Pepsi Starke Erholung auch dank Snacks

Pepsi Cola Gebäude
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2021 konnte PepsiCo Umsatz und Gewinn wieder deutlich steigern. Anleger schätzen die stabile Dividendenentwicklung.

PepsiCo ist einer der größten Getränke- und Snackproduzenten der Welt. Im Jahr 2021 zogen die Umsätze und Gewinne wieder deutlich an. Das Unternehmen erhöht seit fünf Jahrzehnten regelmäßig die Dividende. Auch die Geschäftsaussichten für das laufende Jahr bleiben stabil. Allerdings blieb der Gewinn im vierten Quartal 2021 hinter dem Gesamtjahr zurück. Insbesondere in Europa gab es vielfältige Probleme. Die Aktie von PepsiCo ist als Markenwert relativ hoch bewertet. Überdies dürfte sich der voraussichtlich weiterhin feste US-Dollar im Jahr 2022 tendenziell negativ auf die Bilanz auswirken. Auch die angekündigte Einschränkung des Geschäfts in Russland aufgrund des Einmarsches in die Ukraine dürfte das Ergebnis belasten.

Pro Pepsi (WKN 851995)

  • Starke Marktstellung: PepsiCo gehört zu den weltweit größten Softdrink-Produzenten. Gleichzeitig ist das Unternehmen aber auch in anderen Segmenten wie Mineralwässern, Säften und Eistees führend. Anders als der Erzrivale Coca-Cola hat Pepsi zudem mit seinen Marken Frito-Lay und Quaker Oats auch ein starkes Standbein im Geschäft mit Chips und Snacks.
  • Erholung angelaufen: Pepsis Geschäfte legten im Geschäftsjahr 2021 stark zu. Der Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahr um knapp 13 % auf 79,5 Milliarden US-Dollar (69,5 Milliarden Euro). Der operative Gewinn legte um knapp 11 % auf 11,2 Milliarden US-Dollar zu. Netto verdiente das Unternehmen mit 7,6 Milliarden US-Dollar rund 7 % mehr als im Vorjahr. Auch im 1. Quartal 2022 lag der Umsatz mit 16,2 Milliarden US-Dollar über den Analystenerwartungen.
  • Zuverlässige Ausschüttungen: PepsiCo zahlt seit 1965 Dividenden und hat die Ausschüttung seit nunmehr 49 Jahren ununterbrochen jedes Jahr erhöht. Aktuell liegt die Dividendenrendite bei rund 2,6 % und damit über dem Durchschnitt der 500 Konzerne im S&P-500-Index. Im laufenden Jahr soll die Dividende – so die Planung vor dem Krieg in der Ukraine – erneut um 7 % auf 4,60 US-Dollar steigen.
  • Positive Aussichten: 2021 wuchs Pepsi vor allem in den kleineren Märkten Afrika, Asien/Pazifik und Latein­amerika überdurchschnittlich mit zweistelligen Raten. Für 2022 erwartet das Management ein Umsatzwachs­tum aus eigener Kraft von 6 %. Dieses Ziel liegt zwar unter dem Wachstum von 2021, aber am oberen Ende der langfristigen Zielspanne. Angesichts des Krieges in der Ukraine sind allerdings alle Prognosen äußerst gewagt.

Contra Pepsi (WKN 851995)

  • Schwache Gewinnentwicklung im letzten Quartal: Das Umsatzwachstum konnte zuletzt nicht gänzlich in Gewinn umgemünzt werden. Zwar nahmen bei PepsiCo die Beeinträchtigungen durch die Pandemie im vierten Quartal 2021 ab, aber zugleich drückten höhere Kosten für Rohstoffe und Werbung auf den Nettogewinn. Er stieg mit 12,4 % um einen halben Prozentpunkt weniger als im Gesamtjahr.
  • Schwäche in Europa: In Europa gingen die operativen Gewinne um 16 % zurück. Das lag an verschiedenen Faktoren: Covid-Virus-Effekte hielten an, vor allem aber spielten die höheren Rohstoffkosten eine wichtige Rolle. Zudem lag in Großbritannien wegen IT-Problemen zwischenzeitlich das Geschäft komplett brach.
  • Hohe Bewertung: PepsiCo ist als Markenaktie traditionell stabil und hoch bewertet. Selbst während des Markteinbruchs im Frühjahr 2020 gab die Aktie deutlich weniger nach als der Marktdurchschnitt. Aktuell liegt aufgrund der Kurssteigerungen im vergangenen Jahr das Kurs-Gewinn-Verhältnis 2022 bei rund 26.
  • Starker Dollar: Ein starker US-Dollar wirkt sich traditionell mindernd auf den Unternehmensgewinn bei international tätigen Konzernen wie PepsiCo aus. Da die US-Zentralbank vor der Europäischen Zentralbank mit den Zinsanhebungen begonnen hat, ist auch im laufenden Jahr mit einem weiteren Erstarken des Greenbacks zu rechnen.

Über Pepsi

Pepsi-Cola wurde 1893 von dem Apotheker Caleb Bradham entwickelt und erhielt 1898 seinen heutigen Namen. Der Name geht wahrscheinlich auf das griechische Wort „pepsis“ für „Verdauung“ zurück. Ähnlich wie Coca-Cola warb auch Pepsi nach der Jahrhundertwende mit einer gesundheitsfördernden Wirkung der eigenen Cola. Dennoch musste das Unternehmen lange ums Überleben kämpfen. Erst in der Depression der 1930er-Jahre konnte sich Pepsi als preiswerte Konkurrenz zu Coca-Cola etablieren. Denn zum gleichen Preis gab es bei Pepsi doppelt so große Flaschen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg löste sich Pepsi vom Billigimage, auch dank der Werbefigur Joan Crawford und eines wertigeren Designs. Aus dem Zusammenschluss von Pepsi-Cola mit Frito-Lay, einer Marke für Chips und Knabbereien, ging 1965 die heutige PepsiCo hervor. Noch vor dem Erzkonkurrenten konnte sich Pepsi 1973 in der UdSSR etablieren. In den 1980er-Jahren investierte Pepsi massiv in Werbung, um Coca-Cola zu überholen. Bis 1997 gehörten auch einige Fast-Food-Ketten wie KFC, Taco Bell und Pizza Hut zu Pepsi. Mit dem Zukauf von Quaker Oats 2001 wurde PepsiCo zum fünftgrößten Lebensmittel- und Getränkehersteller der Welt. Im Mai 2005 erwarb PepsiCo die deutsche Marke Punica und stieg damit in den deutschen Markt für Fruchtsäfte ein.

Im Gegensatz zu Coca-Cola ist Pepsi deutlich breiter aufgestellt. Frito-Lay und Quaker Oats halten einen wesentlichen Anteil am US-Markt mit rund 40 % aller verkauften Snacks. Dazu kommt eine Vielzahl von Getränken, neben Pepsi, Mirinda, 7UP, Mountain Dew, Aquafina and Tropicana auch der Fitnessdrink Gatorade und die Lipton-Tees. Die breite Aufstellung macht sich je nach Konjunkturlage bezahlt. So konnte Pepsi im Jahr 2005 erstmals den Erzrivalen bei der Marktkapitalisierung übertreffen. Aktuell liegt die Coca-Cola Company wieder vorn. Aber mit einem Marktwert von rund 235 Milliarden US-Dollar liegt Pepsi nur knapp dahinter.

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