Porsche Automobil Wette auf den Volkswagen-Konzern

Porsche
© artas via GettyImages / iStockphoto

Der DAX-Aufsteiger überzeugt mit günstiger Bewertung, hoher Dividendenrendite und der Aussicht auf den Börsengang der Marke Porsche.

Die Porsche Automobil Holding profitiert als starker Aktionär von den Erfolgen des Volkswagen-Konzerns. In den ersten neun Monaten des Jahres 2021 stieg der Gewinn der Holding deutlich an. Die Aktie ist günstig bewertet und zahlt überdurchschnittliche Dividenden. Bei den Analysten ist die Porsche-Aktie beliebt. Allerdings brach der Absatz des Volkswagen-Konzerns in der zweiten Jahreshälfte 2021 deutlich ein. Der Nettogewinn für das gesamte Jahr 2021 lag unter den Maximalerwartungen. Der Dieselskandal hinterlässt weiterhin Spuren, und Vorzugsaktien ohne Stimmrecht sind bei institutionellen Anlegern wenig beliebt.

Pro Porsche Automobil (WKN PAH003)

  • Profiteur des Volkswagen-Konzerns: Die Porsche Holding hält 53 % der Stammaktien des breit aufgestellten Volkswagen-Konzerns. Die Familien Porsche und Piëch sowie die Aktionäre profitieren somit vom Volkswagen-Erfolg. Die anvisierte Ausgliederung und der anschließende Börsengang der Marke Porsche könnten einen zusätzlichen Schub geben.
  • Deutliche Ergebnisverbesserung in den ersten neun Monaten: Die Porsche SE konnte dank der Beteiligung an der Volkswagen AG die Neunmonatszahlen 2021 deutlich steigern. Das Ergebnis stieg von 0,5 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum auf fast 3,4 Milliarden Euro. Das Ergebnis nach Steuern hat sich auf 3,3 Milliarden Euro rund versiebenfacht.
  • Weiterhin günstige Bewertung: Trotz der deutlichen Kurserholung seit dem Rückschlag im Frühjahr 2020 ist die Porsche-Aktie weiterhin günstig bewertet. Das geschätzte Kurs-Gewinn-Verhältnis für das Jahr 2022 liegt bei rund 5,7. Die Dividendenrendite notiert bei 5,3 %.
  • Optimistische Analysten: Porsche ist nach dem DAX-Aufstieg im Jahr 2021 bei den Analysten wie der Volkswagen-Konzern gut angesehen. Von acht Experten empfehlen aktuell sechs die Aktie zum „Kauf“, zwei sprechen sich für „Halten“ aus, kein einziger für den „Verkauf“. Der comdirect Analystenscore liegt damit bei überdurchschnittlichen 75 %.

Contra Porsche Automobil (WKN PAH003)

  • Absatzschwund in der zweiten Jahreshälfte: Die Bilanz von Porsche hängt von Absatz und Gewinn beim Volkswagen-Konzern ab. Der VW-Konzern konnte 2021 aber weltweit nur 8,9 Millionen Fahrzeuge verkaufen, so viele wie im Jahr 2011. Grund war der Einbruch im zweiten Halbjahr. In den beiden Schlussquartalen wurden wegen der Chipkrise nur noch rund vier Millionen Autos abgesetzt.
  • Nettogewinn unter Maximalerwartung: Der Volkswagen-Konzern hatte Ende Oktober eine Gewinnwarnung veröffentlicht. Die Porsche SE bestätigte dagegen ihre Planungen. Die Spanne lag bei bis zu 4,9 Milliarden Euro. Schlussendlich lag das Ergebnis nach Steuern bei 4,6 Milliarden Euro.
  • Dieselskandal noch nicht ausgestanden: Trotz Zahlungen von über 30 Milliarden Euro für Strafen und Schaden­ersatz im Zuge des Dieselskandals rechnen Experten für den Volkswagen-Konzern mit zusätzlich rund zehn Milliarden Euro Belastungen. Das trifft als Mehrheits­eigner der VW-Stammaktien auch die Porsche Holding.
  • Vorzugsaktie weniger gefragt: Vorzugsaktien bieten den Anteilseignern im Vergleich zu Stammaktien nur eingeschränkte Mitbestimmungsrechte. Deshalb sind die im DAX notierten Vorzüge von Porsche bei institu­tio­nellen Anlegern weniger gefragt. Privat­investoren achten traditionell weniger auf die Stimmrechte.

