Börsenentwicklung Sell in May – oder gerade jetzt nicht?

Mann und Frau mit Masken auf einer Parkbank
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Die Börsenschwäche im Sommer ist statistisch belegt. Aber 2020 könnte die Entwicklung der Corona-Krise alle Regeln überschatten.

Sell in May and go away: „Diese Börsenweisheit ist so simpel und populär wie kaum eine andere – und sie ist einschlägig belegt“, erklärt Dimitri Speck, Handelssystementwickler, Gründer und Geschäftsführer von Seasonax. In den vergangenen 30, 40 oder sogar 50 Jahren haben von den elf wichtigsten Börsenmärkten der Welt nur Hongkong und Indien in den Monaten Mai bis Oktober nennenswerte Renditen erzielt. Sechs Märkte dagegen erwirtschafteten im Durchschnitt rote Zahlen, Deutschland rund minus 1 % pro Jahr, Frankreich sogar mehr als minus 3 %.

Dennoch scheint in diesem Jahr einiges anders. „Sell Ende Februar“ wäre 2020 die ideale Lösung gewesen. Denn einen solchen Einbruch wie im März haben die Märkte noch nie erlebt. Der DAX rutschte binnen vier Wochen um fast 40 % ab, der S&P 500 und der Euro STOXX 50 verloren in ähnlichem Ausmaß. Inzwischen haben die Indizes einen Großteil ihrer Verluste wieder wettgemacht. Die US-Technologiebörse Nasdaq hat zwischenzeitlich sogar ihre alten Höchststände übertroffen.

Corona-Virus-Krise prägt die Märkte

Ohnehin sehen einige Experten die Regel inzwischen skeptisch. „Tatsächlich kam der saisonalen Aktienweisheit früher eine große Bedeutung zu, da zu Jahresbeginn erwirtschaftete Gewinne vor den typischerweise ereignisarmen Sommermonaten eingestrichen wurden, um sich dann erst im Herbst wieder neu zu positionieren“, erklärt Robert Halver, Kapitalmarktstratege der Baader Bank. „Heutzutage jedoch sind die großen Vermögensverwalter im globalen Konkurrenzkampf und angesichts sehr mobiler Kapitalanleger gezwungen, permanent vernünftige Renditen zu erwirtschaften.“

Zudem steht der Markt seit Monaten unter dem Einfluss des Corona-Virus. Steigende Infektionszahlen und der Lockdown trieben Aktien nach unten, Fortschritte bei Medikamenten und zunehmende Lockerungen dagegen katapultierten die Kurse nach oben. Anders als im März haben die Börsen verheerende Wirtschaftsnachrichten eingepreist: „Wer Regenwetter erwartet, kann von tatsächlichen Niederschlägen nicht mehr geschockt werden“, resümiert Halver.

Kommt die konjunkturelle Aufholjagd?

So wird das Jahr 2020 zwar als Jahr mit der gravierendsten Rezession seit dem Zweiten Weltkrieg in die Geschichte eingehen. Die OECD erwartet aktuell einen weltweiten Rückgang um 6 %; in Europa hält Daniel Hartmann, Chefvolkswirt des Asset Managers Bantleon, sogar einen Einbruch von 8 % für wahrscheinlich. Gleichzeitig aber tun Staaten und Notenbanken alles, damit die Wirtschaft nach der Krise wieder in Gang kommt. Weltweit werden zur Rezessionseindämmung insgesamt zweistellige Billionensummen ausgegeben. Zudem sind die Schatullen der Notenbanken weit geöffnet. Das dürfte auf Jahre hinaus so bleiben – und Liquidität en masse war bereits der Treiber der Börsen seit der Finanzkrise 2008. Deshalb sind viele Beobachter bereits deutlich optimistischer als vor zwei Monaten, zumal der Lockdown weltweit gemildert wird. Schon im Mai fuhr die Produktion in Deutschland (wie in vielen anderen Ländern) wieder hoch, im zweiten Halbjahr dürften auch die Investitionen und der Konsum anspringen.

