Puma Mit Schwung im DAX angekommen

Puma Geschäft
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Puma konnte Umsatz und Gewinn im Jahr 2021 deutlich steigern. Die Prognosen bleiben optimistisch.

Puma gehört zu den größten Sportartiklern der Welt und hat einen starken Fokus auf Lifestyle-Produkte. Im Gesamtjahr 2021 legte das Unternehmen bei Umsatz und Gewinn kräftig zu. Im 1. Quartal setzte sich der Trend fort und Puma gibt einen positiven Ausblick auf das laufende Jahr. Die Analysten sind trotz der schwierigen Weltlage weiterhin optimistisch für die Puma-Aktie. Allerdings lag der Gewinn im Schlussquartal 2021 nur minimal über dem Vorjahreswert und Lockdowns in China könnten auch das Frühjahr beeinträchtigen. Die Aktie von Puma gehört im DAX zu den überdurchschnittlich hoch bewerteten Papieren. Von der umstrittenen Fußballweltmeisterschaft in Katar ist wenig Schwung zu erwarten. Und wie viele DAX-Aufsteiger hat auch die Puma-Aktie nach dem Aufstieg erst einmal den Rückwärtsgang eingelegt.

Pro Puma (WKN 696960)

  • Lifestyle als Trumpf: Puma SE ist ein international tätiger Sportartikelhersteller aus Herzogenaurach. Das Unternehmen konzentriert sich nicht allein auf reine Sport-, sondern auch auf Lifestyle-Produkte. Nach einem Intermezzo mit dem Mehrheitseigner Kering ist inzwischen wieder mehr als die Hälfte der Puma-Aktien im Streubesitz. Im Herbst 2021 gelang dem Unter­nehmen erstmals der Sprung in den DAX.
  • Wiederaufschwung 2021: Im Gesamtjahr 2021 legte der Konzernumsatz bei Puma nach den vorläufigen Zahlen währungsbereinigt um fast 32 % auf 6,8 Milliarden Euro zu. Vor Zinsen und Steuern blieben als operatives Ergebnis 557 Millionen Euro übrig, nahezu 170 % mehr als ein Jahr zuvor. Das operative Ergebnis übertraf die Unternehmensprognose und die Erwartungen von Analysten deutlich.
  • Positiver Ausblick: Trotz der Unsicherheiten durch den Krieg in der Ukraine und schwierigem Standing in China will Puma 2022 den Umsatz erneut um mindestens 10 % steigern. Auch das operative Ergebnis soll von 557 Millionen 2021 auf 600 bis 700 Millionen Euro in diesem Jahr zulegen. Analysten erwarten sogar teilweise noch mehr. Im 1. Quartal 2022 wurden sie mit einem Umsatzplus von fast 25 % auf 1,9 Milliarden Euro bestätigt.
  • Optimistische Experten: Die Analysten sind positiv für die Puma-Aktie gestimmt. Von 16 Experten empfehlen zurzeit 13 die Aktie zum „Kauf“. Drei sehen sie als „Halteposition“, Verkaufsempfehlungen gibt es nicht. Der comdirect Analystenscore liegt mit 81 % in der Spitzengruppe des DAX.

Contra Puma (WKN 696960)

  • Magerer Quartalsgewinn zum Jahresabschluss: Puma steigerte im Weihnachtsquartal 2021 den währungs­bereinigten Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um rund 14 % auf knapp 1,8 Milliarden Euro. Vor Zinsen und Steuern (Ebit) blieben wegen der Verteuerung von Rohstoffen und Problemen in den Lieferketten aber nur 65 Millionen Euro hängen – zwar stieg es im 1. Quartal gegenüber dem Vorjahr um 27 % auf 196 Millionen Euro. Der jüngste Corona-Ausbruch in China könnte aber wieder bremsen.
  • Hohe Bewertung: Das Papier von Puma gehört trotz des Einbruchs in der Pandemie seit Langem zu den performancestärksten Aktien am deutschen Aktien­markt. Entsprechend hoch ist die Bewertung. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis für das Jahr 2022 liegt bei rund 23. Die Dividendenrendite notiert bei gerade einmal 1,4 %.
  • Weniger Schwung durch die WM in Katar: Puma hat sich durch modisch gewagte Trikots bei Fußballwelt­meister­schaften großes Renommee und Aufmerksamkeit verschafft. Für dieses Jahr ist damit nur eingeschränkt zu rechnen. Die Weltmeisterschaft in Katar findet erst vor Weihnachten statt und ist zudem politisch hoch umstritten.
  • Kursproblem nach dem DAX-Aufstieg: Der DAX-Aufstieg hat neben Vorteilen auch seine Tücken. Wie bei anderen Aufsteigern der jüngeren Vergangenheit kam es bei Puma nach dem Eintritt in die Eliteliga der Deutschen Börse ebenfalls zu einem Kursrückschlag. Der fiel stärker aus, weil Anfang 2022 vor allem hoch bewertete Aktien unter Druck kamen.

