Sartorius Mit Gewinnsprung in den DAX

EIne Pharmazeutin mit Maske, die eine Probe in den Händen hält
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Der Göttinger Konzern beliefert die Pharma- und Biotechbranche. Er profitiert unter anderem vom Kampf gegen die Corona-Pandemie.

Der Göttinger Zulieferer der Pharma- und Biotechindustrie profitiert mit massiven Umsatzzuwächsen von Forschung und Produktion in der Gesundheitsbranche. Der Gewinn zog zuletzt sogar überproportional an und der Ausblick ist mittelfristig sehr positiv. Im September gelang der Aufstieg in den DAX. Aufgrund der stürmischen Kursentwicklung in den vergangenen Jahren ist die Aktie inzwischen sehr hoch bewertet und weist nur eine minimale Dividendenrendite auf. Die Experten sind skeptischer geworden und auf dem erreichten Kursniveau könnte ein Rückschlag deutlich ausfallen.

Pro Sartorius (WKN 716563)

  • Breit aufgestellt: Sartorius steht auf zwei stabilen Standbeinen. Die Laborsparte liefert verschiedene Produkte an Forschungs- und Produktionslabore, darunter Waagen, Pipetten und Verbrauchsmaterialien. Die französische Sartorius Stedim Biotech, an der Sartorius 70 % hält, verkauft Bioreaktoren und Membranbeutel, aber auch Filtersysteme sowie Nähr- und Pufferlösungen für Zellkulturen.
  • Umsatz- und Gewinnsprung: Der Konzernumsatz legte in den ersten neun Monaten 2021 im Vergleich zum Vorjahr auf Basis konstanter Wechselkurse um rund 54 % auf gut 2.5 Milliarden Euro zu. Der Beitrag aus der Entwicklung und Produktion von Coronavirus-Impfstoffen sowie Coronatests lag bei etwa 21 Prozentpunkten. Der operative Gewinn (EBITDA) stieg überproportional um 77,3 % auf 866 Millionen Euro.
  • Langfristig positiver Ausblick: Noch dynamischer als der Umsatz entwickelte sich im ersten Halbjahr der Auftragseingang, der wechselkursbereinigt nominal um 82 % auf fast 3,3 Milliarden Euro stieg, davon acht Prozentpunkte durch Akquisitionen. Bis 2025 soll der Umsatz auf rund fünf Milliarden Euro steigen und die Profitabilität konstant bei 32 % liegen.
  • DAX-Aufstieg geschafft: Schon früh zeichnete sich ab, dass die Sartorius-Aktie den Aufstieg in den DAX schaffen würde. Mit der Mitgliedschaft in der jetzt 40 Werte umfassenden Elite-Liga der Deutschen Börse wird das Unternehmen auch in ETF-Indexfonds aufgenommen und ist zudem international sichtbarer.

Contra Sartorius (WKN 716563)

  • Hohe Bewertung: Der Kurs der Sartorius-Aktie kannte in den vergangenen Jahren nur die Aufwärtsrichtung. Zwar zogen auch die Unternehmensgewinne deutlich an. Aber mit der Hausse konnten sie nicht mithalten. Dementsprechend hoch ist die Bewertung des Unternehmens. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis für das Jahr 2021 liegt inzwischen bei rund 68.
  • Magere Dividenden: Sartorius steckt steigende Gewinne vorrangig in die Expansion. Zwar werden Dividenden ausgeschüttet, aber trotz der guten Ergebnisse schwankten sie in den vergangenen Jahren stark. Aktuell liegt die Dividendenrendite bei mageren 0,3 %. Das ist gerade für stimmrechtslose Vorzugsaktien wie die Papiere von Sartorius sehr wenig.
  • Verhaltene Experten: Der lang andauernde Kursaufschwung hat die Analysten skeptisch gemacht. Aktuell empfehlen fünf Experten die Aktie als „Kauf“, drei setzen auf „Halten“. Einer empfiehlt das Sartorius-Papier sogar als „Verkauf“. Der comdirect Analystenscore liegt bei eher mageren 44 %.
  • Rückschlaggefahr nach dem Aufschwung: Die Kursrally der vergangenen Jahre und die hohe Bewertung bergen Rückschlaggefahren. Das zeigt auch die Kursentwicklung früherer DAX-Aufsteiger. Zudem ist fraglich, wie die Marktteilnehmer reagieren, wenn sich das zuletzt durch die Covid-Pandemie angeheizte Umsatz- und Gewinnwachstum normalisieren.

Über Sartorius

Die Wurzeln der Göttinger Sartorius AG sind mehr als 150 Jahre alt. Im Jahr 1870 gründete Florenz Sartorius eine feinmechanische Werkstatt. Seine neu konstruierte Aluminium-Analysenwaage wurde vor allem in universitären Laboren im In- und Ausland eingesetzt. 1927 kam als weiteres Standbein die industrielle Fertigung von Membranfiltern hinzu, die noch heute ein wichtiger Bestandteil der Bioprozess-Sparte ist. Im Zuge der weltweiten Expansion wurden verstärkt Gesellschaften und Vertriebsbüros im Ausland gegründet. 1990 erfolgten der Börsengang und ein zügiger Ausbau der beiden Sparten Bioprocess Solutions (Filtration, Fluid Management, Fermentation und Purification) und Lab Products & Services (Waagen, Laborinstrumente und Verbrauchsmaterialien).

Dieser Ausbau erfolgte im Biotech-Bereich vor allem via Zukäufe. Im Jahr 2000 übernahm Sartorius die B. Braun Biotech International, einen Hersteller von Bioreaktoren und Zellkultursystemen. 2005 kam ein US-Hersteller von Feuchtemessgeräten hinzu, die Omnimark Instrument Corporation. 2007 fusionierte Sartorius seine Biotechnologiesparte mit der französischen Stedim S.A. Das gemeinsame börsennotierte Unternehmen Sartorius Stedim Biotech, an dem die Göttinger 70 % halten, gehört zu den Weltmarktführern bei Technologien für die biopharmazeutische Industrie. Auch durch die Zukäufe hält Sartorius heute Produktionsstätten in Europa, Asien und Amerika und ist in über 110 Ländern am Markt präsent.

Sartorius ist in den vergangenen Jahren zügig gewachsen. Zur Jahresmitte 2021 beschäftigte das Unternehmen rund 12.000 Mitarbeiter. Allein in den ersten sechs Monaten 2021 lag der Zuwachs bei rund 13 %. Diese starke Zunahme beruhte auf der beschleunigten Erweiterung der Produktionskapazitäten. An der Börse hat sich die Entwicklung der Sartorius AG in den vergangenen Jahren positiv niedergeschlagen. Die Sartorius-Vorzugsaktie wurde bereits seit Juni 2012 im Technologiewerteindex TecDAX gehandelt. Seit September 2018 erfolgte eine Zweitberücksichtigung im MDAX. Im Zuge der Aufstockung des DAX von 30 auf 40 Werte wurde Sartorius am 20. September 2021 in den DAX aufgenommen.

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