- Rückversicherungen sind unverzichtbar und erzielen stabile Gewinne.
- Der Markt wird von Unternehmen aus dem deutschsprachigen Raum dominiert.
- Versicherungsaktien sind weiterhin günstig bewertet.
Eigentlich ist der Winter keine Waldbrandsaison. Aber Anfang Januar gingen apokalyptische Bilder aus Los Angeles um die Welt. Innerhalb kürzester Zeit fachten starke Winde kleinere Waldbrände in rasender Geschwindigkeit an. Hunderttausende Kalifornier mussten flüchten, insgesamt 5 Feuer brannten über 11.000 Hektar Fläche nieder. Allein im Nobelvorort Pacific Palisades am Strand von Los Angeles wurden mehr als 1.000 Häuser zerstört. Der Schaden geht in die Milliarden US-Dollar. Zunächst kommen dafür Versicherer wie Allianz, AXA oder Ergo oder ihre amerikanischen Pendants auf. Aber sie bleiben auf den teils exorbitanten Zahlungen nicht sitzen. Denn für solch gravierende Fälle haben sich diese sogenannten Erstversicherer selbst bei Spezialisten abgesichert – den Rückversicherern. Anders als bei den Erstversicherern gibt es von diesen Rückversicherern weltweit nur sehr wenige. Der Markt ist in der Hand von einer Handvoll Unternehmen. Die Konkurrenz bei der Absicherung von Millionen- und Milliardenschäden ist begrenzt und die Margen sind hoch: „Entsprechend gehört die Branche der Rückversicherer zu den stabilsten überhaupt“, erklärt der Kölner Vermögensverwalter Winfried Walter.
Ohne Rückversicherungen geht nichts
Erstversicherer können auf den Schutz durch Rückversicherungen kaum verzichten – zumal die Gefahren und Kosten durch Umweltkatastrophen in den vergangenen Jahren aufgrund des Klimawandels stark gestiegen sind. Seit 2020 verursachen Naturkatastrophen jährlich Schäden von mehr als 100 Milliarden US-Dollar. Allein im 1. Halbjahr 2025 waren es bereits 80 Milliarden Dollar – der zweithöchste Wert seit 1980. In den vergangenen Jahren sind die Preise für die Rückversicherungen daher massiv angestiegen – und die Aktien der Anbieter mit. Für 2025 erwartet die Ratingagentur AM Best zwar leicht rückläufige Preise: „Im historischen Vergleich bleibt die Eigenkapitalrendite der Versicherer aber weiterhin überdurchschnittlich hoch“, erklärt Gui Simoes, Analyst der Ratingagentur AM Best.
Münchener Rück: Dividendenbringer im DAX
Die weltweit größten Rückversicherer stammen aus dem deutschsprachigen Raum. Der DAX-Konzern Münchener Rück beeindruckt seit Jahrzehnten mit äußerst stabilen Geschäftszahlen und steigenden Dividenden. „Wer die Aktie 2012 gekauft hat, hatte seinen Kaufpreis 12 Jahre später durch Dividendenzahlungen amortisiert“, erklärt Christian Röhl, einer der bekanntesten Dividendeninvestoren Deutschlands. Allein vom Frühjahr 2024 zum Frühjahr 2025 erhöhte der Konzern die Ausschüttung um ein Drittel von 15 auf 20 Euro je Aktie. Zudem hat sich der Aktienkurs seit dem Jahr 2012 annähernd verdreifacht. Nach den starken Kurssteigerungen ging es zuletzt an der Börse leicht zurück. Aber mit einer Dividendenrendite von über 4 % und einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 11 ist die Aktie attraktiv bewertet. Bei einem Überschuss von 3,2 Milliarden Euro im 1. Halbjahr ist der Rückversicherer zudem auf dem besten Weg zu seinem geplanten Jahresgewinn von 6 Milliarden Euro – noch einmal 300 Millionen Euro mehr als beim Rekordergebnis des Vorjahrs.
