Nebenwerte Champions aus der zweiten Reihe

Finanzdistrikt London
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In der Konjunkturerholung profitieren Small und Mid Caps besonders stark. Auch langfristig liefern sie höhere Erträge als Bluechips.

Mittelgroße und kleine Unternehmen stehen meist im Schatten von Amazon und Co. Dabei sind sie für Anleger hochinteressant. Das zeigt auch die Entwicklung des SDAX und vor allem des MDAX, also des Aktienindex für mittelgroße Unternehmen in Deutschland. Er feierte am 19. Januar 2021 sein 25-jähriges Jubiläum. Die Bilanz kann sich sehen lassen: Der MDAX legte in diesen Zeitraum mehr als doppelt so stark zu wie der große Bruder DAX. Und auch in den vergangenen fünf Jahren gewinnt der MDAX das Duell.

Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung. Transaktionskosten, Provisionen und Steuern sind in der Performance des Charts nicht enthalten. Referenzzeitraum: 28.07.2016 bis 28.07.2021, Quelle: comdirect

Sogenannte Mid Caps wie der MDAX sind zwar oft etwas volatiler als die DAX-Größen. Aber nicht nur auf der Langstrecke sind sie wachstumsstärker. „Gerade in einer starken konjunkturellen Erholung, wie wir sie gerade erleben, schneiden kleine und mittelgroße Unternehmen meist besser ab“, sagt Andreas Strobl, Fondsmanager des Berenberg Mittelstand R. „Denn sie beliefern große Unternehmen mit Produkten und Dienstleistungen, die sie bei ihren vollen Auftragsbüchern derzeit benötigen.“

Ein gutes Beispiel dafür ist Aixtron (WKN A0WMPJ) aus Herzogenrath bei Aachen. Das Unternehmen liefert Teile und Technologien für die Mikrochipindustrie, die derzeit einen Boom erlebt wie nie zuvor. Die Preise für Zulieferprodukte stiegen stark. Der Göttinger Pharma- und Laborzulieferer Sartorius (WKN 716563) gehörte schon seit Langem zu den Säulen im MDAX. Die Corona-Virus-Pandemie mit ihrem großen Testbedarf hat Sartorius noch einmal kräftig Rückenwind gegeben. Zu den langfristig stark wachsenden Unternehmen gehört auch die Nemetschek SE. Noch vor der Jahrtausendwende im damaligen Neuen Markt gestartet, ist Nemetschek (WKN 645290) einer der führenden Anbieter Europas von Software für Architektur und Bau. Den Einbruch in der Pandemie hat die Aktie schnell wieder aufgeholt.

Breit in Small und Mid Caps investieren

Für Privatanleger sind Unternehmen aus der zweiten und dritten Reihe in der Regel allerdings schwerer einzuschätzen als die bekannten Marktgrößen. Eine Alternative zur Auswahl von Einzelwerten kann daher ein Investment in Fondsprodukte sein, die versuchen, breit zu investieren und Risiken zu streuen. Mittelgroße und kleine Unternehmen sind das Eldorado der aktiven Fondsmanager. In diesem Segment schneiden sie häufig besser ab als der breite Markt. Der Grund: Nur wenige Analysten beobachten diese Firmen. Fehlgriffe und Verluste sind natürlich auch bei aktivem Fondsmanagement nicht auszuschließen. Aber Fondsmanager mit einem guten Netzwerk an Kontakten und Erfahrung können Wachstumsperlen vor der breiten Mehrheit entdecken und dann von möglichen späteren Kursanstiegen profitieren. Die engen Kontakte funktionieren auch in der Corona-Pandemie – bisweilen sogar besser, weil zeitsparender: „Meetings von Oslo bis Mailand mache ich jetzt per Video an einem einzigen Tag“, sagt Jonas Liegl, Fondsmanager bei Lupus Alpha.

Small- und Mid-Cap-Fonds gibt es für alle Regionen. Andreas Strobl konzentriert sich beim Berenberg Mittelstand R (WKN A14XN5) auf den deutschsprachigen Raum. Er bevorzugt bei den 25 bis 45 Titeln im Portfolio vor allem Unternehmen, die ihr Geschäftsmodell auf Megatrends wie Digitalisierung oder Demografie ausrichten. Zu den größten Positionen zählen neben dem Pharma- und Laborzulieferer Sartorius (WKN 716563) auch der der Duftstoffhersteller Symrise (WKN SYM999). Beide Aktien sind Kandidaten für den Aufstieg in den DAX, wenn die erste deutsche Börsenliga im September von 30 auf 40 Werte erweitert wird.

Interessante Fonds aus Europa und den USA

Mittelständische Unternehmen in Europa konnten Krisen in den vergangenen 20 Jahren besser bewältigen als Standardwerte. Zu diesem Ergebnis kam Ende 2020 eine Studie des Asset Managers Lupus Alpha. Das Frankfurter Fondshaus hat mehrere Small- und Mid-Cap-Fonds mit europäischem Schwerpunkt im Angebot, zum Beispiel den Lupus Alpha Dividend Champions (WKN A1JDV6). Auch in den USA gibt es viele spannende Unternehmen aus der zweiten und dritten Reihe. Fondsmanager Curt Organt etwa investiert mit dem T. Rowe Price US Smaller Companies Equity A (WKN 767370) in 150 bis 200 Nebenwerte und hat bislang den Durchschnitt der amerikanischen Nebenwerte-Fondsmanager über einen langen Zeitraum übertroffen. In weltweit attraktive kleine und mittelgroße Unternehmen investiert der Threadneedle (Lux) Global Smaller Companies Fund (WKN A1JJHG) von Fondsmanager Scott Woods. Der Fonds ist bei comdirect im Sparplan erhältlich.

Kostengünstig sind börsengehandelte Indexfonds ETF, die natürlich auch Kursschwankungen unterliegen. So zum Beispiel der iShares MDAX UCITS ETF (WKN 593392). Er bildet den Index mit seinen 60 Werten eins zu eins ab. Der Xtrackers Germany Mittelstand & MidCap UCITS ETF (WKN A1T795) investiert direkt in die größten 70 deutschen mittelständischen Unternehmen, die im zugrunde liegenden Solactive Mittelstand & MidCap Deutschland TRN Index erhalten sind. Er ist bei comdirect als Top-Preis ETF ohne Orderentgelt im Sparplan erhältlich. (alle Informationen zu den Top-Preis ETFs von comdirect finden Sie hier).

Aktien, Fonds und ETFs unterliegen Kursschwankungen. Bei Wertpapieren, die nicht in Euro notieren, sind zudem Währungsverluste möglich. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung. Die Auswahl der Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente dient ausschließlich Informationszwecken und stellt kein Angebot, keine Aufforderung oder Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar. Sie soll lediglich Ihre selbstständige Anlageentscheidung erleichtern und ersetzt keine anleger‐ und anlagegerechte Beratung. Bei den hier dargestellten Informationen und Wertungen handelt es sich um eine Werbemitteilung, die nicht den gesetzlichen Anforderungen zur Gewährleistung der Unvoreingenommenheit einer Anlageempfehlung oder Anlagestrategieempfehlung genügt. Die Darstellung gibt nicht die Meinung von comdirect wieder. Darüber hinaus unterliegen die dargestellten Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente keinem Verbot des Handels vor der Veröffentlichung von Anlage‐ oder Anlagestrategieempfehlungen. Stand: 28.07.2021; Quelle: comdirect.de