Nachhaltigkeit Mit gutem Gewissen investieren

Nachhaltige Investments: Wo könnte Greta jetzt investieren?
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Nachhaltige Investments werden Standard. Der Markt ist breit gefächert. Besonders gefragt sind aktuell Impact Investing und Klimaschutzfonds.

Die Zeit drängt. Nach dem aktuellen Bericht des Weltklimarats muss die Welt schnell und umgehend umsteuern, um den Anstieg der Temperatur auf 1,5 Grad zu begrenzen, wie es im Pariser Klimaschutzabkommen vereinbart ist. Sei es China, USA oder die Europäische Union – die politischen Bekenntnisse für den Klimaschutz sind groß. Die EU will mit ihrem „Green Deal“ und dem „EU-Aktionsplan für nachhaltige Finanzen“ Kapital in Richtung einer nachhaltigen Wirtschaft lenken.

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Institutionelle Anleger werden zunehmend vom Gesetzgeber zu nachhaltigen Investitionen angehalten. Wir fragen die Leser: Wie gehen Sie mit dem Thema um?

„Nachhaltigkeit ist kein Nischenthema mehr, sondern wird zum Standard und uns dauerhaft begleiten“, sagt Carlo Funk, Head of ESG Investment Strategy bei der Fondsgesellschaft State Street Global Advisors für Europa, den Mittleren Osten und Afrika. Fondsgesellschaften müssen seit März 2021 ausweisen, ob sie einen Fonds nachhaltig managen, gesellschaftliche Ziele verfolgen oder nachhaltige Kriterien keine Rolle spielen. Im nächsten Jahr müssen Finanzberater ab August zudem die Ziele und Wünsche ihrer Kunden im Bereich nachhaltiger Investments abfragen.

Nachhaltigkeit ist kein geschützter Begriff

Allerdings: Was „nachhaltig“ genau ist, das definiert jeder anders. Einige Fonds investieren nach dem „Best in Class“-Ansatz und kaufen zum Beispiel Aktien von Minenbetreibern, die etwas vorsichtiger mit der Umwelt umgehen als andere Kohleunternehmen. Andere schließen nur besonders kritische Branchen (etwa Unternehmen aus der Tabak-, Militär- oder Atomindustrie) aus. Standard ist inzwischen die Orientierung an den sogenannten „ESG-Kriterien“ Environmental (Umwelt), Social (Soziales) und Governance (verantwortungsvolle Unternehmensführung) und entsprechenden „ESG-Ratings“. Besonders strenge Nachhaltigkeitsfonds prüfen selbst jedes Unternehmen einzeln und investieren nur in diejenigen, an denen sie keinen Zweifel haben.

Eine wichtige Rolle spielen zudem die 17 Nachhaltigkeitsziele (Sustainable Goals) der Vereinten Nationen. Hierzu gehören Gesundheit, Bildung und sauberes Wasser. Sogenannte Impact-Investoren investieren in Unternehmen, die sich verstärkt an diesen Nachhaltigkeitszielen orientieren wollen. Der M&G Positive Impact (WKN A2JQM4) etwa kauft Aktien von Unternehmen, die sich auf mindestens einen zentralen Wirkungsbereich der 17 Sustainable Goals konzentrieren. Unter den zehn größten Positionen im Portfolio des M&G Positive Impact befindet sich zum Beispiel Ørsted (WKN A0NBLH). Der dänische Energiekonzern hat sich vor einigen Jahren komplett von konventionellen Energien verabschiedet und betreibt jetzt Offshore- und Onshore-Windparks.

Zahlreiche Klimaschutzfonds sind auf den Markt gekommen

Unter den Nachhaltigkeitsfonds gibt es auch enger geschnittene Themenfonds. Angesichts von Überschwemmungen, Wirbelstürmen und globalem Temperaturanstieg wächst das Angebot an Klimaschutzfonds. Dabei investieren die Fondsgesellschaften in Unternehmen, die CO2-Emissionen reduzieren oder auch neue Technologien für den Klimaschutz entwickeln. Ein Klimaschutzfonds, der schon länger auf dem Markt ist, ist der LBBW Global Warming R (WKN A0KEYM). Aktuell finden sich 74 Unternehmen im Portfolio. Dazu zählt zum Beispiel Microsoft (WKN 870747). Der Konzern will bis 2025 nicht nur klimaneutral sein, sondern einen positiven Klimabeitrag liefern. Der Weg dahin: Microsoft entwickelt Technologien, die Kohlendioxid aus der Luft entnehmen sollen.

Einen noch strengeren Nachhaltigkeitsfilter mit Fokus auf kleinere Unternehmen verfolgt der aktiv gemanagte Aktienfonds Ökoworld Klima (WKN A0MX8G), der bereits 2007 aufgelegt wurde. Dabei wird das Nachhaltigkeitsresearch durch einen unabhängigen wissenschaftlichen Beirat unterstützt. 42 % der Unternehmen stammen aus den USA. Dazu gehören zum Beispiel die Firma LKQ (WKN 254570), die Gebrauchtteile für die Reparatur von Fahrzeugen anbietet, oder das Unternehmen Waste Management (WKN 893579), ein führendes Unternehmen der Abfallwirtschaft im nordamerikanischen Raum.

