Mischfonds Strategien gegen die Krise

Brücke, die zwei Waldabschnitte miteinander verbindet
© nblxer via Adobe Stock

Steigende Zinsen, hohe Inflation, drohende Rezession: Das Marktumfeld ist schwierig. Wie renommierte Fondsmanager jetzt investieren.

Die Inflation ist zurück. In der Eurozone lag im Mai bei 8,1 %, in den USA bei 8,6 %. Die Notenbanken beginnen, ihre ultralockere Geldpolitik zu beenden und die Zinsen anzuheben. „Doch den Geist, den die Notenbanken mit ihrer lockeren Geldpolitik aus der Flasche gelassen haben, dürften sie nicht mehr dorthin zurückbekommen“, sagt Bert Flossbach, Fondsmanager des Mischfonds Flossbach von Storch Multiple Opportunities R (WKN A0M430). Das heißt: Selbst bei steigenden Zinsen rechnet der Fondsexperte dauerhaft mit negativen Realzinsen. Würde die Notenbank die Inflation ernsthaft bekämpfen wollen, müssten sie die Zinsen auf 7 oder 8 % anheben, betont Flossbach: „Das wäre zum Scheitern verurteilt. Dazu ist die Verschuldung – im Gegensatz zu früher – viel zu hoch.“ Staaten mit hoher Staatsverschuldung könnten in diesem Szenario ihren Schuldendienst nicht mehr bedienen. Die turbulente Gemengelage aus Zinsanstieg und dem Krieg in der Ukraine hat tiefe Spuren an den Märkten hinterlassen. Die Aktienbörsen gaben seit Februar nach. Gleichzeitig erlebten auch Anleihen wegen der steigenden Zinsen eine Talfahrt. Keine einfache Situation für Anleger. Die Manager von Mischfonds, die in Aktien, Anleihen, Gold und Rohstoffe investieren, haben es zwar auch nicht leicht. Aber sie können flexibel reagieren und so das Risiko tendenziell mindern.

Top-Manager setzen weiter vorrangig auf Aktien

Interview Flossbach von Storch
© Maurice Kohl

„Für Sparer ist Inflation Enteignung“

Fondsmanager Bert Flossbach über negative Realzinsen, hohe Inflation und die Bedeutung von Sachwerten für den Kapitalerhalt.

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Bert Flossbach setzt bei seinem Mischfonds Flossbach von Storch Multiple Opportunities R weiter auf Aktien. Sie machen 79 % des Portfolios aus. Der Flaggschifffonds des Kölner Vermögensverwalters mit einem Volumen von 25 Milliarden Euro hat aktuell aber auch 15 % seines Kapitals in Gold investiert, mehr als im langjährigen Durchschnitt. Das Edelmetall übernimmt dabei die Rolle des Sicherheitsankers. Dagegen hält der Fonds aktuell keine Anleihen. „Staatsanleihen haben ihre Funktion als Risikopuffer weitgehend verloren“, erklärt Flossbach. Eine zehnjährige Staatsanleihe mit einer Rendite von 2,9 % sei nicht in der Lage, eine Inflation von 8 % auszugleichen. Zu Aktien und anderen Sachwerten gebe es kaum Alternativen.

Weiter auf Aktien vertraut auch Uwe Rathausky, der den Mischfonds Acatis GANÉ Value Event Fonds (WKN A0X754) gemeinsam mit Henrik Muhle verantwortet. Die Aktienquote liegt bei rund 90 %. Der Rest steckt in Liquidität und Geldmarktmarktanlagen, zum Teil in US-Dollar und Norwegischen Kronen. „Wichtig ist für uns, dass alle Unternehmen in unserem Portfolio hochprofitabel sind und mit einer hohen Inflation relativ gut zurechtkommen können“, erklärt Rathausky das Vorgehen bei der Aktienauswahl. Und nennt als Beispiel Versicherungsunternehmen, die von steigenden Zinsen tendenziell profitieren wie etwa Allianz (WKN 840400) und Munich RE (WKN 843002). Auch Warren Buffett ist mit seiner Holding Berkshire Hathaway (WKN A0YJQ2) stark in der Versicherungs­branche engagiert.

