Procter & Gamble: Deutliche Umsatzzuwächse 

Cincinnati - Wide Angle Procter & Gamble Corporate Headquarters. P&G ist ein amerikanischer multinationaler Konsumgüterkonzern VII
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Der Markenkonzern überraschte zuletzt positiv. Die Entwicklung bei Dividenden und Aktien ist traditionell sehr stabil. 

Procter & Gamble ist gemeinsam mit der Schweizer Nestlé der wichtigste Konsumgüterkonzern der westlichen Welt. Zuletzt legten die Umsätze des amerikanischen Konzerns unerwartet deutlich zu. Seit Jahrzehnten steigert Procter & Gamble kontinuierlich die Dividendenausschüttungen. Auch der Kursverlauf der Aktie ist bemerkenswert stabil und in volatilen Zeiten sind Markenwerte meist gefragt. Allerdings blieb zuletzt die Gewinnentwicklung hinter dem Umsatzzuwachs zurück. Inflation und Lieferkettenprobleme dürften den Konzern auch in den kommenden Monaten beschäftigen. Die Aktie ist traditionell hoch bewertet und gehört zu den teuersten Papieren im Dow Jones 30. Zudem ist die Eigenkapitalquote von Procter & Gamble in den vergangenen Jahren gesunken. 

Pro Procter & Gamble (WKN 852062)

  • Branchenführer: Der Name Procter & Gamble ist weniger bekannt, die Konzernmarken wie Ariel, Gillette, Pampers oder Oral-B dagegen umso mehr: Der 1837 gegründete amerikanische Konsumgüterkonzern gehört neben der Schweizer Nestlé zu den Weltmarktführern der Branche. Die Aktie ist bereits seit 1932 ein Eckpfeiler im Dow Jones 30. 
  • Deutliche Umsatzsteigerung: Im dritten Geschäfts­quartal (bis Ende März) überraschte der Umsatz von Procter & Gamble erneut positiv. Mit 19,4 Milliarden US-Dollar lagen die Erlöse um 7 % über dem Vorjahreswert. Der organische Umsatz (bereinigt um Wechselkurs- und Konsolidierungseffekte) legte sogar um 10 % zu. Im gesamten Geschäftsjahr soll er nun um 6 bis 7 % steigen, zwei Prozentpunkte mehr als bisher prognostiziert.  
  • Dividende: Procter & Gamble gehört zu den sogenannten Dividendenaristokraten. Seit 1890 erhalten die Aktionäre bereits eine Dividende. In den vergangenen 65 Jahren hat das Unternehmen die Ausschüttungen regelmäßig gesteigert. Da sich auch der Kurs der Aktie in den vergangenen Jahren gut entwickelt hat, liegt die Dividendenrendite aktuell bei mittelmäßigen 2,5 %.  
  • Kurskontinuität: Die Aktie des ältesten Dow-Jones-Mitgliedes ist ein Muster an Kurskontinuität. In den vergangenen 30 Jahren ging es ohne spektakuläre Sprünge nahezu stetig nach oben. Auch in der Coronavirus-Krise gab es nur minimale Rückschläge. Gerade in unsicheren, von Inflation und Zinsängsten geprägten Börsenphasen setzen Anleger zudem gerne auf stabile Markenaktien. 

Contra Procter & Gamble (WKN 852062)

