Sixt: Mietwagen wieder sehr gefragt

Blick auf eine isolierte Säule mit dem Logo der Firma Sixt rent a car
© Ralf via Adobe Stock

Das Familienunternehmen Sixt ist nach zwei schwierigen Pandemiejahren wieder in der Spur. Umsatz und Gewinn steigen deutlich.

Sixt mischt als Familienunternehmen weltweit im Mietwagen­geschäft mit. Im zweiten Quartal dieses Jahres zogen Umsatz und Gewinn deutlich an. Insbesondere in Südeuropa laufen die Geschäfte wieder hervorragend. Die Analysten sind überzeugt von der Aktie. Allerdings hat Sixt Nachschubprobleme bei Neufahrzeugen. Die Aktie ist nach den jüngsten Kurssteigerungen wieder höher bewertet. Die laufende Konjunkturabschwächung könnte das Geschäft negativ beeinflussen. Zudem hat sich der charismatische Erich Sixt bereits Anfang 2021 aus der Geschäftsleitung zurückgezogen.

Pro Sixt (WKN 723132)

  • Von Pullach in die Welt: Das Familienunternehmen Sixt hat eine mehr als 100-jährige Tradition und gehört zu den Marktführern bei Mobilitätsdienstleistungen. Sixt ist mit rund 6.500 Mitarbeitern in über 100 Ländern präsent. Inklusive der Fahrzeuge der Franchisenehmer und Kooperationspartner hatte das Unternehmen im Geschäftsjahr 2021 durchschnittlich 242.000 Fahrzeuge im Bestand.
  • Kräftige Zuwächse bei Umsatz und Gewinn: Die Erlöse von Sixt legten im zweiten Quartal im Vergleich zum Vorjahr um fast die Hälfte auf rund 744 Millionen Euro zu. Vor Steuern blieben mit 130 Millionen Euro fast zwei Drittel mehr Gewinn als im Vorjahreszeitraum. Das Nachsteuerergebnis stieg um knapp die Hälfte auf nun rund 94 Millionen Euro.
  • Boom in Europa: Wegen des Wegfalls der Corona-Restriktionen boomte das Geschäft von Sixt vor allem in den südeuropäischen Reiseregionen: Gegenüber dem Vorjahr legte der Geschäftsbereich Europa um fast 75 % zu – deutlich stärker als in Deutschland und den USA. Zudem konnten dank der hohen Nachfrage die Preise angehoben werden.
  • Optimistische Experten: Sixt steht bei den Analysten gut da. Von sieben Empfehlungen lauten zurzeit sechs „Kaufen“. Ein einziger Experte plädiert für „Halten“, niemand für „Verkaufen“. Der comdirect Analystenscore liegt bei 86 %.

Contra Sixt (WKN 723132)

  • Investitionsstau wider Willen: Sixt investiert aktuell in den USA und in Kanada, um dort die Marktpräsenz auszubauen. In Europa kämpft der Konzern vor allem mit dem Mangel an Neufahrzeugen, weil die Lieferanten weiterhin Lieferkettenprobleme haben. Zuletzt nahm Sixt daher 44 % weniger Fahrzeuge in Betrieb als im Vorjahreszeitraum.
  • Bewertung gestiegen: Das Kurs-Gewinn-Verhältnis für das Jahr 2022 liegt bei über 15. Nach zwei Jahren Pause hat Sixt zwar im Frühjahr wieder Dividende gezahlt. Die Ausschüttungsquote von 2,4 % liegt aber unter den früheren Werten.
  • Rezession in Sicht: Das Mietwagengeschäft ist stark von der konjunkturellen Entwicklung abhängig. Aufgrund von Inflation und Zinssteigerungen rechnen Ökonomen mit einer empfindlichen Abkühlung. Eine weltweite Rezession würde ebenso wie neue Covid-Maßnahmen den Schwung bei Sixt stoppen.
  • Rückzug von Erich Sixt: Über 50 Jahre hat der charismatische Erich Sixt das Unternehmen geführt. Im Vorjahr übergab der inzwischen über 80-Jährige die Leitung endgültig an seine beiden Söhne. Die Erfahrung und Präsenz nach außen könnten vor allem in Krisensituationen fehlen, auch wenn Erich Sixt als Chef des Aufsichtsrats dem Unternehmen nach wie vor eng verbunden ist.

Über Sixt

Die Wurzeln der heutigen Sixt SE mit Sitz in Pullach bei München gehen mehr als 100 Jahre zurück. Im Jahr 1912 gründete Martin Sixt die Martin Sixt Autofahrten als erste Autovermietung Bayerns – mit einem Fuhrpark von drei Automobilen. Dieser Fuhrpark vergrößerte sich, wurde aber in beiden Weltkriegen von den Streitkräften konfisziert. 1948 gründete Sixt in München ein Taxigeschäft, 1951 dann die Autovermietung Auto Sixt und ab 1967 bot Sixt als erstes deutsches Unternehmen Leasing-Fahrzeuge an. 1969 übernahm Erich Sixt die Führung des Unternehmens. Damals hatte das Unternehmen rund 200 Fahrzeuge, bei seinem Wechsel auf den Aufsichtsratsposten im Jahr 2021 waren es bei Sixt selbst, Kooperationspartnern und Franchisebetrieben insgesamt gut 240.000 Fahrzeuge. Sixt will bis 2030 erreichen, dass rund 70 % seiner Flotte aus Hybriden oder reinen Elektrowagen besteht.

Erich Sixt und seine Frau Regine bauten das Geschäft in den nächsten Jahrzehnten zügig aus. Filialen an deutschen Flughäfen und die Kooperation mit dem US-Autovermieter Budget halfen dabei. 1986 ging Sixt an die Börse. Außerdem begann die Expansion ins Ausland, zunächst in die Schweiz. Ab dem Jahr 1991 wurde sie mit Franchise-Unternehmen in weiteren Ländern Europas fortgesetzt. Inzwischen ist Sixt auch auf dem amerikanischen Kontinent vertreten. Auf dem deutschen Markt wurde Sixt schon in den 1990er-Jahren größter Autovermieter. Zum Erfolg trugen zunehmend auch die frechen Werbeanzeigen bei, mit denen das Unternehmen zahlreiche Preise gewann.

Inzwischen ist Sixt einer der international führenden Anbieter von Dienstleistungen rund um die Mobilität. Dazu gehören Auto- und Nutzfahrzeugvermietung, Carsharing, Fahrdienste, Auto-Abos und Gebrauchtwagenverkäufe. Erich Sixt wechselte nach über 50 Jahren an der Unternehmensspitze 2021 auf den Posten des Aufsichtsrats­chefs. Seitdem leiten seine zwei Söhne das Unternehmen. Einer ihrer ersten Erfolge war der Aufstieg vom SDAX in den MDAX, der im Frühjahr 2022 gelang.

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