Münchener Rück Konstanter Dividenden-Zahler

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Der Gewinn der Münchener Rück ging im 3. Quartal deutlich zurück. Im Vergleich zur Konkurrenz präsentiert sich der Konzern aber stabil.

Die Münchener Rück (Munich Re) ist der größte Rückversicherer der Welt und mit dem Erstversicherer Ergo und dem Vermögensverwalter MEAG breit aufgestellt. Insbesondere Ergo hat sich in der Pandemie-Krise gut gehalten. Seit Jahrzehnten verwöhnt die Münchener Rück mit stabilen und üppigen Dividenden. Im Vergleich zur Konkurrenz hält sich das Unternehmen gut und musste bisher keine Verluste melden. Allerdings ging das Ergebnis im 3. Quartal wegen höherer Kosten gegenüber dem Vorjahr um mehr als drei Viertel zurück. Insbesondere die Auswirkungen der Corona-Krise machten sich bemerkbar, sodass die ursprünglichen Jahresziele nicht erreicht werden können. Für die Mehrheit der Analysten ist die Aktie der Münchener Rück zurzeit nur eine Halteposition.

Pro Münchener Rück (WKN 843002)

  • Stabiles Geschäftsmodell: Münchener Rück ist einer der weltweit größten Versicherer. Im Rückversicherungsgeschäft ist sie die Nummer eins, die Tochter Ergo gehört zu den erfolgreichsten Erstversicherern. Die starke Stellung in beiden Kernmärkten des Versicherungsgeschäfts sorgt für Stabilität im Konzern.
  • Ergo überzeugt: Ergo erzielte als zweitgrößter deutscher Erstversicherer (hinter Allianz) im 3. Quartal ein gutes Ergebnis. Der Gewinn lag mit 136 Millionen Euro um 19 Millionen Euro oder rund 16 % über dem Vorjahreswert. Dazu hatten vor allem das anziehende internationale Geschäft und die deutsche Schaden/Unfall-Sparte beigetragen.
  • Üppige Dividende: Münchener Rück hat sich im DAX seit vielen Jahren als einer der konstantesten Dividendenwerte etabliert. In diesem Frühjahr zahlte die Gesellschaft 9,80 Euro pro Aktie und damit einen neuen Rekordwert aus. Die Dividendenrendite liegt bei überdurchschnittlichen 4,2 %.
  • Stabilitätsanker in der Branche: In diesem Jahr wird der Münchener Rück vor allem die Corona-Pandemie zusetzen. Dennoch hält sich das Unternehmen im Gegensatz zur Konkurrenz wie etwa Swiss Re in der Gewinnzone. Mit einem KGV 2020 von rund 23 ist Münchener Rück 2021 allerdings recht hoch bewertet. Im kommenden Jahr dürften sich die Zahlen erholen.

Contra Münchener Rück (WKN 843002)

  • Starker Ergebnisrückgang: Hohe Schäden durch die Corona-Pandemie und Naturkatastrophen haben dem Rückversicherer im Sommer einen Gewinneinbruch eingebrockt. Im dritten Quartal lag der Überschuss bei rund 200 Millionen Euro. Das waren rund 77 % weniger als im Vorjahr. Analysten hatten im Schnitt mit mehr als 300 Millionen Euro Gewinn gerechnet.
  • Corona-Virus belastet weiterhin: Die Pandemie ist für den Versicherungskonzern ein unerwartetes Mega-Ereignis. Münchener Rück musste für Betriebsstillstände und ausgefallene Großveranstaltungen aufkommen. Schon nach neun Monaten 2020 summieren sich die Belastungen durch die Pandemie auf 2,3 Milliarden Euro. Es dürfte noch einiges hinzukommen.
  • Schwieriger Ausblick: Schon Ende März wurde das Jahresgewinnziel von 2,8 Milliarden Euro zurückgenommen. Angesichts der anhaltenden Unsicherheiten gibt die Gesellschaft immer noch kein neues Gewinnziel für das Gesamtjahr 2020 bekannt.
  • Experten eher skeptisch: Bei den Analysten kommt für die Münchener Rück zurzeit keine Begeisterung auf. Die Mehrheit (sieben von 13 Analysten) stuft die Aktie aktuell als Halteposition ein. Fünf empfehlen „Kaufen“, nur einer rät zum „Verkauf“. Der comdirect-Analystenscore liegt mit 31 % im unteren Mittelfeld der 30 DAX-Werte.

Über Münchener Rück

Münchener Rück (in der Langversion Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft Aktiengesellschaft in München) wurde im Jahr 1880 von Carl von Thieme gegründet. Rückversicherer übernehmen von ihren Kunden (den Erstversicherern) Teile des Risikos ihrer Policen – etwa bei Haftpflicht-, Kranken- oder Feuerpolicen, aber auch bei teuren Versicherungspolicen gegen Umweltschäden, Erdbeben und andere Katastrophen. Schon drei Jahre nach der Gründung konnte sich die Münchener Rück als Marktführer im Deutschen Reich etablieren, vor dem Ersten Weltkrieg war sie bereits unbestrittener Weltmarktführer unter den Rückversicherungsgesellschaften – eine Position, die sie mit Unterbrechungen durch die Weltkriege bis heute gehalten hat. Aktuell arbeiten über 40.000 Mitarbeiter für den Konzern.

Über viele Jahrzehnte konzentrierte sich Münchener Rück vor allem auf das Rückversicherungsgeschäft und kooperierte stark mit der Allianz. Nach der Übernahme der American Re im Jahr 1996 stellte sich der Konzern in der zweiten Hälfte der 1990er-Jahre breiter auf. 1997 wurde die Ergo Versicherungsgruppe als Zusammenschluss der Versicherer D.A.S., Hamburg-Mannheimer, DKV und Victoria gegründet. 1999 legten die beiden Gesellschaften die Munich Ergo AssetManagement GmbH (kurz MEAG) als gemeinsame Kapitalanlagegesellschaft auf. Sie managt nicht nur das Vermögen des Versicherungskonzerns, sondern auch Anlagen von privaten und institutionellen Anlegern.

Die Verbreiterung des Geschäfts kam auch bei den Aktionären gut an. Im Jahr 1996 stieg die Münchener Rück, die bereits 1888 an die Börse gegangen war, in den DAX der 30 größten Unternehmen auf. Dort hat sich der Versicherungskonzern bis heute gehalten und aktuell eine Marktkapitalisierung von knapp 34 Milliarden Euro. Im DAX etablierte sich die Münchener Rück vor allem als grundsolider Dividendenzahler. Seit dem Jahr 1970 wurde die Ausschüttung nie gekürzt, meist stieg sie im Vergleich zum Vorjahr an.

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