Das Forum Romanum in Rom
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Peter Lynch: Eine kurze Traumkarriere

Key Takeaways
  • Peter Lynch war ein legendärer Fondsmanager des 20 Jahrhunderts
  • Lynch erwirtschaftete mit dem Magellan-Fonds 29 % Rendite pro Jahr.
  • Mit 46 Jahren zog er sich zurück und kümmerte sich um wohltätige Zwecke.

Die 46 ist für den legendären Investor Peter Lynch eine ganz besondere Zahl. Als er 10 Jahre alt war, starb sein Vater – mit 46 Jahren. Durch den frühen Tod des Mathematikprofessors verarmte die katholische, aus Irland stammende Familie. Die Mutter musste in der Fabrik arbeiten, der kleine Peter von der teuren Privatschule auf eine öffentliche wechseln und sich auf dem Golfplatz als Caddie verdingen. Eine harte Schule, aber auch ein Weg zur späteren Kariere. Denn seine Caddie-Tätigkeit für Fidelity-Direktor George Sullivan ebnete den Weg zu einem Praktikum bei Fidelity.

Lynch bevorzugte einfache Ideen

Den Einstieg bei Fidelity mag „Vitamin B“ erleichtert haben, seine Karriere macht Peter Lynch ganz allein. Nach dem Abschluss eines MBA arbeitete er zunächst als Analyst bei Fidelity Investments und stieg dort 1974 zum Director of Research auf. Fleiß war sein Markenzeichen und nach seiner Überzeugung der Weg zum Erfolg: „Jeder Anleger kann mit Aktien reich werden, wenn er seine Hausaufgaben macht.“ Seine Hausaufgaben machen bedeutete für ihn: sorgfältige Prüfung aller Kennzahlen, der Unternehmensstrategie und der Marktchancen der Produkte. Sein Motto teilte er den Lesern in 3 Bestsellern mit: „Investieren Sie niemals in eine Idee, die Sie nicht mit einem Stift illustrieren können.“

29 % jährliche Rendite mit dem Magellan-Fonds

1977 übernahm Lynch den Magellan-Fonds. Ganze 18 Millionen Dollar lagen damals im Portfolio. Als Lynch 13 Jahre später das Management abgab, waren es 14 Milliarden Dollar. Lynch erzielte für seine Anleger eine jährliche Rendite von 29,2 %. Das heißt: Wer 1977 nur 1.000 US-Dollar angelegt hatte, hatte 1990 ein Vermögen von rund 28.000 US-Dollar auf dem Konto. Anders als viele Fondsmanager konzentrierte sich Lynch dabei nicht auf einige wenige Aktien. Im Magellan-Fonds hielt er im Jahr 1987 zeitweise sogar 1.500 unterschiedliche Papiere – ähnlich wie ein ETF auf den MSCI World Index. In seinem Bestseller „Der Börse einen Schritt voraus“ nahm er sich selbst auf den Arm und zitierte einen Wall-Street-Witz: „Können Sie einen Aktienwert nennen, den Lynch nicht besitzt?“

Weltweite Suche nach „Tenbaggern“

1.500 verschiedene Aktientitel fand er nicht allein auf dem Heimatmarkt. Als einer der ersten US-Investoren kaufte er auch in Europa oder Japan Aktien wie Nippon Railway, Norsk Hydro oder Peugeot. Der Mann mit der Andy-Warhol-Frisur gab vielen Unternehmen eine Chance. Aber Lynch stieß die meisten Aktien auch schnell wieder ab, wenn sie seine Erwartungen nicht erfüllten. Er beherzigte die Börsenweisheit „Verliebe dich nie in eine Aktie“. Trotz seiner Entschlussfreudigkeit war Lynch aber alles andere als ein Daytrader. Denn den Großteil seiner überragenden Performance verdankte er einigen wenigen Aktien – den sogenannten „Tenbaggern“ (Verzehnfachern): „Große Gewinner benötigen in der Regel 3 bis 10 Jahre“, sagte Lynch. Sein erster „Tenbagger“ (10-fache Wertsteigerung) war die Frachtfluglinie Flying Tiger Airlines, die Mitte der 1960er-Jahre vom Transportbedarf der US-Armee im Vietnam-Krieg profitierte. Weitere Tenbagger waren die Food-Ketten Dunkin’ Donuts und Taco Bell, aber auch Chrysler, Philip Morris und Fannie Mae.

Früher Rückzug mit 46 Jahren

Lynch arbeitete in seiner Zeit als Fondsmanager extrem hart und kombinierte selbst seine seltenen Urlaube mit Firmenbesuchen. Aber nach 13 Jahren an der Spitze des Magellan erinnerte er sich an das Schicksal seines Vaters: Er zog sich aus dem Berufsleben zurück – mit 46 Jahren. Danach war er zwar weiterhin ein gern gesehener Börsenkommentator. Aber statt um Aktien kümmert sich Lynch vor allem um die 1988 gemeinsam mit seiner Frau gegründete „The Lynch Foundation“. Sie unterstützt noch heute Projekte aus Pädagogik, Kultur, Gesundheit und Religion. Eine Legende ist Lynch geblieben: 13 Jahre an der Spitze des Magellan-Fonds haben ihm gereicht, um vom US-Magazin „Fortune“ zu einem der „4 Investorengiganten des 20. Jahrhunderts“ gewählt zu werden. Die anderen 3 sind der 2019 verstorbene John Bogle als „Erfinder der ETFs“ sowie die heute noch aktiven George Soros und Warren Buffett.

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