- Stabile politische und wirtschaftliche Verhältnisse sorgen für geringe Volatilität.
- Schweizer Unternehmen sind in vielen Bereichen Weltmarktführer.
- Deutsche Anlegende können auf zusätzliche Währungsgewinne hoffen.
Das Gespenst der Inflation ist nach der Sperrung der Straße von Hormus wieder aufgetaucht. In Deutschland lag die Jahresrate im April bei 2,9 %, in Europa bei 3,2 %. In den USA stieg sie im April sogar auf 3,8 %, den höchsten Wert seit 3 Jahren. Aufgrund der schwindenden Kaufkraft muss US-Präsident Donald Trump bei den November-Wahlen ein Desaster fürchten. Alle Welt schreckt vor dem Inflationsgespenst zurück. Nur ein kleines Land in Europa leistet Widerstand – die Schweiz. Zwar legten wegen der teuren Energie auch in der Alpenrepublik die Preise im April gegenüber dem März um 0,3 % zu. Im Vergleich zum Vorjahr aber betrug der Preisanstieg gerade einmal magere 0,6 %. Die Schweiz steht – wie immer in globalen Krisenzeiten – auch im Jahr 2026 für Stabilität.
Stabile wirtschaftliche und politische Verhältnisse
Nicht nur die Preise sind in der Schweiz stabil, auch der Aktienmarkt gehört seit der Jahrtausendwende zu den schwankungsärmsten der Welt. Dafür gibt es einige Gründe. Die politische Neutralität sorgt für Unabhängigkeit – gerade in Zeiten globaler Streitigkeiten. Die Steuern sind traditionell niedrig. Aber dank Vollbeschäftigung und sparsamer Budgetpolitik hat die Schweiz mit rund 35 % des Bruttoinlandsproduktes (BIP) eine der geringsten Schuldenquoten unter den Industrieländern. Trotz der geringen Größe des Landes gehört der Schweizer Franken zu den wichtigsten Reservewährungen und ist eine der härtesten Währungen der Welt. Die regelmäßigen Aufwertungen machen sich für Anlegerinnen und Anleger außerhalb der Schweiz bezahlt. Gegenüber dem Euro hat der Franken in den vergangenen 15 Jahren nahezu 50 % gewonnen – gleichbedeutend mit Zusatzgewinnen für deutsche Anlegende. Der Trend zur Aufwertung sollte mittelfristig anhalten, meint Jörg Krämer, Chefvolkswirt der Commerzbank: „Die Inflation dürfte weiterhin niedriger ausfallen als in anderen Ländern und die öffentlichen Finanzen sehen erheblich besser aus.“
Globale Champions in der Pharmaindustrie
Schweizer Unternehmen spielen in zahlreichen Branchen weltweit ganz vorne mit. Große Tradition hat im Land der Eidgenossen die Pharmaindustrie. Hier stehen an erster Stelle die Pharmagiganten Novartis und Roche. Neben ihrer stabilen Umsatz- und Gewinnentwicklung punkten sie seit vielen Jahren mit überdurchschnittlichen Dividendenrenditen über 3 %. Novartis konnte im vergangenen Jahr seinen Nettogewinn von 12 auf 14 Milliarden Franken steigern. Zwar sank im 1. Quartal dieses Jahres der Umsatz um 12 %. Im Gesamtjahr soll nach den Konzernplanungen aber dennoch der Vorjahresumsatz von 54,5 Milliarden Franken übertroffen werden. Auch Roche plant in diesem Jahr mit einem Umsatzplus im mittleren 1-stelligen %-Bereich. Der Kerngewinn je Aktie soll sogar im hohen 1-stelligen %-Bereich zulegen. Auch eine Steigerung der Dividende stellt Roche in Aussicht.
Finanzwerte haben auch in der Schweiz kräftig aufgeholt
Bekannt ist die Schweiz auch für ihre Finanzszene, der seit jeher der Status der Neutralität zugutekommt. Entsprechend hat der SMI 20, das Schweizer Gegenstück zum deutschen DAX 40, in den vergangenen Jahren stark von der Aufholjagd der Banken und Versicherungen profitiert. So hat sich der Aktienkurs der UBS in den vergangenen 3 Jahren mehr als verdoppelt. Dennoch ist die Bewertung mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis 2026 von rund 14 und einer Dividendenrendite von fast 3 % auf einem niedrigen Niveau. Noch deutlich höher sind die Ausschüttungen beim Versicherungskonzern Zurich Insurance. Hier erhielten die Aktionärinnen und Aktionäre im Jahr 2025 satte 30 Euro. Die Dividendenrendite liegt weit über 5 %. Auch der Baukonzern Holcim konnte trotz Währungsbelastungen in den vergangenen 3 Jahren seinen Wert verdoppeln.
