Freihandelsabkommen Asien-Pazifik Neue Anlagechancen in Asien?

Ausblick vom Containerschiff-Terminals auf die Bucht in Shenzhen, China
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Die Region Asien/Pazifik wächst stärker als der Rest der Welt. Das RCEP-Abkommen gibt China und seinen Nachbarn noch einen Push.

Der ehemalige Präsident Donald Trump hat viel dafür getan, dass die Handelskonflikte weltweit zunahmen und Handelsbarrieren tendenziell eher auf- als abgebaut wurden. Chinas Präsident Xi Jinping zeigt vor seiner Haustür, dass es auch anders geht. Nach achtjährigen Verhandlungen hat sich die Volksrepublik mit den zehn ASEAN-Staaten (Brunei, Indonesien, Kambodscha, Laos, Malaysia, Myanmar, Philippinen, Singapur, Thailand und Vietnam) sowie Japan, Australien, Südkorea und Neuseeland im November 2020 auf den weltgrößten Freihandelspakt geeinigt. 2,2 Milliarden Menschen leben in den 15 Staaten, die gemeinsam für 29 % des globalen Handelsvolumens stehen. Die Europäische Union macht mit 33 % nur knapp mehr aus.

Freihandelsabkommen reduzieren grundsätzlich den bürokratischen Aufwand, sie beseitigen Handelsbarrieren und vergrößern den frei zugänglichen Markt für die eigenen Waren und Dienstleistungen. Das RCEP-Abkommen speziell verringert Zölle, legt gemeinsame Handelsregeln fest und erleichtert damit auch Lieferketten. Es umfasst zahlreiche Sektoren – Handel, Dienstleistungen, Investitionen, E-Commerce, Telekommunikation und Urheberrechte. Die beteiligten Staaten gehen davon aus, dass der gemeinsame Markt ihnen helfen wird, sich (schneller) von den Auswirkungen der Corona-Pandemie zu erholen. Auch die angespannten Beziehungen zwischen Japan und Südkorea könnten sich etwas verbessern.

China als größter Profiteur

Zwar bedeutet der neue Freihandelspakt, der von den einzelnen Ländern noch ratifiziert werden muss, keineswegs die Beseitigung aller Probleme zwischen den Handelspartnern. Dennoch gehen Ökonomen wie Otmar Lang, Chefvolkswirt der Targobank, davon aus, dass der gesamte asiatische Raum von der jüngst vereinbarten Freihandelszone „mittelfristig stark profitieren dürfte“. Den größten wirtschaftlichen Nutzen werden laut einer Studie des renommierten US-amerikanischen Thinktanks Peterson Institute for International Economics China, Japan und Korea haben. Bis 2030 sollen die zusätzlichen Gewinne für China ca. 85 Milliarden US-Dollar betragen, bei den beiden anderen Ländern 48 bzw. 23 Milliarden US-Dollar.

Schon ohne das RCEP-Abkommen könnte die Asien-Pazifik-Region in den kommenden Jahren erhebliches Potenzial bieten. Die Bevölkerung ist im Schnitt deutlich jünger als beispielsweise die in der Europäischen Union. Es gibt eine wachsende Mittelschicht und auch wirtschaftlich holt die Region stark auf. Laut Schätzungen der Weltbank dürfte Ostasien/Pazifik im Pandemie-Jahr 2020 voraussichtlich als einziges größeres Gebiet ein Wachstum ausweisen. Für 2021 liegen die Prognosen bei plus 6,6 %. „Im Gegensatz zu vielen entwickelten Ländern hat ein Großteil der asiatischen Schwellenländer die Pandemie bisher erfolgreich gemeistert“, erklärt Manraj Sekhon, Chefstratege für Schwellenländeraktien bei Franklin Templeton. ,,Deshalb könnte sich die gegenwärtige Aktienmarkt-Rally auf das Jahr 2021 ausweiten.“

Mit Fonds, ETFs oder Zertifikaten

Anleger können per Einzelwerte in die bedeutendsten Unternehmen der Region Asien/Pazifik investieren. Australische, japanische und koreanische Werte wie Samsung (WKN 881823) oder auch große chinesische Technologieunternehmen wie Tencent (WKN A1138D) und Alibaba (WKN A117ME) sind an deutschen Börsen in ausreichendem Maß handelbar. Bei vielen Werten aus Chinas Nachbarländern ist das anders. Für Privatanleger könnten deshalb auch Investmentfonds, ETFs oder Index-Zertifikate auf den asiatisch-pazifischen Raum interessant sein. Zu den Top-Preis Fonds, die aktuell mit 100 % Discount auf den Ausgabeaufschlag erworben werden können (alle Konditionen zu den Top-Preis Fonds finden Sie hier), gehören der Schroeder ISF Asian TR (WKN A1C72S) und der JP Morgan Funds-Pacific Equity (WKN 971609). Bei Investments in Wertpapieren, die nicht in Euro notieren, sollten Anleger auch mögliche Währungsverluste einkalkulieren.

Der Lyxor MSCI AC Asia Pacific Ex Japan ETF (WKN LYX015) investiert passiv. Wie es der Name schon sagt, ist der japanische Aktienmarkt bei diesem Top-Preis ETF nicht enthalten. Dies ist beim Open-End-Indexzertifikat auf den STOXX Asia/Pacific 600 ER (WKN A1DKRE) anders. Das von der HypoVereinsbank emittierte Papier bildet die Wertentwicklung der 600 größten börsennotierten Unternehmen in Australien, Hongkong, Japan, Neuseeland und Singapur ab.

Fonds, ETFs und Index-Zertifikate unterliegen Kursschwankungen. Damit sind Kursverluste bis hin zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals möglich. Bei Wertpapieren, die nicht in Euro notieren, sind zudem Währungsverluste möglich. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung. Bei Index-Zertifikaten besteht als Schuldverschreibung zudem ein Emittentenrisiko. Bei Zahlungsunfähigkeit des Emittenten können Verluste bis hin zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals eintreten. Die Auswahl der Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente dient ausschließlich Informationszwecken und stellt kein Angebot, keine Aufforderung oder Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar. Sie soll lediglich Ihre selbstständige Anlageentscheidung erleichtern und ersetzt keine anleger‐ und anlagegerechte Beratung. Bei den hier dargestellten Informationen und Wertungen handelt es sich um eine Werbemitteilung, die nicht den gesetzlichen Anforderungen zur Gewährleistung der Unvoreingenommenheit einer Anlageempfehlung oder Anlagestrategieempfehlung genügt. Die Darstellung gibt nicht die Meinung von comdirect wieder. Darüber hinaus unterliegen die dargestellten Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente keinem Verbot des Handels vor der Veröffentlichung von Anlage‐ oder Anlagestrategieempfehlungen. Stand: 20.01.2021; Quelle: comdirect.de