Das Nike "Swoosh" Logo an einem der Haupteingänge des Nike Headquarters in Beaverton, Oregon, USA.
Das Nike "Swoosh" Logo an einem der Haupteingänge des Nike Headquarters in Beaverton, Oregon, USA.
© hapabapa via Getty Images/iStockphoto

Nike: Neue Umsatz- und Gewinnrekorde

Nike führt die Riege der Sportartikler deutlich an. Zuletzt schwächelte jedoch das Chinageschäft.

Nike ist die Nummer eins unter den Sportmarken der Welt. Insbesondere im Heimatmarkt USA dominiert der Konzern unangefochten. Umsatz und Gewinn legten zuletzt erneut deutlich zu. Aktienrückkäufe stützen den Kurs und fast alle Analysten empfehlen die Aktie zum Kauf. Allerdings hat das schwache 4. Quartal des gebrochenen Geschäftsjahres 2021/2022 gezeigt, dass selbst Nike verwundbar ist. Insbesondere das China-Geschäft dürfte vorerst wacklig bleiben. Die Aktie ist hoch bewertet und die Dividendenrendite liegt nur bei 1,2 %. Auf den Rückenwind eines sportlichen Großereignisses kann Nike angesichts der umstrittenen Fußball-WM in Katar in diesem Jahr kaum zählen.

Pro Nike (WKN 866993)

  • Nummer eins auf dem Sportartikelmarkt: Nike ist seit mehr als 30 Jahren der größte globale Sportartikelhersteller. Die Dominanz ist vor allem im US-amerikanischen Heimatmarkt und in den Segmenten Running und Basketball deutlich. Im vergangenen Jahrzehnt baute das Unternehmen seine Vormachtstellung aus.
  • Umsatz und Gewinn steigend: Im gebrochenen Geschäftsjahr 2021/2022 (zum 31.5.2022) stiegen die Umsätze von Nike im Vergleich zum Vorjahr um rund 5 % auf 46,7 Milliarden US-Dollar an; alle Regionen außer China konnten Zuwächse erzielen. Der Nettogewinn belief sich auf 6,05 Milliarden US-Dollar und übertraf damit das Niveau des Vorjahres um 6 %.
  • Kurspflege durch Aktienrückkäufe: Neben Dividenden setzt Nike traditionell auf Aktienrückkaufprogramme. In den kommenden vier Jahren will Nike eigene Aktien im Volumen von 18 Milliarden Dollar kaufen und aus dem Markt nehmen.
  • Zuversichtliche Experten: Nike ist seit jeher bei den Analysten gut angesehen. Sieben von neun Experten geben zurzeit eine Kaufempfehlung ab, zwei votieren für „Halten“. Auf der Verkaufsliste steht die Aktie überhaupt nicht. Der comdirect Analystenscore liegt damit bei sehr ordentlichen 78 %.

Contra Nike (WKN 866993)

  • Schwaches Schlussquartal: Das 4. Quartal des Geschäftsjahres 2022 (zum 31. Mai) verlief für Nike enttäuschend. Der Umsatz ging im Vergleich zum Vorjahr um 1 % auf 12,2 Milliarden US-Dollar zurück. Der Nettogewinn lag mit 1,4 Milliarden US-Dollar sogar um 5 % unter dem entsprechenden Vorjahreswert.
  • Belastungen in China und bei den Lieferketten: Das enttäuschende Frühjahrsergebnis hat mehrere Gründe. So brachen die Verkäufe in China um fast 20 % ein. Und wegen einiger Corona-Ausbrüche musste die Produktion zeitweise unterbrochen werden. Zudem machen Nike anhaltende Lieferkettenprobleme zu schaffen, die den globalen Handel einschränken. So stieg der Lagerbestand stark an.
  • Hohe Bewertung: Als Markenaktie ist Nike traditionell hoch bewertet. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis für 2022 liegt bei rund 25 und damit deutlich über dem Durchschnitt des Dow Jones 30. Die Dividende steigt zwar bei Nike regelmäßig an, die Dividendenrendite liegt aber angesichts des hohen Kursniveaus nur bei rund 1,2 %.
  • Schwache Konsumentenstimmung: Normalerweise schaut die Börsenwelt in Jahren mit großen Fußballereignissen verstärkt auf die Sportartikel-Hersteller. Die skandalumwobene Katar-WM vermag jedoch kaum zu begeistern. Zudem ist die Konsumentenstimmung wegen der anziehenden Inflation weltweit gedämpft.

