norden

Key Takeaways
  • Skandinavien beeindruckt mit Wirtschafts- und Finanzstärke.
  • Zahlreiche Weltmarktführer stammen aus dem Norden.
  • Neue Technologien und nachhaltige Unternehmen streben nach vorn.

Auch aus kleinen Ländern können große Unternehmen kommen. Das zeigt das Beispiel der dänischen Novo Nordisk. Schon seit Jahren gehörte der Diabetes-Spezialist aus Kopenhagen zu den stärksten europäischen Werten. Dann brachte Novo Nordisk „Wegovy“ auf den Markt. Das Diabetes-Medikament zeigte sich auch als Appetitzügler für Übergewichtige hocheffizient. Spätestens als Tesla-Chef Elon Musk getwittert hatte, wie er dank des Medikaments schlanker und ranker wurde, entstand ein Hype um die Abnehmspritze. Inzwischen ist Wegovy in Deutschland und zahlreichen anderen Ländern zugelassen und spült enorme Gewinne in die Kassen von Novo Nordisk. Der Aktienkurs hob entsprechend ab und die Marktkapitalisierung beträgt mittlerweile über 400 Milliarden Euro. Damit ist Novo Nordisk inzwischen das teuerste Unternehmen Europas.

Stabilität im Norden

Die vier skandinavischen Länder Dänemark, Schweden, Norwegen und Finnland sind trotz eigener Währungen (außer Finnland) dienen oft als Vorbild für Europa. „Sie haben ein überdurchschnittliches Wachstum, ein hohes Bildungsniveau und Pro-Kopf-Einkommen und geringe Staatsverschuldungen“, erklärt Malte Kirchner, Deutschlandchef der größten norwegischen Bank DNB. Kein Wunder, dass die vier skandinavischen Nationen bei den Rating-Agenturen Bestnoten erhalten. Finnland hat ein AA+, die anderen drei wie Deutschland und ganz wenige Staaten weltweit die Bestnote „AAA“. „Zudem punkten die Länder mit Diversifikation und innovativen Geschäftsmodellen“, unterstreicht Kirchner. Das macht sich seit vielen Jahren an der Börse bemerkbar. Der MSCI Nordic mit rund 80 Aktien hat sich seit dem Jahr 2000 annähernd versiebenfacht und damit sogar den zuletzt so gut gelaufenen MSCI World deutlich hinter sich gelassen. „Nur in vier Jahren haben die nordischen Märkte seit 2001 schwächer abgeschnitten als die gesamteuropäischen“, ergänzt Niklas Kristoffersson, Fondsmanager bei Nordea: „Zuletzt jedoch ist die Bewertung zurückgegangen und bietet entsprechende Investmentgelegenheiten.“

Dänemark: Pharmazie und Umwelttechnik

Die skandinavischen Staaten haben jeweils spezifische Stärken. Dänemark ist allen voran mit Novo Nordisk ein starker Pharmazie- und Medizinstandort. Neben nicht an der Börse notierten Unternehmen gehören H. Lundbeck und ALK-Abelló zu den größeren Unternehmen. Bekannt ist Dänemark auch für seine Führungsrolle bei erneuerbaren Energien. Der Windturbinenhersteller Vestas Wind Systems ist seit vielen Jahren weltweit führend bei der Produktion von Windrädern. Zwar sorgten sinkende Umsätze und höhere Fixkosten bei Vestas im ersten Quartal 2024 noch für rote Zahlen. Im Gesamtjahr soll der Umsatz aber auf 16 Milliarden bis 18 Milliarden Euro zulegen. Bei der bereinigten Marge vor Zinsen und Steuern (Ebit) erwartet das Management einen Sprung auf 4 bis 6 %. Einer der wichtigsten Kunden von Vestas ist Oersted. Der Konstrukteur von Windkraftanlagen und Windparks musste allerdings 2023 hohe Abschreibungen aufgrund der Streichung von Projekten in den USA hinnehmen. Unternehmen und Aktionäre hoffen auf mehr Tempo bei der Klimawende.

Schweden: Maschinenbau und Technologie

Im Maschinenbau hat Schweden eine große Tradition. Der Volvo-Konzern ist einer der weltweit größten Hersteller von Lastkraftwagen, Bussen und Baumaschinen und das umsatzstärkste Unternehmen des Landes. Zudem ist Volvo europäischer Marktführer für gepanzerte Fahrzeuge und bei technologischen Verteidigungssystemen. An der Börse noch höher bewertet als Volvo ist Atlas Copco mit seinen Bauausrüstungen, Industriewerkzeugen, Generatoren und der Vakuumtechnik. Sandvik ist als Ingenieursunternehmen auf Werkzeugsysteme für die Metallindustrie und Bergbau spezialisiert. Zudem hat sich in Schweden eine starke Start-up-Szene etabliert. Bekanntestes Unternehmen und Weltmarktführer ist Spotify. Nach einer heftigen Korrektur im Jahr 2022 hat sich der Kurs des Streaming-Dienstes seit Anfang 2023 annähernd vervierfacht. Aktuell warten Anleger auf den Börsengang von Klarna. Der Finanzdienstleister galt vor einiger Zeit noch mit fast 50 Milliarden Euro als Europas wertvollstes Start-up. Inzwischen hat sich die Bewertung reduziert. Aber wenn Klarna 2024 den Börsengang vollzieht, wird es dennoch eines der größten Going-publics weltweit sein.

