- Der Markt für Diabetes- und vor allem Abnehmmittel ist hart umkämpft.
- Eli Lilly war 2025 als erster Pharmakonzern mehr als 1 Billion US-Dollar wert.
- Novo Nordisk ist günstig bewertet, hat aber seinen Forschungsvorsprung eingebüßt.
Pro Eli Lilly
(WKN 858560)
- Teuerster Pharmakonzern der Welt:
Die amerikanische Eli Lilly hat sich in den vergangenen Jahren zum teuersten Pharmakonzern der Welt entwickelt. 2025 erreichte die Unternehmensbewertung über eine Billion US-Dollar. Das ist neben den Schwerpunkten bei der Behandlung von Diabetes, Krebs und neurologischen Erkrankungen der Marktführerschaft bei der „Abnehmspritze“ zu verdanken. - Gewinnverdoppelung im Jahr 2025:
Eli Lilly and Company hat den Umsatz im Jahr 2025 vor allem dank des Erfolgs der Diät-Medikamente Mounjaro und Zepbound um fast 50 % auf rund 65 Milliarden US-Dollar gesteigert. Der Nettogewinn hat sich von 10,6 auf 20,6 Milliarden US-Dollar nahezu verdoppelt. - Optimistische Prognose:
Eli Lilly erwartet weiter stürmisches Wachstum. Für das Jahr 2026 prognostiziert das Unternehmen ein Umsatzplus von rund 30 % auf 80 bis 83 Milliarden US-Dollar und deutlich steigende Gewinne. Dazu beitragen soll die neu zugelassene Diätpille Foundayo, die mittelfristig den Zwang zum Spritzen ersetzen soll.
Pro Novo Nordisk
(WKN 866931)
- Pionier bei Diabetes und Diätspritzen:
Die dänischen Unternehmen Novo und Nordisk prägen seit mehr als einem Jahrhundert die Diabetes- und Insulinforschung. Mit der Fusion im Jahr 1989 entstand der weltgrößte Diabetes-Spezialist. Ab 2017 revolutionierte Novo Nordisk mit dem Wirkstoff Semaglutid die Diät-Branche und avancierte 2023 zum teuersten Unternehmen Europas. - Günstige Bewertung:
Die Aktie von Novo Nordisk ist seit 2024 abgestürzt, weil Eli Lilly das dänische Unternehmen im Markt für Abnahmeprodukte überflügelt hat. Entsprechend ist die Bewertung inzwischen sehr niedrig. Bei einem KGV von knapp 12 gibt es durchaus Erholungspotenzial, zumal das Diabetes-Stammgeschäft von Novo weitgehend intakt ist. - Dividendenadel:
Novo Nordisk gehört als eines von ganz wenigen Unternehmen zur sogenannten Dividendenaristokratie. Darunter versteht man Firmen, die mindestens 25 Jahre in Folge ihre Ausschüttungen erhöht haben. Trotz der schwierigeren Geschäftslage stieg die Dividende auch zuletzt auf 11,70 Kronen. Die Dividendenrendite liegt aktuell bei überdurchschnittlichen 4,1 %.
Contra Eli Lilly
(WKN 858560)
- Konkurrenz im Diät-Geschäft:
Medikamente gegen Adipositas sind die großen Hoffnungsträger der Pharmabranche. Entsprechend umkämpft ist der Markt. Aktuell hat Eli Lilly zwar mit seinen Produkten die Nase vorn. Aber das kann sich schnell ändern. Zudem verlangen die Gesundheitsbehörden in den USA und weltweit zunehmend Preiszugeständnisse von den Herstellern. - Gestiegene Bewertung:
Der Aktienkurs von Eli Lilly hat sich den vergangenen Jahren annähernd verfünffacht. Entsprechend ist auch die Bewertung der Aktie gestiegen. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis für das Jahr 2023 liegt bei rund 27 und damit weit über dem Branchendurchschnitt. Die Dividendenrendite notiert dagegen bei eher kümmerlichen 0,8 %. - Korrekturgefahr:
Der fulminante Kursanstieg von Eli Lilly scheint gestoppt. Seit dem Hoch im Spätherbst 2025 hat die Aktie um annähernd 20 % nachgegeben. Auf dem immer noch hohen Kurs- und Bewertungsniveau verzeihen Anlegerinnen und Anleger schwächere Umsatzzuwächse oder mäßige Prognosen nicht, wie das Beispiel Novo Nordisk gezeigt hat.
Contra Coca-Cola
(WKN 866931)
- Rückstand im Diät-Geschäft:
Novo Nordisks einstiger Vorsprung im Geschäft mit Abnahmeprodukten hat sich in einen Rückstand verwandelt. Die als Diabetes-Medikamente genutzten Ozempic und Wegovy sind weniger wirksam als die der Konkurrenz. Das Geschäft mit Insulin und Medikamenten gegen seltene Krankheiten bleibt dagegen konstant. - Schlechte Nachrichten aus der Forschung:
Der neue Wirkstoff Cagrisema hat in einer Phase-3-Studie schlechter abgeschnitten als erhofft. Cagrisema ist eine Kombination aus den Mitteln Cagrilintid und dem bekannten Novo-Wirkstoff Semaglutid. Über einen Zeitraum von 84 Wochen war Cagrisema weniger wirksam als Zepbound – der Blockbuster von Eli Lilly. - Magere Prognose:
2026 wird für Novo Nordisk ein Übergangsjahr. Konzernchef Maziar Mike Doustdar rechnet mit einem Umsatzrückgang von 5 bis 13 %. Neben auslaufenden Patenten für den Wirkstoff Semaglutid musste Novo Nordisk den US-Gesundheitsbehörden bei der Preisgestaltung für Diätprodukte entgegenkommen. Für Novo wäre es der erste Umsatzrückgang seit fast einem Jahrzehnt.
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