Geldanlagen bergen Risiken
SAP-Zentrale in Walldorf.
SAP-Zentrale in Walldorf.
© kittyfly Studio via Adobe Stock

SAP-Aktienprognose: Kursanstieg gebremst

  • SAP ist Deutschlands führender Technologiekonzern.
  • Umsatz und Gewinn wachsen weiter mit deutlichem Tempo.
  • Schwacher Dollar und fehlende eigene Rechencenter bremsen.

Pro SAP

(WKN 716460)

  • Teuerstes deutsches Unternehmen:
    SAP ist Deutschlands größtes Technologieunternehmen und gehört zu den Weltmarktführern für Unternehmenssoftware. Umsatztreiber ist das Geschäft rund um Mietsoftware aus der Internet-Cloud. SAP ist das DAX-Unternehmen mit der höchsten Marktkapitalisierung. Aktuell beträgt der Börsenwert rund 265 Milliarden Euro.
  • Umsatz wächst fast 2-stellig:
    Der SAP-Umsatz stieg im 3. Quartalim Vergleich zum Vorjahr um 7 % auf 9,1 Milliarden Euro. Treiber des Geschäfts bleibt das besonders wichtige Geschäft mit Abo-Software über die Cloud: Der Umsatz in diesem Bereich zog um 22 % an. Auch der Vertragsbestand der kommenden 12 Monate wuchs deutlich und gibt damit Planungssicherheit.
  • Gewinn legt überproportional zu:
    Im 3. Quartal legte der bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) um 14 % auf fast 2,6 Milliarden Euro zu. Der operative Ertrag stieg damit stärker als von Analysten erwartet. Das Nettoergebnis konnte mit 2,05 Milliarden Euro sogar um 42 % gesteigert werden – dank Kostensenkungen im Tagesgeschäft und geringerer Aufwendungen für den Stellenumbau im Konzern.
  • Positiv gestimmte Expertinnen und Experten:
    SAP wird von den Analystinnen und Analysten seit Langem sehr positiv gesehen. Aktuell lauten 9 von 10 von den von comdirect veröffentlichten Analysten-Einschätzungen auf „Kauf“. Dazu kommt eine Verkaufsempfehlung. Eine Halteempfehlung gibt es dagegen nicht.

Contra SAP

(WKN 716460)

  • Fehlende Rechenzentren:
    Cloud-Rechenkapazität ist ein aktuell brennendes KI-Thema. SAP-Cloudsoftware läuft allerdings meist in Rechenzentren anderer Anbieter wie Amazon, Google, Microsoft oder Alibaba. Deshalb ist SAP zurzeit an der Börse weniger gefragt als Erzrivale Oracle, der mit Großinvestitionen in die Cloud-Infrastruktur strategisch ein weiteres Standbein aufbaut.
  • Negativer Dollar-Einfluss:
    SAP formuliert seine Prognosen für Umsatz und operatives Ergebnis auf währungsbereinigter Basis. Mit den USA als wichtigstem Markt reduziert die Schwäche des US-Dollars aber den effektiven Umsatz. Bleibt der Dollar-Kurs im Bereich von 1,17 Dollar/Euro, würde das erwartete operative Plus von 26 bis 30 % im Cloud-Geschäft um rund 3 %-Punkte niedriger ausfallen.
  • Aufwärtstrend vorerst gestoppt:
    In den vergangenen 3 Jahren war SAP mit einem Plus von rund 150 % das Aushängeschild des DAX. Seit Jahresbeginn scheint dieser Trend jedoch gestoppt. Während der DAX rund 20 % zulegte, liegt SAP knapp im Minus. Ein Ende der Korrektur ist aktuell noch nicht abzusehen.
  • Hohe Bewertung:
    SAP ist an der Börse mit rund 265 Milliarden Euro bewertet und damit das teuerste DAX-Unternehmen. Trotz des Kursrückgangs im laufenden Jahr liegt das Kurs-Gewinn-Verhältnis 2025 mit etwa 40 immer noch auf einem sehr hohen Niveau. Die Dividendenrendite fällt dagegen mit rund 1 % unterdurchschnittlich aus.