Nestlé und Nebenwerte haben Aufholpotenzial
Der Aufschwung der Finanzwerte konnte kaschieren, dass einige traditionelle Stützen des Schweizer Aktienmarktes zuletzt schwächelten – allen voran Nestlé. Europas größter Konsumkonzern, über viele Jahre die Markenaktie schlechthin, litt nach der Corona-Pandemie unter schwacher Geschäftsentwicklung. Im vergangenen Jahr wurde wegen einer Liaison im Unternehmen auch noch das Nestlé-Urgestein Laurent Freixe nach nur einem Jahr als CEO fristlos entlassen. Sein Nachfolger Philipp Navratil hat Veränderungen angekündigt und der Kurs der Aktie hat seit seinem Amtsantritt im September 2025 wieder 2-stellig zugelegt. Die großen Schweizer Mittelständler Straumann (Zahntechnik) und Geberit (Sanitärtechnik) wiederum litten in den vergangenen Jahren unter der Aversion der Anlegerinnen und Anleger gegenüber Aktien aus dem Mid-Cap-Sektor. Angesichts ihrer Weltmarktführerschaft und weiterhin stabilen Umsatz- und Gewinnzahlen könnte eine Wiederentdeckung der Nebenwerte den Papieren einen Push geben.
Per ETF und Fonds in die Schweiz investieren
Die Schweizer Einzelwerte können nach längerer Pause seit dem vergangenen Jahr auch wieder in Deutschland gehandelt werden. Eine einfache Möglichkeit dafür sind ETFs auf den Schweizer Leitindex SMI 20 mit den größten und wichtigsten Unternehmen des Landes. Der Xtrackers Switzerland UCITS ETF – 1D CHF DIS etwa hat laufende Kosten von 0,3 % und schüttet die Dividenden jährlich aus. Am stärksten vertreten im Index sind die Pharmawerte Roche und Novartis sowie der Konsumgigant Nestlé. Deutlich an Gewicht zugelegt haben aber in den vergangenen Jahren wegen ihrer relativ stärkeren Aktienperformance der Elektronikkonzern und Siemens-Konkurrent ABB und die Finanzwerte UBS und Zurich Insurance.
Für die Schweiz sind auch zahlreiche Länderfonds im Angebot. Neben den großen Unternehmen aus den Sektoren Pharma, Konsum und Finanzen berücksichtigen sie in der Regel auch Werte aus der zweiten Reihe. Zu den bekanntesten und erfolgreichsten Länderfonds gehörten in den vergangenen Jahren DWS Aktien Schweiz – EUR LD DIS, der GAM Multistock – Swiss Equity – A CHF DIS und der UBS (Lux) Equity SICAV – Swiss Opportunity (CHF) – P EUR ACC. Auch bei ihnen sind die „Großen 3“ Roche, Novartis und Nestlé am stärksten vertreten, dürfen aber wegen der Beschränkungen für aktive Fonds maximal jeweils 10 % des Fondsvermögens ausmachen.

Warum Schweizer Aktien zwar defensive Qualität bieten, aber gleichzeitig unter fehlender Technologie, schwachem Gewinnwachstum und der Dominanz weniger Index-Schwergewichte leiden – darüber sprechen auch Martin Kerscher und Stefan Riße von ACATIS Investment im comdirect Investment-Talk. Am besten gleich reinschauen.
Aktien, Fonds und ETFs unterliegen Kursschwankungen. Bei Wertpapieren, die nicht in Euro notieren, sind zudem Währungsverluste möglich. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung. Damit sind Kursverluste bis hin zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals möglich. Auswirkung von Inflation: Grundsätzlich beeinflusst die Entwicklung der Inflationsrate deinen Anlageerfolg. Ein daraus resultierender Kaufkraftverlust betrifft sowohl die erzielten Erträge als auch dein investiertes Kapital. Die Auswahl der Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente dient ausschließlich Informationszwecken und stellt kein Angebot, keine Aufforderung oder Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar. Sie soll lediglich deine selbstständige Anlageentscheidung erleichtern und ersetzt keine anleger‐ und anlagegerechte Beratung. Allein verbindliche Grundlage des Kaufs bei Fonds sind die derzeit gültigen Verkaufsunterlagen des Fonds („Wesentliche Anlegerinformationen“, Verkaufsprospekt sowie Jahres- und Halbjahresberichte, soweit veröffentlicht). Diese Unterlagen erhältst du auf der Fonds-Detailseite unter www.comdirect.de oder direkt beim Emittenten. Bei den hier dargestellten Informationen und Wertungen handelt es sich um eine Werbemitteilung, die nicht den gesetzlichen Anforderungen zur Gewährleistung der Unvoreingenommenheit einer Anlageempfehlung oder Anlagestrategieempfehlung genügt. Die Darstellung gibt nicht die Meinung von comdirect – einer Marke der Commerzbank AG – wieder. Darüber hinaus unterliegen die dargestellten Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente keinem Verbot des Handels vor der Veröffentlichung von Anlage‐ oder Anlagestrategieempfehlungen. Stand: 01.06.2026; Quelle: comdirect.de