Über Porsche

Die Stuttgarter Porsche Automobil Holding SE hält mit rund 53 % die Mehrheit der Stammaktien an der Volkswagen AG mit ihren Marken Volkswagen Pkw und Volkswagen Nutzfahrzeuge, Audi, Seat und Skoda sowie den Luxusmarken Bentley, Bugatti, Lamborghini, Ducati und Porsche. Die Porsche SE geht auf ein 1931 gegründetes Konstruktionsbüro von Ferdinand Porsche zurück. Porsche zeichnete in den 1930er-Jahren die Entwürfe des späteren VW Käfers und baute nach den Zweiten Weltkrieg die erfolgreiche Sportwagenmarke Porsche mit dem ikonischen 911er auf. 1984 wurden Vorzugsaktien der Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG an die Börse gebracht.

Nach großen Problemen übernahm 1993 Wendelin Wiedeking den Vorstandsvorsitz von Porsche und brachte das Unternehmen mit neuen Modellen wieder in Schwung. Ab dem Jahr 2005 kaufte er unter anderem mithilfe von Optionsgeschäften Anteile an der Volkswagen AG auf. Die Strategie war die Schaffung eines integrierten Konzerns unter der Führung des kleineren Partners Porsche. Zu diesem Zweck wurde auch die Porsche AG in eine Holding umgewandelt. Das Grundkapital der Porsche Automobil Holding war je zur Hälfte in Stamm- und Vorzugsaktien eingeteilt. Die Stammaktien werden von den Mitgliedern der Familien Porsche und Piëch gehalten. Im Oktober 2008 verkündete die Porsche SE das Ziel, 75 % der Volkswagen-Stammaktien übernehmen zu wollen. Aufgrund von Finanzierungsproblemen im Zuge der Finanzkrise musste Porsche die Übernahmen jedoch aufgeben.

Der integrierte Konzern entstand schließlich doch noch: VW übernahm zunächst knapp die Hälfte und schließlich im Sommer 2012 die Anteile der Porsche Holding. Die Aktionäre der Porsche Holding profitieren daher nicht nur von Porsche, sondern von allen Marken des Volkswagen-Konzerns. Am 22.03.2021 wurden die Vorzugsaktien der Porsche Automobil Holding in den MDAX aufgenommen. Sechs Monate später rückte die Aktie im Zuge der Aufstockung des DAX von 30 auf 40 Werte in die erste Börsenbundesliga und aufgrund der hohen Dividendenrendite auch in den DivDAX auf.

Aktien unterliegen Kursschwankungen; damit sind Kursverluste möglich. Bei Wertpapieren, die nicht in Euro notieren, sind zudem Währungsverluste möglich. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung. Die Auswahl der Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente dient ausschließlich Informationszwecken und stellt kein Angebot, keine Aufforderung oder Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar. Sie soll lediglich Ihre selbstständige Anlageentscheidung erleichtern und ersetzt keine anleger- und anlagegerechte Beratung. Bei den hier dargestellten Informationen und Wertungen handelt es sich um eine Werbemitteilung, die nicht den gesetzlichen Anforderungen zur Gewährleistung der Unvoreingenommenheit einer Anlageempfehlung oder Anlagestrategieempfehlung genügt. Die Darstellung gibt nicht die Meinung von comdirect – eine Marke der Commerzbank AG – wieder. Darüber hinaus unterliegen die dargestellten Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente keinem Verbot des Handels vor der Veröffentlichung von Anlage- oder Anlagestrategieempfehlungen. Der comdirect Analystenscore berechnet sich aus der Gesamtzahl der Analysten, die diese Aktie bewerten. Die negativen Einschätzungen (Verkaufen) werden von den positiven (Kaufen) subtrahiert und das Ergebnis durch die Gesamtzahl aller Einschätzungen (Kaufen, Halten, Verkaufen) dividiert. Diese Zahl wird mit 100 multipliziert, um den Prozentwert darzustellen. Stand: 06.04.2022; Quelle: comdirect.de