Nike Profitabilität stimmt wieder

Das Nike "Swoosh" Logo an einem der Haupteingänge des Nike Headquarters in Beaverton, Oregon, USA.
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Nike hat die Corona-Virus-Krise schnell überwunden. Allerdings ist das Unternehmen hoch bewertet.

Nike ist seit Langem die umsatzstärkste Sportmarke der Welt und vor allem auf dem amerikanischen Kontinent dominant. Umsatz und Gewinn legten im vergangenen Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum wieder deutlich zu. Bei den Analysten genießt die Aktie von Nike einen guten Ruf. Allerdings hat das vergangene Geschäftsjahr mit dem katastrophalen Frühjahrsquartal gezeigt, dass selbst eine Mega-Marke wie Nike verwundbar ist. Die Aktie ist hoch bewertet und die Dividendenrendite ist unter die Marke von 1 % gesunken. Von den Olympischen Spielen in Tokio ist in Pandemie-Zeiten kaum Rückenwind zu erwarten.

Pro Nike (WKN 866993)

  • Unumstrittener Weltmarkführer: Nike ist seit 1989 die Nummer eins unter den globalen Sportartikelherstellern. Vor allem auf dem amerikanischen Kontinent kann Erzrivale Adidas nicht mithalten. 2013 wurde das Unternehmen in den Dow Jones 30 aufgenommen. Seitdem stiegen mit Ausnahme des Pandemiejahres 2020 Umsatz, Gewinn und Dividenden regelmäßig an.
  • Umsätze wachsen wieder: Nike profitiert in der Corona-Pandemie weiter von boomenden Verkäufen im Internet. Im zweiten Geschäftsquartal des gebrochenen Geschäftsjahres 2020/2021 (zum 30. November) kletterten die Erlöse um insgesamt 9 % auf 11,2 Milliarden US-Dollar. Entscheidend beigetragen hat vor allem ein 84-prozentiges Plus im Online-Geschäft.
  • Steigender Nettogewinn: Auch die Profitabilität stimmt bei Nike nach den durch Corona beeinträchtigten Vorquartalen wieder: Im Jahresvergleich legte der Nettogewinn um 12 % auf 1,3 Milliarden Dollar zu. Damit übertraf der globale Marktführer wie schon im Quartal zuvor die Erwartungen der Analysten deutlich.
  • Optimismus bei den Experten: Nike ist seit jeher bei den Analysten gut angesehen. Sieben von elf Experten empfehlen derzeit, die Aktie zu kaufen. Bei dreimal „Halten“ gibt es nur einen Rat zum „Verkauf“. Der comdirect Analystenscore liegt damit bei überdurchschnittlichen 55 %.

Contra Nike (WKN 866993)

  • Volatiles Geschäft: 2020 zeigte sich, dass die Pandemie selbst eine Mega-Marke wie Nike in Schwierigkeiten bringen kann. Nach dem Geschäftseinbruch im vierten Quartal (zum 31. Mai) reduzierte sich der Konzernumsatz im Gesamtjahr 2019/2020 um 4 % auf 37,4 Milliarden US-Dollar, der Gewinn brach um 37 % auf 2,54 Milliarden Dollar ein. Zur Überbrückung von finanziellen Engpässen musste Nike sogar eine Anleihe über sechs Milliarden Dollar auflegen.
  • Hohe Bewertung: Als Markenaktie ist Nike traditionell hoch bewertet. Trotz eines schwierigen und durch die Pandemie beeinträchtigten Geschäftsjahres 2019/2020 setzte der Kurs zuletzt zu Höhenflügen an. Somit liegt das Kurs-Gewinn-Verhältnis für 2021 aktuell bei 37 und damit deutlich über dem historischen Durchschnitt.
  • Dividendenrendite gesunken: Nike hat zwar seit 2016 die Jahresdividende von 0,62 auf 1,10 Dollar gesteigert. Durch die gleichzeitigen Kurssteigerungen ist die Dividendenrendite aber auf rund 0,8 % gesunken. Für die meisten klassischen Dividendenfonds ist das zu wenig.
  • Großevents sorgen für wenig Fantasie: Normalerweise schaut die Börsenwelt in Jahren mit großen Fußballereignissen und/oder Olympischen Spielen verstärkt auf die Sportartikelhersteller. Zwar sind die Tokio-Spiele von 2020 auf 2021 verschoben worden. Mit vielen Zuschauern und Euphorie rechnet aber kaum jemand – wenn die Olympischen Spiele überhaupt stattfinden.

Über Nike

Nike gehört zu den Marken mit der weltweit größten Strahlkraft. Das Unternehmen wurde 1964 von dem Leichtathletiktrainer Bill Bowerman und Phil Knight unter dem Namen Blue Ribbon Sports als Vertriebsunternehmen für Turnschuhe gegründet. 1971 benannte sich die junge Firma in Nike um, nach der griechischen Göttin des Sieges. Danach legte man eine Kollektion von besonders leichten Sportschuhen vor. 1978 begann der Verkauf von Sportschuhen auch in Europa, 1980 ging Nike an die Börse.

Der Durchbruch gelang 1984 mit der Kooperation mit Michael Jordan. Gemeinsam mit dem damals noch aufstrebenden Basketballstar legte Nike die Kollektion Air Jordan auf, die noch heute existiert. Im boomenden Basketball wurde Nike zur dominierenden Marke und 1989 Weltmarktführer unter den Sportartiklern – eine Position, die bis heute trotz aller Bemühungen des Erzrivalen Adidas nicht mehr abgegeben wurde. Ab den 1990er-Jahren machte Nike im Fußballgeschäft mobil und sicherte sich die Zusammenarbeit mit Rekordweltmeister Brasilien. Danach verpflichtete das Unternehmen mit dem Golfer Tiger Woods und dem Radstar Lance Armstrong die Dominatoren ihrer Sportarten.

Über viele Jahre wurde Nike vom Mitgründer Phil Knight geführt. Er erweiterte das Geschäft mit Schuhen auch auf Sportbekleidung und Sport-Accessoires. Eine der letzten Amtshandlungen Knights als Vorsitzender war 2003 die Übernahme der Freizeitschuhmarke Converse, die mit Nikes Marketingmacht aufblühte. Danach wechselte Knight in den Aufsichtsrat, den er erst 2016 verließ. Die Aktie von Nike befindet sich seit vielen Jahren in einem strukturellen Aufwärtstrend. 2013 wurde sie in den Dow Jones 30 aufgenommen. An der Börse ist das Unternehmen, das weltweit rund 80.000 Mitarbeiter beschäftigt, aktuell mit rund 185 Milliarden US-Dollar bewertet.

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