Bei comdirect bekommen Kunden im Motiv-Investing Nachhaltigkeitsfonds zu besonders attraktiven Konditionen. Der Nordea 1 Global Climate and Environment Fund (WKN A0NEG2) und der Pictet European Sustainable Equities – P EUR ACC Fonds (WKN 750443) investieren in den entwickelten Volkswirtschaften. Der Vontobel Fund – mtx Sustainable Emerging Markets Leaders (WKN A1JJL9) konzentriert sich auf nachhaltig wirtschaftende Unternehmen aus den Schwellenländern. Bei allen Fonds gibt es aktuell 75 % Rabatt auf den regulären Ausgabeaufschlag.

Neben aktiv gemanagten Aktienfonds gibt es börsengehandelte Indexfonds mit dem Fokus Nachhaltigkeit, etwa der Amundi MSCI EMU ESG Universal Select ETF (WKN A2PZC7) oder der iShares MSCI Europe ESG Screened Ucits ETF (WKN A2N48E). Der iShares ETF schließt Unternehmen aus den Bereichen Waffen, Tabak, Kohle und Öl aus und orientiert sich an den 17 Sustainable Goals der UN. Extrem streng sind die Kriterien nicht, denn das Portfolio wird von Unternehmen dominiert, die bei Umweltschützern nicht unbedingt zu den Lieblingen zählen. So finden sich unter den am höchsten gewichteten Werten im Portfolio die Schweizer Nestlé (WKN A0Q4DC) und Roche (WKN 855167), der niederländische Elektronikkonzern ASML (WKN A1J4U4) sowie der französische Luxuskonzern LVMH (WKN 853292).

Gezielt in den Emissionshandel investieren

Auch der Emissionshandel bietet inzwischen Anlagemöglichkeiten. Die EU will bis 2030 die CO2-Emissionen um 55 % statt wie bisher geplant um 40 % senken. Die ehrgeizigen Ziele sind Teil des „Green Deal“, mit dem die EU bis 2050 klimaneutral werden möchte. Entsprechend haben sich die Preise für Emissionsrechte von 15 Euro Anfang des Jahres auf zuletzt 55 Euro mehr als verdreifacht. Die Experten vom Bankhaus Berenberg halten sogar einen Anstieg auf 110 Euro im Laufe des Jahres für möglich. Rückschläge sind natürlich keinesfalls auszuschließen.

Privatanleger, die von steigenden Preisen für Emissionsrechte profitieren wollen, können diese Papiere nicht direkt erwerben. Deshalb müssen sie den Umweg über Zertifikate gehen. Ein Zertifikat mit unbeschränkter Laufzeit bietet beispielsweise die französische Bank Société Générale mit dem Unlimited Trackerzertifikat auf CO2-Emissionsrechte ICE (WKN CU3RPS). Das Zertifikat bildet die Wertentwicklung des ICE EUA Futures-Kontrakt ab, der in Euro an der Amsterdamer ICE (Intercontinental Exchange) gehandelt wird. Neben der hohen Volatilität und entsprechenden Verlustrisiken sollten Anleger auch das bestehende Emittentenrisiko berücksichtigen. Hierbei können Verluste bis hin zum Totalverlust eintreten.

Aktien, ETF-Indexfonds, Investmentfonds und Partizipations-Zertifikate unterliegen Kursschwankungen. Damit sind Kursverluste bis hin zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals möglich. Bei Wertpapieren, die nicht in Euro notieren, sind zudem Währungsverluste möglich. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung. Bei Partizipations-Zertifikaten besteht als Schuldverschreibung zudem ein Emittentenrisiko. Bei Zahlungsunfähigkeit des Emittenten können Verluste bis hin zum Totalverlust eintreten. Die Auswahl der Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente dient ausschließlich Informationszwecken und stellt kein Angebot, keine Aufforderung oder Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar. Sie soll lediglich Ihre selbstständige Anlageentscheidung erleichtern und ersetzt keine anleger‐ und anlagegerechte Beratung. Allein verbindliche Grundlage des Kaufs bei Fonds sind die derzeit gültigen Verkaufsunterlagen des Fonds („Wesentliche Anlegerinformationen“, Verkaufsprospekt sowie Jahres‐ und Halbjahresberichte, soweit veröffentlicht). Diese Unterlagen erhalten Sie auf der Fonds‐Detailseite unter www.comdirect.de oder direkt beim Emittenten. Bei den hier dargestellten Informationen und Wertungen handelt es sich um eine Werbemitteilung, die nicht den gesetzlichen Anforderungen zur Gewährleistung der Unvoreingenommenheit einer Anlageempfehlung oder Anlagestrategieempfehlung genügt. Die Darstellung gibt nicht die Meinung von comdirect wieder. Darüber hinaus unterliegen die dargestellten Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente keinem Verbot des Handels vor der Veröffentlichung von Anlage‐ oder Anlagestrategieempfehlungen. Stand: 22.09.2021; Quelle: comdirect.de