- Die Halbleiterbranche profitiert seit Jahren massiv vom KI-Boom.
- TSMC kann aktuell seine Preise nahezu nach Belieben erhöhen.
- Die Gewinnmarge von Infineon leidet unter dem hohen Anteil des Autogeschäfts.
Pro Infineon
(WKN 623100)
- Profiteur des KI-Booms:
Infineon ist ein führender Anbieter von Spezialchips und Halbleitern und profitiert vom Siegeszug der künstlichen Intelligenz. Den höchsten Umsatzanteil bringt das Geschäftsfeld Automotive (ATV). Zudem ist Infineon in den Sektoren Green Industrial Power Control (GIP), Power & Sensor Systems (PSS) und Chip Card & Security (CCS) aktiv. - Plus bei Umsatz und Gewinn:
Im 3. Quartal des abweichenden Geschäftsjahres 2025/2026 (per 30. Juni) steigerte Infineon den Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 9 % auf knapp 4,2 Milliarden Euro. Das Segmentergebnis stieg um 22 % auf 797 Millionen Euro. Für das Gesamt-Geschäftsjahr erwartet Infineon einen Umsatzanstieg von 11 % auf 16,3 Milliarden Euro. - Zuversichtliche Analysten:
Die Expertinnen und Experten glauben mehrheitlich an die Infineon-Aktie. Aktuell lauten 8 von 11 der von comdirect veröffentlichten Analysten-Einschätzungen auf „Kauf“. Zudem gibt es 3 Halteempfehlungen. Verkaufsempfehlungen kommen dagegen nicht vor.
Pro TSMC
(WKN 909800)
- Marktführer in der Schlüsselbranche:
Taiwan Semiconductor Manufacturing Company (kurz TSMC) ist als Auftragsfertiger der globale Marktführer bei Computerchips. Der Aufstieg begann als Exklusivlieferant für Produkte von Apple. Inzwischen ist der Boom der KI-Anwendungen der entscheidende Beschleuniger für Umsatz und Gewinn. - Rasante Umsatz- und Gewinnsteigerungen:
Aufgrund des Investitionsbooms in der KI-Branche kann TSMC aktuell seine Chips zu nahezu jedem Preis verkaufen. Im 2. Quartal des Geschäftsjahres 2026 zog der Umsatz um 36 % auf umgerechnet fast 40 Milliarden US-Dollar an. Der Überschuss legte noch deutlich stärker um satte 77 % auf rund 22 Milliarden US-Dollar zu. - Blendende Aussichten:
Die Halbleiterbranche dürfte nach Einschätzung von TSMC-Chef Che-Chia Wei weiter stark wachsen. Deshalb erhöht TSMC 2026 die Investitionen um 8 Milliarden US-Dollar auf 60 bis 64 Milliarden US-Dollar. In den USA will der Konzern mittelfristig sogar insgesamt 265 Milliarden US-Dollar investieren und dann dort 10 Fertigungs- und 2 Verpackungsanlagen unterhalten.
Contra Infineon
(WKN 623100)
- Marge bleibt unter den Erwartungen:
Die operative Marge verbesserte sich bei Infineon im 3. Quartal zwar um 2 %-Punkte auf 19,1 %. Analystinnen und Analysten hatten jedoch mehr erwartet. Der Grund für die im Vergleich zu anderen Chipproduzenten unterdurchschnittliche Marge sind GIP, CCS und das Automotive-Geschäft. Diese margenschwächeren Sektoren machen rund zwei Drittel des Infineon-Umsatzes aus. - Anfällig für Korrekturen:
Bis Anfang Juni 2026 hatte sich der Infineon-Kurs binnen 13 Monaten rund verdreifacht. Seitdem ging es um mehr als 30 % bergab. Das zeigt, dassdas Geschäft mit Halbleitern trotz der KI-Nachfrage weiterhin zyklisch ist. Anlegerinnen und Anleger müssen mit anhaltender Volatilität der Aktie rechnen. - Extrem hohe Bewertung:
Infineon gehört nach der Kursrally der jüngeren Vergangenheit zu den am höchsten bewerteten Aktien im DAX. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt trotz der jüngsten Kursverluste immer noch bei 44, die Dividendenrendite bei mageren 0,7 %.
Contra TSMC
(WKN 909800)
- Ambitionierte Bewertung nach Höhenflug:
Nach der Korrektur im Jahr 2022 war die TSMC-Aktie günstig bewertet. Seitdem jedoch werden die bereits beträchtlichen Gewinnsteigerungen von der Performance der Aktie noch weit übertroffen. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis 2026 liegt inzwischen bei rund 22, die einstmals ansehnliche Dividendenrendite ist auf nur noch gut 1 % gesunken. - Politische und militärische Gefahren:
In den vergangenen Jahren wurden Kriege als Fortsetzung der Politik wiederentdeckt – von Russland, aber auch von den USA. China wiederum erhebt weiterhin Anspruch auf das Territorium von Taiwan.Aus Furcht vor einem militärischen Angriff halten weiterhin einige Anlegerinnen und Anleger von der TSMC-Aktie Abstand. - Gefahr von Überinvestitionen:
Mit dem Siegeszug der KI ist aus dem zuvor sehr zyklischen Geschäft mit Chips seit einigen Jahren ein Dauerboom geworden. Aber irgendwann dürfte auch dieser ein Ende finden. Die aktuellen Investitionen von TSMC könnten sich dann als überdimensioniert erweisen und auf die Gewinnmargen drücken.
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