Nvidia Starker Umsatz- und Gewinnsprung

Gebäude der Nvidia-Zentrale in Sunnyvale, Kalifornien
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Nvidia profitiert von der steigenden Nachfrage nach Grafikchips. Ein Split hat die Aktie zudem optisch attraktiver gemacht.

Nvidia gehört zu den größten Vertreibern von Grafikkarten. Zuletzt konnte das Unternehmen den Umsatz und den operativen Gewinn erheblich steigern. Mit einem Aktiensplit ist die Aktie in diesem Sommer für Anleger wieder attraktiver geworden. Allerdings sind die jüngst herausragenden Geschäftszahlen in mittlerer Zukunft kaum noch zu übertreffen. Der Chipmangel könnte das Geschäft empfindlich bremsen. Die Aktie ist zudem hoch bewertet und bei einer Korrektur des Technologiesektors durchaus anfällig.

Pro Nvidia (WKN 918422)

  • Platzhirsch im Streaming-Geschäft: Nvidia ist einer der größten Entwickler von Grafikprozessoren und Chipsätzen für Server, PCs, Spielkonsolen und Rechenzentren. Seit vielen Jahren kämpft das kalifornische Unternehmen mit AMD um Platz zwei hinter Weltmarktführer Intel.
  • Starker Umsatzanstieg: Die hohe Nachfrage nach Grafikkarten hat das Geschäft von Nvidia im 3. Quartal des laufenden Geschäftsjahres (zum 31.10.2021) angetrieben. Der Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 50 % auf 7,1 Milliarden US-Dollar. Insbesondere im Bereich Gaming lag der Umsatz mit 3,2 Milliarden Dollar um 42 % höher als im Vorjahreszeitraum.
  • Hohes Gewinnplus: Die Gewinnsteigerung fiel noch üppiger aus als der Umsatzzuwachs. Der operative Gewinn von Nvidia lag im zweiten Quartal bei 2,46 Milliarden US-Dollar und damit noch einmal über dem bisherigen Rekord vom vorangegangenen Quartal. Gegenüber dem Vorjahr legte der operative Gewinn um 84 % zu.
  • Split treibt die Aktie: In der Vergangenheit hat die Nvidia-Aktie mehrfach von einem Aktiensplit profitiert. Im Juli 2021 wurden erneut aus einer Aktie vier Aktien gemacht. Diese optische Verbilligung trug dazu bei, dass das Papier von der zwischenzeitlichen Korrektur im Tech-Sektor weitgehend verschont blieb.

Contra Nvidia (WKN 918422)

  • Ergebnis kaum zu toppen: Nvidia hat mit den jüngsten Umsatz- und Gewinnanstiegen die Erwartungen übererfüllt. Für die nahe Zukunft sind kaum Steigerungen möglich. Das zeigt sich auch bei der Prognose der operativen Marge für das laufende Quartal. Sie soll mit rund 65 % nurmehr konstant bleiben.
  • Keine eigene Produktion: Eine der Stärken von Nvidia ist traditionell die hohe Flexibilität aufgrund des Verzichts auf eigene Produktionsstätten. Das kann sich in der aktuellen Lage mit Störungen in den Lieferketten und Chipmangel durchaus negativ bemerkbar machen.
  • Hohe Bewertung: Die Nvidia-Aktie ist trotz der hohen Umsatz- und Gewinnsteigerungen der vergangenen Jahre hoch bewertet. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis für das Jahr 2021 liegt aktuell bei rund 73. Zwar zahlt das Unternehmen minimale Dividenden aus, die Dividendenrendite beträgt aber nicht einmal 0,1 %.
  • Anfällig für Korrekturen: Nvidia hat wie viele andere Technologiefirmen in den vergangenen Jahren einen nahezu unaufhaltsamen Kursanstieg vorgelegt. In den erreichten Gefilden steigt die Gefahr für empfindliche Korrekturen. Ein möglicher Auslöser könnten Zinserhöhungen durch die US-Zentralbank sein.

Über Nvidia

Nvidia ist einer der größten Entwickler von Grafikprozessoren und Chipsätzen für Server, PCs und Spielkonsolen. Das Unternehmen wurde 1993 in Kalifornien unter anderem von Jen-Hsun Huang gegründet, der heute noch den Vorstandsvorsitz bekleidet. Die Nvidia Corporation hat seit Beginn die gesamte Chipfertigung an externe Partner ausgelagert und konnte daher ein extremes Wachstumstempo vorlegen. Der erste große Erfolg des Unternehmens waren Ende der 1990er-Jahre PC-Grafikchips der Serie Riva. 1999 wurde Nvidia in den NASDAQ aufgenommen, drei Jahre später hatte es bereits 100 Millionen Grafikchips ausgeliefert.

Zu den wichtigsten Kunden des Unternehmens gehörten und gehören unter anderem Apple, Compaq, Dell, Fujitsu-Siemens, Gateway, HP, IBM und Packard Bell. Frühzeitig arbeitete Nvidia auch mit Sony an der PlayStation und anderen Unterhaltungsgeräten. Kernprodukte von Nvidia sind seit über 20 Jahren die GeForce-Grafikchips. Die verschiedenen Produktgenerationen bauen aufeinander auf. Die 3-D-Grafikprozessoren und Grafikprozesseinheiten (GPUs) in Nvidia werden in Desktop-PCs, Smartphones, Tablets und Laptops eingesetzt und für Spiele, digitale Bildverarbeitung sowie Internet- und Industriedesign benutzt.

Nvidia ist im Laufe der Jahre regelmäßig durch Zukäufe gewachsen. Ging es nach der Jahrtausendwende zunächst um Millionensummen, so übernahm Nvidia im Jahr 2019 den israelischen Konkurrenten Mellanox für 6,8 Milliarden Dollar, um das Cloud-Geschäft auszubauen. 2020 erwarb Nvidia von der japanischen Softbank für 40 Milliarden Dollar ARM Limited. Das Unternehmen besitzt Niederlassungen in Deutschland, Australien, England, Japan, Singapur und Taiwan. Seit Beginn der Coronavirus-Pandemie ist die Nachfrage nach Gaming-Ausrüstung und Technik für Rechenzentren stark gestiegen. Das kam auch dem Aktienkurs zugute. Mit einer Marktkapitalisierung von mehr als 800 US-Dollar gehört Nvidia inzwischen zu den größten Werten im NASDAQ 100.

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