Anhaltende Schwankungen erwartet

Anleger werden in diesem Umfeld die 2020er-Ergebnisse der Unternehmen als Ausrutscher beurteilen und sich bereits auf 2021 ausrichten. Vermögensverwalter Peter E. Huber hält es für möglich, „dass die Aktienkurse weiter in einem viel schnelleren Tempo steigen, als viele dies für möglich halten“. Die Erholung sei bisher vor allem von den Technologieaktien getragen worden, dagegen lägen konjunktursensible Titel wie Auto, Chemie, Banken, Industrie, Rohstoffe und Energie teils immer noch deutlich unter ihren Kursen vom Jahresanfang. Langfristig billigt er ihnen Aufholpotenzial zu. Allerdings könnten sie insbesondere im Spätsommer noch einmal unter Druck geraten. Denn dann werden die Ergebnisse des zweiten Quartals veröffentlicht werden und voraussichtlich gerade in den konjunktursensiblen Branchen verheerend ausfallen. „Diese Periode August und September ist zudem die statistisch schwächste des Börsenjahres“, erklärt Seasonax-Geschäftsführer Dimitri Speck. Gut möglich, dass der negative Saisonalitäten-Effekt im Corona-Jahr 2020 erst im August einsetzt.

Langfristig aufstellen

Nach den extremen, volatilen ersten sechs Börsenmonaten sind an den Märkten also weiterhin starke Schwankungen zu erwarten. Eine gewisse Vorsicht und eine breite Vermögensaufstellung mit Absicherungselementen erscheinen gerade über den Sommer sinnvoll. Diese Strategie müssen Anleger nicht unbedingt selbst umsetzen. Eine Alternative ist die Wahl einer digitalen Vermögensverwaltung wie cominvest. Der Robo-Advisor cominvest ermittelt mit einem Fragenkatalog das Anlageprofil des Kunden und ordnet ihn einer von fünf verschiedenen Anlagestrategien mit unterschiedlichen Rendite/Risiko-Profilen zu – von sehr defensiv („Ertrag“) bis sehr offensiv („Chance“). Diesen Anlageprofilen liegen entsprechende Musterportfolios zugrunde. In regelmäßigen Abständen werden die Musterportfolios vom Algorithmus überprüft und nach einem Gegencheck durch erfahrene Anlageexperten von comdirect an die aktuelle Marktlage angepasst. Schon ab einem Anlagevolumen von 3.000 Euro können Kunden cominvest nutzen. Nach Erreichen der Mindestanlage können Anleger per Sparplan ab 25 Euro weiter Vermögen aufbauen.

Aktien, ETF-Indexfonds und Investmentfonds unterliegen Kursschwankungen; damit sind Kursverluste möglich. Bei Wertpapieren, die nicht in Euro notieren, sind zudem Währungsverluste möglich. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung. Die Auswahl der Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente dient ausschließlich Informationszwecken und stellt kein Angebot, keine Aufforderung oder Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar. Sie soll lediglich Ihre selbstständige Anlageentscheidung erleichtern und ersetzt keine anleger- und anlagegerechte Beratung. Allein verbindliche Grundlage des Kaufs bei Fonds sind die derzeit gültigen Verkaufsunterlagen des Fonds („Wesentliche Anlegerinformationen“, Verkaufsprospekt sowie Jahres- und Halbjahresberichte, soweit veröffentlicht). Diese Unterlagen erhalten Sie auf der Fonds-Detailseite unter www.comdirect.de oder direkt beim Emittenten. Bei den hier dargestellten Informationen und Wertungen handelt es sich um eine Werbemitteilung, die nicht den gesetzlichen Anforderungen zur Gewährleistung der Unvoreingenommenheit einer Anlageempfehlung oder Anlagestrategieempfehlung genügt. Die Darstellung gibt nicht die Meinung von comdirect wieder. Darüber hinaus unterliegen die dargestellten Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente keinem Verbot des Handels vor der Veröffentlichung von Anlage- oder Anlagestrategieempfehlungen. Stand: 08.07.2020; Quelle: comdirect.de