Norwegen: Öl und Lachs

Norwegen profitiert von der Ölförderung. Der aus den Öleinnahmen gesponserte norwegische Staatsfonds investiert weltweit über eine Billion Euro in Anleihen und vor allem Aktien. Das mit Abstand größte Unternehmen des Landes ist der teilstaatliche und börsennotierte Ölkonzern Equinor. Auch Aker ASA konzentriert sich auf die Exploration, Erschließung und Förderung von Erdöl und Erdgas auf dem norwegischen Kontinentalschelf und profitiert von stabil hohen Erdölpreisen. SalMar gehört zu den weltweit größten Lachsproduzenten, einem der wichtigsten Exportprodukte Norwegens neben Öl und Gas. Tomra Systems schließlich ist dank der Leergutautomaten in Supermärkten ein international bekannter Name. Nach einem langen Kursaufschwung hat der Tomra-Kurs seit 2022 deutlich korrigiert.

Finnland: Rohstoffe und Nokia

Finnland ist dünn besiedelt und im rohstoffnahen Sektor stark. Das weltweit zweitgrößte Forstunternehmen Stora Enso dominiert die europäische Waldbewirtschaftung und die Zelluloseherstellung. Neste ist in der Öl- und Gasverarbeitung aktiv undhat zuletzt von den steigenden Energiepreisen profitiert. Nokia hat sich als einstmals teuerstes Unternehmen Europas zwar aus der Smartphone-Produktion zurückgezogen. Dafür aber ist das Unternehmen weiterhin ein weltweit tätiger Telekommunikationskonzern im Bereich Wifi, Hard- und Software. Besonders wichtig ist Nokias Rolle beim neuen Telekommunikationsstandard 5G. Der Konzern hält 9 % aller Patente für die 5G-Technologie. Wer sich in Sachen 5G nicht auf Huawei oder US-Anbieter verlassen will, kommt an Nokia oder dem schwedischen Konkurrenten Ericsson kaum vorbei. Mit einem KGV 2024 von rund zehn und einer Dividendenrendite von fast 4 % ist Nokia niedrig bewertet.

Breit investieren per Fonds und ETF

Wer die Risiken von Einzelwerten scheut, kann auch per ETF gezielt und breit auf den skandinavischen Markt setzen, zum Beispiel in den MSCI Nordic. Er enthält die rund 80 größten Unternehmen der Region. Der MSCI Nordic ist konzentrierter als der MSCI Europa mit seinen über 400 Werten. Dank der Stärke skandinavischer Aktien, allen voran Novo Nordisk, hat der MSCI Nordic mit einer annähernden Verdoppelung in den vergangenen fünf Jahren den MSCI Europe und den Euro STOXX 50 weit hinter sich gelassen und auch den MSCI World übertroffen. Mit dem Amundi Index Solutions MSCI Nordic UCITS ETF können Anleger in den Index investieren. Er ist aktuell bei comdirect als Top-Preis ETF ohne Ordergebühren im Sparplan erhältlich.

Aktiv gemanagte Fonds auf den skandinavischen Markt werden vor allem von einheimischen Investmenthäusern angeboten. Schon seit über einem Jahrzehnt gibt es etwa den Nordea 1 Nordic Equity Fund – AP und den DNB Fund – Nordic Equities. In beiden Fonds ist Novo Nordisk am höchsten gewichtet. Bertrand Puiffe setzt als Fondsmanager des Fidelity Funds – Nordic Fund – A aktuell auf die Schifffahrtsunternehmen Stolt-Nielsen und Torm. Lebendig ist in Skandinavien auch die Small- und Mid-Cap-Szene. Trotz der zuletzt schwierigen Periode für Nebenwerte hat der Nordea 1 Nordic Equity Small Cap Fund seinen Anteilswert über die vergangenen fünf Jahre nahezu verdoppelt.

Aktien, Fonds und ETFs unterliegen Kursschwankungen. Bei Wertpapieren, die nicht in Euro notieren, sind zudem Währungsverluste möglich. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung Auswirkung von Inflation: Grundsätzlich beeinflusst die Entwicklung der Inflationsrate Ihren Anlageerfolg. Ein daraus resultierender Kaufkraftverlust betrifft sowohl die erzielten Erträge als auch Ihr investiertes Kapital. Die Auswahl der Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente dient ausschließlich Informationszwecken und stellt kein Angebot, keine Aufforderung oder Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar. Sie soll lediglich Ihre selbstständige Anlageentscheidung erleichtern und ersetzt keine anleger‐ und anlagegerechte Beratung. Allein verbindliche Grundlage des Kaufs bei Fonds sind die derzeit gültigen Verkaufsunterlagen des Fonds („Wesentliche Anlegerinformationen“, Verkaufsprospekt sowie Jahres- und Halbjahresberichte, soweit veröffentlicht). Diese Unterlagen erhalten Sie auf der Fonds-Detailseite unter www.comdirect.de oder direkt beim Emittenten. Bei den hier dargestellten Informationen und Wertungen handelt es sich um eine Werbemitteilung, die nicht den gesetzlichen Anforderungen zur Gewährleistung der Unvoreingenommenheit einer Anlageempfehlung oder Anlagestrategieempfehlung genügt. Die Darstellung gibt nicht die Meinung von comdirect – einer Marke der Commerzbank AG – wieder. Darüber hinaus unterliegen die dargestellten Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente keinem Verbot des Handels vor der Veröffentlichung von Anlage‐ oder Anlagestrategieempfehlungen. Stand: 09.07.2024; Quelle: comdirect.de

Heinz-Peter Arndt, Diplomvolkswirt und Diplomjournalist, schreibt seit über 30 Jahren über Konjunktur, Finanzmärkte und private Geldanlage
Heinz-Peter Arndt, Diplomvolkswirt und Diplomjournalist, schreibt seit über 30 Jahren über Konjunktur, Finanzmärkte und private Geldanlage
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Heinz-Peter Arndt
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