  • Gewinn steigt unterproportional: Trotz des über­raschend hohen Umsatzzuwachses erhöhte sich der Quartalsgewinn des Konsumgüterkonzerns per Ende März nur unterdurchschnittlich um 3 % auf knapp 3,4 Milliarden US-Dollar. Neben den Kostenbelastungen durch höhere Einkaufspreise wirkten sich auch die Währungsrelationen negativ aus. 
  • Kostenbelastungen halten an: Wie die gesamte Weltwirtschaft leidet auch Procter & Gamble unter den Störungen in den Lieferketten und der Inflation bei den Rohstoffen. Zwar hat der Markenkonzern eine relativ hohe Preismacht. Die Überwälzung gestiegener Erzeugerpreise gelingt aber nicht immer unmittelbar und dürfte das Gewinnwachstum vorerst weiter bremsen. 
  • Hohe Bewertung: Markenaktien werden von den Börsianern grundsätzlich sehr geschätzt. Die Aktie von Procter & Gamble hat die Pandemie-Krise und auch den Einbruch durch den Angriff auf die Ukraine gut überstanden und notiert nahe an ihren Höchstständen. Entsprechend hoch ist die Bewertung mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 24 für das Jahr 2022. 
  • Eigenkapitalquote gesunken: Procter & Gamble ist traditionell solide finanziert. In den vergangenen Jahren ging die Eigenkapitalquote jedoch zurück. Im Jahr 2017 lag sie noch über 45 %, in den vergangenen beiden Geschäftsjahren sank sie unter die 40-%-Grenze. Das gute Rating von AA- bei Standard & Poor’s scheint jedoch nicht gefährdet. 

Über Procter & Gamble

Procter und Gamble wurde bereits 1837 von zwei Auswanderern in Cincinnati gegründet: dem englischen Kerzenzieher William Procter und seinem irischen Schwager James Gamble. Kerzen und Seifen waren in den ersten Jahrzehnten die Kernprodukte des jungen Unternehmens. Das Unternehmen verfügte im Jahr 1890 bereits über ein Sortiment von mehr als 30 verschiedenen Seifen. P&G entwickelte um die Jahrhundertwende laufend neue Produkte. Dazu gehörten die erste Seife für Waschmaschinen, das erste synthetische Waschmittel und das erste rein pflanzliche Bratfett. Schon in der Frühzeit bewarb Procter & Gamble seine Marken vor allem unter den Labels, der Konzernname blieb im Hintergrund. Rundfunk- und Fernsehwerbung spielte eine große Rolle bei der Expansion. Der Begriff „Seifenoper“ geht auf die Radioshows von Procter & Gamble in den 1930er-Jahren zurück. 

Ursprünglich auf Seifen spezialisiert, baute der Konzern seine Schwerpunkte im 20. Jahrhundert durch Zukäufe stetig aus. Das operative Geschäft ist heute in Beauty, Grooming, Healthcare, Fabric & Home Care sowie Baby, Feminine & Family Care unterteilt. Im Segment Beauty unterhält der Konzern unterschiedliche Marken im Bereich Haut- und Körperpflege. Dazu gehören Olay, Old Spice, Pantene und Head & Shoulders. Zum Bereich Grooming gehören Produkte rund ums Rasieren, darunter die Marken Gillette, Fusion, Mach3 und Venus. Das Healthcare-Segment konzentriert sich auf rezeptfreie Gesundheits- und Pflegeprodukte wie manuelle und elektrische Zahnbürsten sowie Zahnpasten der Marke Oral-B. Hinzu kommen rezeptfreie Erkältungsmittel der Marke Wick. Zum Bereich Baby, Feminine & Family Care gehören Windeln der Marke Pampers, Toilettenpapier und Taschentücher. Die Business-Einheit Fabric & Home Care vertreibt die Produkte der Gründergeneration – Geschirrspülmittel, Waschmittel und Weichspüler sowie Reinigungsprodukte. 

Der Hauptsitz des Konzerns liegt immer noch in Cincinnati im US-Bundesstaat Ohio. Zudem unterhält Procter & Gamble weltweit in rund 70 Ländern Niederlassungen und Produktionsstandorte. Seit Jahrzehnten steigert der Konzern mit seinen weltweit rund 100.000 Mitarbeitern regelmäßig seine Dividende. Der Umsatz lag im Geschäftsjahr 2021 (zum 30.06.2021) bei rund 76 Milliarden US-Dollar. Die Aktie von Procter & Gamble ist bereits seit dem Jahr 1932 im Dow Jones 30 vertreten und damit nach dem Ausscheiden von General Electric das am längsten dauerhaft im Auswahlindex vertretene Mitglied.  

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