Müllvermeidung Plastikfrei investieren – geht das überhaupt?

Kuta Beach auf Bali - Plastikmüll, der vom Meer weggeworfen wird und entlang der Küste verstreut ist.
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Plastik ist Segen, aber auch Fluch: Per Zertifikat können Anleger in Kämpfer gegen Plastikmüll investieren.

Plastik ist ein Alleskönner: Es ist formbar, bearbeitbar, nahezu unzerbrechlich und daher sehr lange haltbar. Deshalb ist Plastik in unserem Alltag quasi unverzichtbar und ein Helfer an vielen Stellen des täglichen Lebens. Die in den USA börsennotierte Tupperware (WKN 901014) zum Beispiel setzt voll auf Plastik. Ihre Küchen- und Haushaltshelfer sind seit den 1950er-Jahren rund um den Erdball im Einsatz.

Doch Plastik hat auch große Nachteile: „Es ist nur schwer recycelbar und es verrottet, wenn überhaupt, nur sehr langsam“, sagt Sven Gundermann, geschäftsführender Gesellschafter beim Bad Homburger Vermögensverwalter Taunus Investments. Bis zum vollständigen Zerfall bereitet es als Mikroplastik im gesamten Ökosystem große Probleme. Das betrifft auch unsere Nahrungskette, unter anderem, weil große Teile der Kunststoffe im Meer versenkt werden und dann über Fangfisch wieder in unsere Haushalte und Mägen gelangen. Die Vermeidung von Plastikmüll ist deshalb inzwischen ein globales Anliegen geworden. Alternativen zu Plastik sind gefragt: Mit einem Index-Zertifikat der UniCredit Bank (WKN HVB5PL) können Anleger auf die Wertentwicklung des ESG Global Anti Plastic Index setzen, der Unternehmen zusammenfasst, die Plastik möglichst vermeiden.

Plastikproduktion wächst noch

Das Plastikproblem ist im Laufe der Jahrzehnte größer geworden: Forscher um Roland Geyer, Professor für Industrie-Ökologie an der University of California in Santa Barbara, berechneten im Jahr 2017 im „Science Advances“-Magazin, dass von 1950 bis 2015 weltweit rund 8,3 Milliarden Tonnen Plastik produziert wurden. Jedes Jahr kommen weitere 400 bis 500 Millionen Tonnen hinzu. Zwar lahmten viele Wirtschaftszweige in der Pandemie, aber der Plastikverbrauch ist in vielen Bereichen sogar noch gestiegen. „Die Verpackungen vieler Lieferdienste enthalten Plastik. Aber auch für Masken, Handschuhe und sonstige Schutzkleidung, die wir gegen Infektionen mit Covid-19 einsetzen, benötigen wir mehr Kunststoff“, erklärt Gundermann.

Im Medizinbereich ist Kunststoff aus Hygienegründen nicht zu vermeiden. Aber fast überall sonst gibt es Alternativen zumindest zu Plastikwegwerfwaren: Mit dem ESG Global Anti Plastic Index können Anleger in Unternehmen investieren, die Alternativen zu Kunststoffprodukten entwickeln, Plastikprodukte recyceln oder Plastikmüll vermeiden. Um in den Index aufgenommen zu werden, müssen die Unternehmen die sogenannten ESG-Nachhaltigkeitskriterien möglichst umfassend erfüllen. ESG steht dabei für Environment (Umwelt), Social (Soziales) und Governance (Unternehmensführung). Die potenziellen Indexmitglieder werden von der Institutional Shareholder Services Inc. geprüft – einer auf Nachhaltigkeit spezialisierten Ratingagentur.

Zahlreiche Firmen bieten Alternativen

Der Index ist mit bis zu 25 Werten breit diversifiziert. Die Zusammensetzung des Barometers wird dabei halbjährlich überprüft und angepasst. Viele der enthaltenen Werte sind auch in renommierten Nachhaltigkeitsfonds vertreten. Der australische Dienstleister Brambles (WKN A0LA6D) etwa ist vor allem durch seine Tochter CHEP bekannt, die die Lieferketten für Konsumgüter, frische Lebensmittel und Getränke in über 60 Ländern mit möglichst nachhaltigen Materialien und Verkehrsmitteln gestaltet. Ebenfalls im Index vertreten ist die japanische Shimano (WKN 865682). Shimano ist Weltmarktführer für mechanische Fahrradteile wie Antriebs- und Schaltgruppen. Das Kerngeschäft ist nachhaltig, da das Fahrrad als das umweltfreundlichste Verkehrsmittel gilt. Zudem bereitet Shimano das Wasser für seine Produktion in eigenen Anlagen auf und versucht, mit möglichst wenig Chemikalien auszukommen. Sehr bekannt ist auch die norwegische TOMRA Systems (WKN 872535), von der nahezu alle Pfand-Rückgabe-Automaten in Lebensmittel- und Discount-Märkten stammen. TOMRA profitiert in Deutschland vor allem vom 25-Cent-Einwegpfand, das bislang europaweit einzigartig ist.

Deutsche Werte sucht man im Index vergeblich. Aber aus dem benachbarten Österreich schaffte es Lenzing (WKN 852927) in die Auswahl. Lenzing stellt aus Holz spezielle Fasern her, die das Ausgangsmaterial für eine Vielzahl von Textil- und Vliesstoff-Anwendungen sind und dabei Plastik und Kunststoff Konkurrenz machen.

In die genannten und alle Werte des ESG Global Anti Plastic Index können Anleger gesammelt mit dem Index-Zertifikat der UniCredit Bank (WKN HVB5PL) investieren. Es bildet die Wertentwicklung des ESG Global Anti Plastic Index nach und ist ohne Laufzeitbegrenzung unter normalen Marktbedingungen börsentäglich handelbar. Nettodividenden werden reinvestiert. Die Indexberechnungsgebühr beträgt 1,5 % pro Jahr. Wegen des engen Anlageuniversums müssen Anleger neben dem Emittentenrisiko auch möglicherweise höhere Kursschwankungen berücksichtigen.

Aktien und Partizipationszertifikate unterliegen Kursschwankungen. Bei Wertpapieren, die nicht in Euro notieren, sind zudem Währungsverluste möglich. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung. Bei Partizipations-Zertifikaten besteht als Schuldverschreibung zudem ein Emittentenrisiko. Bei Zahlungsunfähigkeit des Emittenten können Verluste bis hin zum Totalverlust eintreten. Die Auswahl der Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente dient ausschließlich Informationszwecken und stellt kein Angebot, keine Aufforderung oder Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar. Sie soll lediglich Ihre selbstständige Anlageentscheidung erleichtern und ersetzt keine anleger‐ und anlagegerechte Beratung. Bei den hier dargestellten Informationen und Wertungen handelt es sich um eine Werbemitteilung, die nicht den gesetzlichen Anforderungen zur Gewährleistung der Unvoreingenommenheit einer Anlageempfehlung oder Anlagestrategieempfehlung genügt. Die Darstellung gibt nicht die Meinung von comdirect wieder. Darüber hinaus unterliegen die dargestellten Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente keinem Verbot des Handels vor der Veröffentlichung von Anlage‐ oder Anlagestrategieempfehlungen. Stand: 01.12.2021; Quelle: comdirect.de