Swiss Re: Die neue Nummer 1
Im Jahr 2024 ist der Schweizer Rückversicherer Swiss Re mit einem Umsatz von 36,2 Milliarden US-Dollar am langjährigen Spitzenreiter Münchener Rück vorbeigezogen. Auch im 1. Halbjahr 2025 hat Swiss Re Umsatz und Gewinn kräftig gesteigert. Der Nettogewinn erhöhte sich um 24 % auf 2,6 Milliarden US-Dollar. Die Rendite auf das eingesetzte Kapital verbesserte sich von knapp 20 % auf 23 %. Bei den Verhandlungen über auslaufende Verträge mit den Erstversicherern zur Mitte des Jahres konnte das Unternehmen nach eigenen Angaben die Preise noch einmal im Durchschnitt um 2,3 % erhöhen. In den vergangenen 5 Jahren hat sich der Kurs der Swiss-Re-Aktie annähernd verdoppelt. Deutsche Anleger konnten zudem noch Währungsgewinne realisieren, weil der Schweizer Franken gegenüber dem Euro an Wert gewann.
Hannover Rück hat Rekordgewinn im Visier
Die Hannover Rück als Nummer 3 der Branche konnte im 1. Halbjahr 2025 ebenfalls überzeugen. Der Nettokonzerngewinn legte um 13,2 % auf 1,3 Milliarden Euro zu, die Eigenkapitalrendite lag mit 23 % deutlich über dem strategischen Zielwert. Erst im Jahr 2022 hat Hannover Rück den Wiederaufstieg in den DAX geschafft. Seitdem hat sich die Aktie mit einem Plus von mehr als 50 % sehr gut entwickelt. Mit einer Marktkapitalisierung von rund 30 Milliarden Euro gehört das Unternehmen inzwischen zu den mittelgroßen in der deutschen Börsenbundesliga. Mit einer Dividendenrendite von 4 % und einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von knapp 12 für das Jahr 2025 ist die Aktie im DAX-Vergleich günstig bewertet.
ETFs auf die gesamte Versicherungsbranche
Die Aktien von Rückversicherern sind in der Regel noch schwankungsärmer als die Papiere von Erstversicherern. Weil es aber nur wenige dieser Spezialisten gibt, werden ETFs lediglich auf die gesamte Versicherungsbranche angeboten. Hier steht insbesondere der STOXX 600 Insurance Index im Fokus. Inzwischen wurden bereits einige ETFs auf den prominenten europäischen Branchenindex aufgelegt, der bekannteste und mit rund 500 Millionen Euro Volumen bei Weitem größte stammt von iShares. Werte aus Deutschland und der Schweiz machen mehr als die Hälfte des Portfolios aus. Unter den Top 5 notieren die Erstversicherer Allianz, Zurich Insurance und AXA sowie die beiden Rückversicherungs-Weltmarktführer Münchener Rück und Swiss Re.
Aktien, Fonds und ETFs unterliegen Kursschwankungen. Bei Wertpapieren, die nicht in Euro notieren, sind zudem Währungsverluste möglich. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung. Damit sind Kursverluste bis hin zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals möglich. Auswirkung von Inflation: Grundsätzlich beeinflusst die Entwicklung der Inflationsrate deinen Anlageerfolg. Ein daraus resultierender Kaufkraftverlust betrifft sowohl die erzielten Erträge als auch dein investiertes Kapital. Die Auswahl der Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente dient ausschließlich Informationszwecken und stellt kein Angebot, keine Aufforderung oder Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar. Sie soll lediglich deine selbstständige Anlageentscheidung erleichtern und ersetzt keine anleger‐ und anlagegerechte Beratung. Allein verbindliche Grundlage des Kaufs bei Fonds sind die derzeit gültigen Verkaufsunterlagen des Fonds („Wesentliche Anlegerinformationen“, Verkaufsprospekt sowie Jahres- und Halbjahresberichte, soweit veröffentlicht). Diese Unterlagen erhältst du auf der Fonds-Detailseite unter www.comdirect.de oder direkt beim Emittenten. Bei den hier dargestellten Informationen und Wertungen handelt es sich um eine Werbemitteilung, die nicht den gesetzlichen Anforderungen zur Gewährleistung der Unvoreingenommenheit einer Anlageempfehlung oder Anlagestrategieempfehlung genügt. Die Darstellung gibt nicht die Meinung von comdirect – einer Marke der Commerzbank AG – wieder. Darüber hinaus unterliegen die dargestellten Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente keinem Verbot des Handels vor der Veröffentlichung von Anlage‐ oder Anlagestrategieempfehlungen. Stand: 29.09.2025; Quelle: comdirect.de