Über Puma

Das Unternehmen Puma ist eine Erfolgsgeschichte aus Deutschland und gleichzeitig das Resultat eines Familienzwistes. 1924 ließen die Brüder Adolf und Rudolf ihre Firma Gebrüder Dassler Schuhfabrik in das Handelsregister von Herzogenaurach nahe Nürnberg eintragen. Ab 1925 produzierten die Dasslers Sportschuhe für Läufer und Fußballer, bei denen sie erstmals auch Stollen einsetzten. Leichtathleten der Weltklasse wie Jesse Owens trugen ebenfalls die Schuhe aus Franken. Nach dem Krieg kam es jedoch zum Bruch zwischen den Brüdern: Adolf Dassler machte sich mit Adidas selbstständig, Rudolf gründete die Konkurrenzmarke Puma.

Beide Sportartikler standen sich am Firmensitz in Herzogenaurach erbittert gegenüber. Ab den späten 1960er-Jahren produzierte Puma wie der größere Konkurrent Adidas neben Sportschuhen auch Sportbekleidung. Zunächst blieb Puma weiterhin unter familiärer Führung, im Jahr 1986 jedoch wurde das Unternehmen in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Zu dieser Zeit lief das Geschäft schlecht, weil die Marke zunehmend ein Billigimage hatte. Anfang der 1990er-Jahre war Puma in Bezug auf die Absatzzahlen hinter Reebok, Adidas und dem neuen Giganten Nike auf Platz vier zurückgefallen.

Der damals 30 Jahre junge Vorstandsvorsitzende Jochen Zeitz änderte ab 1993 das Image von Puma und setzte neben den reinen Sportartikeln konsequent auf Mode und Lifestyle. Dafür ging Zeitz Kooperationen mit Top-Designern ein und verpflichtete Sportlerinnen wie Serena Williams als Werbepartnerinnen. Auch die Sportartikel verkauften sich zunehmend über das Design, etwa ärmellose Fußballtrikots. Kein Wunder, dass Puma zunehmend im Modesektor Interessenten fand. Ab 2007 übernahm der französische Luxuskonzern PPR (heute Kering) schrittweise die Mehrheit und besaß Ende 2013 rund 86 % des Unternehmens. Die restlichen 14 % befanden sich im Streubesitz.

Ab 2018 trennte sich Kering von einem Großteil der Aktien. Inzwischen befinden sich über 50 % der Anteile wieder im Streubesitz. Der erhöhte Streubesitz, die gute Kursentwicklung der Aktie und die Aufstockung des DAX von 30 auf 40 Werte führten dazu, dass Puma im Herbst 2021 den Aufstieg in den DAX 40 schaffte. Mit rund 15.000 Mitarbeitern und einer Marktkapitalisierung von rund zehn Milliarden Euro ist das Unternehmen, das auch mehr als 5 % der Aktien des börsennotierten Bundesligaklubs Borussia Dortmund hält, allerdings weiterhin deutlich kleiner als Adidas.

Aktien unterliegen Kursschwankungen; damit sind Kursverluste möglich. Bei Wertpapieren, die nicht in Euro notieren, sind zudem Währungsverluste möglich. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung. Die Auswahl der Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente dient ausschließlich Informationszwecken und stellt kein Angebot, keine Aufforderung oder Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar. Sie soll lediglich Ihre selbstständige Anlageentscheidung erleichtern und ersetzt keine anleger‐ und anlagegerechte Beratung. Bei den hier dargestellten Informationen und Wertungen handelt es sich um eine Werbemitteilung, die nicht den gesetzlichen Anforderungen zur Gewährleistung der Unvoreingenommenheit einer Anlageempfehlung oder Anlagestrategieempfehlung genügt. Die Darstellung gibt nicht die Meinung von comdirect – einer Marke der Commerzbank AG – wieder. Darüber hinaus unterliegen die dargestellten Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente keinem Verbot des Handels vor der Veröffentlichung von Anlage‐ oder Anlagestrategieempfehlungen. Der comdirect Analystenscore berechnet sich aus der Gesamtzahl der Analysten, die diese Aktie bewerten. Die negativen Einschätzungen (Verkaufen) werden von den positiven (Kaufen) subtrahiert und das Ergebnis durch die Gesamtzahl aller Einschätzungen (Kaufen, Halten, Verkaufen) dividiert. Diese Zahl wird mit 100 multipliziert, um den Prozentwert darzustellen. Stand: 25.05.2022; Quelle: comdirect.de