Über SAP

Knapp 50 Jahre benötigte SAP für den Aufstieg von einem Start-up von 5 IBM-Mitarbeitern bis zum wertvollsten Unternehmen Deutschlands: Gegründet wurde das Unternehmen mit dem programmatischen Namen SAP, der für „Systeme, Anwendungen und Produkte in der Datenverarbeitung“ steht, 1971 in Walldorf in Baden-Württemberg. Zu den 5 Gründern und heute noch einzigen Aktionären mit Anteilen über 5 % gehören die vielfältig tätigen Mäzene Hasso Plattner und Dietmar Hopp. Hopp wurde unter anderem durch sein Engagement beim heutigen Fußball-Bundesligisten TSG 1899 Hoffenheim deutschlandweit bekannt.

SAP bietet seit Jahrzehnten Software zur Abwicklung von sämtlichen Geschäftsprozessen eines Unternehmens. Dazu gehören Buchführung, Controlling, Vertrieb, Einkauf, Produktion, Lagerhaltung und Personalwesen. Dabei gibt es unterschiedliche Versionen für Großunternehmen oder kleinere Mittelständler. SAP verdient an den Lizenzen, aber auch an der Betreuung der Unternehmen. Inzwischen verlagert das Unternehmen zunehmend Geschäftsprozesse in die Cloud und bietet entsprechende eigene Datenbanklösungen an. Als erstes DAX-Unternehmen ernannte SAP im Oktober 2019 mit der Cloud-Chefin Jennifer Morgan eine Frau zur Co-Vorstandsvorsitzenden. 6 Monate später allerdings verließ Morgan das Unternehmen.

SAP entwickelte sich im Laufe der Jahrzehnte stetig auch dank Zukäufen. 1988 wurde die Gesellschaftsstruktur in eine AG gewandelt und der Börsengang vollzogen. Schon 1995 stieg das Unternehmen in den DAX 30 auf. Die Krise der New Economy konnte den Lauf von SAP nur kurzzeitig stoppen, da das Unternehmen damals schon solide Gewinne einfuhr. Im vergangenen Jahrzehnt stürmte SAP unter die Top-Werte des DAX. 2018 wurde SAP erstmals das teuerste DAX-Unternehmen. Aktuell liegt die Marktkapitalisierung bei rund 265 Milliarden Euro.

Aktien unterliegen Kursschwankungen; damit sind Kursverluste möglich. Bei Wertpapieren, die nicht in Euro notieren, sind zudem Währungsverluste möglich. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung. Auswirkung von Inflation: Grundsätzlich beeinflusst die Entwicklung der Inflationsrate deinen Anlageerfolg. Ein daraus resultierender Kaufkraftverlust betrifft sowohl die erzielten Erträge als auch dein investiertes Kapital. Es handelt sich um die Angabe der Bruttowertentwicklung (siehe „Hinweise zu Chart- und Performanceangaben“). Die Auswahl der Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente dient ausschließlich Informationszwecken und stellt kein Angebot, keine Aufforderung oder Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar. Sie soll lediglich deine selbstständige Anlageentscheidung erleichtern und ersetzt keine anleger‐ und anlagegerechte Beratung. Bei den hier dargestellten Informationen und Wertungen handelt es sich um eine Werbemitteilung, die nicht den gesetzlichen Anforderungen zur Gewährleistung der Unvoreingenommenheit einer Anlageempfehlung oder Anlagestrategieempfehlung genügt. Die Darstellung gibt nicht die Meinung von comdirect wieder. Darüber hinaus unterliegen die dargestellten Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente keinem Verbot des Handels vor der Veröffentlichung von Anlage‐ oder Anlagestrategieempfehlungen. Der comdirect Analystenscore berechnet sich aus der Gesamtzahl der Analysten, die diese Aktie bewerten. Die negativen Einschätzungen (Verkaufen) werden von den positiven (Kaufen) subtrahiert und das Ergebnis durch die Gesamtzahl aller Einschätzungen (Kaufen, Halten, Verkaufen) dividiert. Diese Zahl wird mit 100 multipliziert, um den Prozentwert darzustellen. Stand: 10.11.2025; Quelle: comdirect.de

Portrait von Michael Reitz, Diplomvolkswirt und unabhängiger Finanzexperte
Portrait von Michael Reitz, Diplomvolkswirt und unabhängiger Finanzexperte
Autor
Michael Reitz

Der Diplom-Volkswirt beschäftigt sich seit 25 Jahren mit dem internationalen Börsengeschehen. Seine ersten schmerzhaften Erfahrungen hat er beim Platzen der Dotcom-Blase im Jahr 2000 gemacht.

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