Schweiz Gestärkt aus der Krise

Schweiz Flagge Berg
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Insbesondere der Schweizer Tourismus und die Luxusindustrie leiden unter Corona. Das Land hat jedoch ausreichend Reserven.

Fondsmanager Ralf Rybarczyk
Ralf Rybarczyk, Fondsmanager des DWS Aktien Schweiz

Die Schweiz gilt als Musterland der politischen und wirtschaftlichen Stabilität. Die Unternehmen haben Weltrang und die Marktkapitalisierung ist höher als beim weit größeren Nachbarn Deutschland. Der starke Franken hat die Wettbewerbsfähigkeit der Alpenrepublik nicht beeinträchtigt und begünstigt internationale Anleger. Trotz des Wachstumseinbruchs durch die Pandemie werden die Schweizer Staatsfinanzen intakt bleiben. Allerdings kann sich das Land nicht vom internationalen Konjunkturtrend abkoppeln. Insbesondere der Tourismus und die Luxusindustrie leiden überproportional unter den Folgen der Corona-Krise.

Stabilität in Staat und Wirtschaft: Die Schweiz gilt als Hort politischer und wirtschaftlicher Stabilität. Dazu tragen Rechtssicherheit, demokratische Tradition, die Zufriedenheit der Schweizer mit ihrem Staat und die wirtschaftliche Stärke bei. Sie drückt sich auch im Bruttoinlandsprodukt pro Kopf aus: Es lag zuletzt bei mehr als 80.000 Franken und ist damit fast doppelt so hoch wie in Deutschland.

Unternehmen von Weltrang: Trotz geringer Größe hat die Schweiz eine Vielzahl von Unternehmen mit Weltgeltung. Auch der Schweizer Mittelstand hat in Nischen zahlreiche Weltmarktführer hervorgebracht. Das drückt sich auch in der Bewertung der Unternehmen aus. Die drei größten Unternehmen Roche, Novartis und Nestlé sind an der Börse deutlich höher bewertet als der deutsche Primus SAP.

„Die Schweiz wird mit ihrer lebendigen Demokratie, der stabilen Währung und Unternehmen von Weltrang gestärkt aus der Corona-Krise hervorgehen.“

Ralf Rybarczyk, Fondsmanager des DWS Aktien Schweiz

Starke Währung: Der starke Franken kann zwar zuweilen zu temporären Schwierigkeiten führen. Aber trotz nahezu stetig steigender Kurse verteidigen die Schweizer Unternehmen seit Jahrzehnten ihre Stellung auf dem Weltmarkt. Für deutsche Anleger wichtig: Neben Kursgewinnen haben ihnen Schweizer Aktien über die vergangenen Jahrzehnte auch regelmäßig Währungsgewinne beschert.

Solide Staatsfinanzen: Trotz sehr niedriger Steuern hat die Schweizdank langjähriger Vollbeschäftigung und solider Budgetpolitik eine der geringsten Schuldenquoten unter den Industrieländern. Die Staatsschulden lagen vor der Corona-Pandemie bei 40 % des Bruttoinlandsproduktes (BIP) und werden nach Ablauf der Krise voraussichtlich auf etwa 55–60 % gestiegen sein.

Wachstumseinbruch unvermeidbar: Die international aktive Schweizer Wirtschaft kann sich der globalen Rezession nicht entziehen. Für das Jahr 2020 muss mit einem Einbruch von mindestens 5 % gerechnet werden. Bei einer zweiten Infektionswelle mit dem Corona-Virus könnte die Bilanz noch negativer ausfallen.

Problemfelder Tourismus und Luxusgüter: Der Tourismus in der Schweiz leidet unter dem starken Franken und besonders unter den Reiseeinschränkungen. Die besonders ausgabefreudigen asiatischen und US-amerikanischen Touristen werden in diesem Jahr weitgehend ausbleiben. Das trifft insbesondere die Uhren- und Luxusgüterindustrie hart.

ETF/Fonds

Breit investieren

In ETFs sind die Schweizer Topwerte Nestlé und Novartis mit teilweise über 20 % gewichtet etwa im bekannten SM-Index mit seinen 20 Standardwerten oder im DJ Global Titans mit seinen 30 Aktien. Aktiv gemanagte Länderfonds begrenzen den Anteil eines Titels dagegen auf 10 %. Im Gegenzug können die Fondsmanager aber auch die starken Schweizer MidCaps berücksichtigen.

NameGattungWKN
AXA World Funds – Framlington SwitzerlandFonds988197
ComStage DJ Switz. Titans 30 Net TR UCITSETFETF030
DWS Aktien SchweizFondsDWS0D2
GAM Multistock – Swiss Equity – C CHFFonds921844
DB X-Trackers SMI Ucits ETF (DR) 1DETFDBX1SM
Aktien

Auf starke Unternehmen setzen

Ralf Rybarczyk setzt zurzeit in seinem Fonds auf die Schweizer Weltmarken, die sich auch in der Corona-Krise gut gehalten haben. Am höchsten gewichtet sind die mit Abstand am höchsten kapitalisierten Schweizer Blue Chips – die Pharmagiganten Novartis und Roche sowie der Weltmarktführer im Konsumsektor, Nestlé. Aber auch die Lonza Group und Givaudan sind als Spezialchemie-Unternehmen unter den Top-Ten-Positionen vertreten.

AktieBrancheWKN
GivaudanChemieA0RMT2
LonzaChemieA0YF75
NestléNahrungsmittelA0Q4DC
NovartisPharma904278
RochePharma855167

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