Zahlungsanbieter PayPal adelt Bitcoin

Hauptsitz Paypal
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Der Zahlungsanbieter steigert Umsatz und Gewinn in der Corona-Krise deutlich. Zudem will PayPal die Bezahlung per Kryptowährungen ermöglichen.

PayPal ist der Pionier bei Online-Zahlungen. Der Umsatz und vor allem der Gewinn legten im dritten Quartal 2020 überdurchschnittlich zu. Die künftige Akzeptanz von Bitcoins dürfte die Popularität noch einmal steigern. Allerdings enttäuschte PayPals Ausblick auf das vierte Quartal 2020. Außerdem ist die Aktie hoch bewertet, und Dividenden sind vorerst nicht zu erwarten. Die Konkurrenz durch die Tech-Giganten und in Deutschland durch paydirect nimmt zu. Zudem ist die Aktie nach dem langen Aufschwung korrekturanfällig.

Pro PayPal (WKN A14R7U)

  • Dominator im Online-Payment: Als First Mover und langjähriger Partner von Ebay hat PayPal sich beim Online-Payment eine herausragende Stellung verschafft. Davon profitiert das Unternehmen auch in der Covid-Krise. Die Zahl der aktiven Accounts liegt inzwischen weltweit bei 360 Millionen, allein im abgelaufenen dritten Quartal 2020 wurden weltweit rund vier Milliarden Transaktionen getätigt.
  • Starkes Umsatzwachstum: PayPal profitiert in der Corona-Krise besonders stark vom Trend zum Einkaufen im Internet. Die Erlöse nahmen zuletzt im Vergleich zum Vorjahr um ein Viertel auf 5,5 Milliarden US-Dollar zu. Das gesamte abgewickelte Zahlungsvolumen wuchs um 36 % auf knapp 247 Milliarden US-Dollar. Im Gesamtjahr 2020 dürfte der Umsatz um 20 % gestiegen sein.
  • Überproportionaler Gewinnanstieg: Wie schon im Frühjahr 2020 profitierte PayPal beim Gewinn überdurchschnittlich vom steigenden Umsatz. Im dritten Quartal des vergangenen Jahres stieg der Nettogewinn im Vergleich zum Vorjahr um 121 % auf rund eine Milliarde US-Dollar. Für das Gesamtjahr 2020 erwartet das Unternehmen ein Plus von bis zu 38 %.
  • Bitcoin-Kooperation: PayPal-Kunden in den USA können künftig über die Plattform Bitcoin und andere Kryptowährungen handeln und aufbewahren. In diesem Jahr soll es möglich sein, bei Händlern über PayPal mit dem Bitcoin zu bezahlen. Die Kooperation dürfte neben Bitcoin auch PayPal zugutekommen.

Contra PayPal (WKN A14R7U)

  • Gebremster Ausblick: Für das vierte Quartal 2020 war das PayPal-Management eher skeptisch. Das Umsatzwachstum sollte „nur“ noch zwischen 20 % und 25 % liegen. Wegen höherer Kosten wurde ein unterdurchschnittliches Gewinnwachstum von rund 18 % erwartet. Für ein Wachstumsunternehmen wie PayPal war das insbesondere angesichts des Weihnachtsgeschäfts ein skeptischer Ausblick.
  • Hohe Bewertung: Trotz der Gewinnsteigerungen und der breiten Marktmacht ist PayPal mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis 2020 von rund 53 sehr hoch bewertet. Außerdem können Anleger nicht auf Ausschüttungen hoffen, denn PayPal zahlt traditionell keine Dividende.
  • Konkurrenz in einzelnen Ländern: PayPal hat die Zahlungswelt einst revolutioniert und den Zahlungsverkehr sicherer gemacht. Heute gibt es Konkurrenten wie Amazon Pay, Apple Pay, Google Pay. In Deutschland versucht paydirect als Angebot der Banken und Sparkassen PayPal-Kunden abzujagen.
  • Charttechnik: Vorsicht ist geboten – die PayPal-Aktie hat sich seit der Trennung von Ebay im Jahr 2015 hervorragend entwickelt. Vom Online-Shopping-Boom während der Corona-Pandemie profitierte das Unternehmen stark. Aber bei einer Korrektur sind hoch bewertete Aktien besonders anfällig für Rückschläge.

Über PayPal

PayPal hat zwei besonders prominente Gründungsväter: Im März 2000 schlossen sich die beiden amerikanischen Start-ups Confinity und X.com zusammen. Confinity war zwei Jahre zuvor unter Beteiligung des deutsch-amerikanischen Investors Peter Thiel gegründet worden, der später mit einer Kapitalspritze auch an Facebook beteiligt war. X.com dagegen hatte ein gewisser Elon Musk im März 1999 gegründet. Der Südafrikaner hat im vergangenen Jahrzehnt mit Tesla den Automobilbau revolutioniert und sich selbst unter die Top Drei der reichsten Menschen der Welt katapultiert. Beide wollten das Bezahlen via Internet vereinfachen.

PayPal entwickelte schnell sein Online-Bezahlsystem. Der Bezahldienst bietet Kunden eine sichere Möglichkeit für Geldüberweisungen – über ein PayPal-Konto, per Lastschrift oder Kreditkarte. Mit einem PayPal-Konto können Kunden bei Online-Shops Käufe abwickeln oder Geld versenden. Der besondere Vorteil: Bei diesen Bezahlvorgängen müssen die Käufer ihre eigenen Finanzdaten nicht an den Verkäufer weitergeben. Zudem bietet PayPal auch einen Käuferschutz. Der Verkäufer schließlich bekommt von PayPal Nachricht, wenn der Kaufpreis eingegangen ist. So kann er schnell und ohne Angst vor säumigen Zahlern seine Produkte versenden.

Ebay verdankte PayPal seinen Durchbruch – und Ebay kaufte 2002 für 1,5 Milliarden US-Dollar seinen Zahlungsdienstleister. Mit der internationalen Ausdehnung von Ebay bekam auch PayPal immer mehr Kunden. Auch in Deutschland schaffte das Unternehmen damit eine starke Marktdurchdringung. Die Trennung von der Konzernmutter Ebay im Jahr 2015 konnte den Siegeszug von PayPal nicht aufhalten. Inzwischen unterhält das Unternehmen weltweit 360 Millionen Benutzerkonten – Tendenz weiter steigend. Seit 2015 wird PayPal an der Börse gehandelt. Seitdem hat sich der Kurs vervielfacht. Insbesondere in der Corona-Krise stieg der Unternehmenswert noch einmal deutlich an. Inzwischen beträgt die Marktkapitalisierung über 280 Milliarden US-Dollar, und PayPal gehört zu den Eckpfeilern im NASDAQ 100.

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