Über Nike

Nike gehört zu den Marken mit der weltweit größten Strahlkraft. Das Unternehmen wurde 1964 von dem Leichtathletiktrainer Bill Bowerman und von Phil Knight unter dem Namen Blue Ribbon Sports als Vertriebsunternehmen für Turnschuhe gegründet. 1971 benannte sich die junge Firma in Nike um, nach der griechischen Göttin des Sieges. Danach legte man eine Kollektion von besonders leichten Sportschuhen vor. 1978 begann der Verkauf von Sportschuhen auch in Europa, 1980 ging Nike an die Börse.

Der Durchbruch gelang 1984 mit der Kooperation mit Michael Jordan. Gemeinsam mit dem damals noch aufstrebenden Basketballstar legte Nike die Kollektion Air Jordan auf, die noch heute existiert. Im boomenden Basketball wurde Nike zur dominierenden Marke und 1989 Weltmarktführer unter den Sportartiklern – eine Position, die bis heute trotz aller Bemühungen des Erzrivalen Adidas nicht mehr abgegeben wurde. Ab den 1990er-Jahren machte Nike im Fußballgeschäft mobil und sicherte sich die Zusammenarbeit mit Rekordweltmeister Brasilien. Danach verpflichtete das Unternehmen mit dem Golfer Tiger Woods und dem Radstar Lance Armstrong die Dominatoren ihrer Sportarten.

Über viele Jahre wurde Nike vom Mitgründer Phil Knight geführt. Er erweiterte das Geschäft mit Schuhen auch auf Sportbekleidung und Sport-Accessoires. Eine der letzten Amtshandlungen Knights als Vorsitzender war 2003 die Übernahme der Freizeitschuhmarke Converse, die mit Nikes Marketingmacht aufblühte. Danach wechselte Knight in den Aufsichtsrat, den er erst 2016 verließ. Die Aktie von Nike befindet sich seit vielen Jahren in einem strukturellen Aufwärtstrend. 2013 wurde sie in den Dow Jones 30 aufgenommen. An der Börse ist das Unternehmen, das weltweit rund 80.000 Mitarbeiter beschäftigt, aktuell mit knapp 130 Milliarden Dollar bewertet.

Aktien unterliegen Kursschwankungen; damit sind Kursverluste möglich. Bei Wertpapieren, die nicht in Euro notieren, sind zudem Währungsverluste möglich. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung. Die Auswahl der Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente dient ausschließlich Informationszwecken und stellt kein Angebot, keine Aufforderung oder Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar. Sie soll lediglich Ihre selbstständige Anlageentscheidung erleichtern und ersetzt keine anleger‐ und anlagegerechte Beratung. Bei den hier dargestellten Informationen und Wertungen handelt es sich um eine Werbemitteilung, die nicht den gesetzlichen Anforderungen zur Gewährleistung der Unvoreingenommenheit einer Anlageempfehlung oder Anlagestrategieempfehlung genügt. Die Darstellung gibt nicht die Meinung von comdirect – eine Marke der Commerzbank AG – wieder. Darüber hinaus unterliegen die dargestellten Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente keinem Verbot des Handels vor der Veröffentlichung von Anlage‐ oder Anlagestrategieempfehlungen. Der comdirect Analystenscore errechnet sich aus der Gesamtzahl der Analysten, die diese Aktie bewerten. Die negativen Einschätzungen (Verkaufen) werden von den positiven (Kaufen) subtrahiert und das Ergebnis durch die Gesamtzahl aller Einschätzungen (Kaufen, Halten, Verkaufen) dividiert. Diese Zahl wird mit 100 multipliziert, um den Prozentwert darzustellen. Stand: 21.09.2022; Quelle: comdirect.de

top