Auch wenn Technologieunternehmen wegen der steigenden Zinsen an den Börsen stark unter Druck kamen, ist Rathausky von der Branche weiter überzeugt: „Technologieschwergewichte wie Apple, Microsoft, Alphabet, Amazon und Salesforce, die über eine hohe Preissetzungs­macht und geringe Kapitalintensität verfügen, können steigende Kosten an die Kunden weiterreichen.“ Dagegen hält er Anleihen nach wie vor für nicht attraktiv: „Anleihen spielen in unserem Portfolio derzeit nur als Geldmarktersatz in Euro und Fremdwährungen eine Rolle. Für aktive Wetten ist uns der Anleihemarkt in der Breite noch nicht attraktiv genug“, sagt Rathausky.

Kaldemorgen hält viel Liquidität

Zu den renommiertesten Fondsmanagern zählt in Deutschland Klaus Kaldemorgen. Er wurde bekannt durch seinen weltweit investierenden Aktienfonds DWS Vermögensbildungsfonds I. Seit 2012 verantwortet Kaldemorgen mit seinem Team den Mischfonds DWS Konzept Kaldemorgen (WKN DWSK00). Der Fonds versucht, Risiken und Ausschläge nach unten möglichst stark zu begrenzen. Aktien machten zuletzt 46 % des Portfolios aus, Anleihen 24 % und Alternative Anlagen mit Gold rund 8 %. Der Rest steckt in liquiden Anlagen. Schon in das Jahr 2022 ist der Fonds mit einer vorsichtigen Ausrichtung und Gold im Portfolio gestartet. „Damit waren wir auch auf höhere Inflationsraten vorbereitet, die aufgrund des russischen Einmarschs in der Ukraine weiter deutlich gestiegen sind“, sagt Christoph Schmidt, Leiter des Multi-Asset-Total-Return-Teams der DWS.

Auf der Aktienseite hat das Team von Klaus Kaldemorgen das Portfolio angepasst: „Angesichts anhaltender Konjunkturrisiken meiden wir derzeit insbesondere zyklische Titel, etwa aus dem Energie- und Rohstoffbereich“, erklärt Schmidt. Stark gebeutelte Wachstumstitel wie Alphabet sind dagegen durch die gesunkene Bewertung wieder interessanter geworden. Bei lang laufenden Staatsanleihen setzt das Team um Kaldemorgen dagegen weiter auf sinkende Kurse. Der Fonds profitiert also, wenn die Zinsen steigen und Anleihekurse nachgeben. Diese Strategie hat sich in der Krise bewährt und dabei geholfen, den Fonds in den vergangenen sechs Monaten sehr stabil zu halten.

Mit cominvest Schwankungen abfedern

Mit Mischfonds von renommierten Fondsmanagern kommen Anleger in der Regel mit geringeren Schwankungen durch Börsenkrisen. Eine Alternative für Anleger, die sich nicht selbst regelmäßig um ihre Asset Allocation kümmern wollen, ist eine digitale Vermögensverwaltung wie cominvest (alle Informationen zu cominvest finden Sie hier). Der Robo-Advisor von cominvest empfiehlt Kunden auf Grundlage eines Fragenkatalogs eine von fünf Anlagestrategien mit verschiedenen maximal zugelassenen Volatilitäten. Die Strategien reichen von der sehr defensiv ausgerichteten Variante „Ertrag“ bis zur sehr offensiven Möglichkeit „Chance“. Diesen Anlageprofilen liegen Musterportfolios zugrunde. In regelmäßigen Abständen und wenn die vereinbarten Volatilitätsgrenzen gerissen werden, werden die Musterportfolios an die aktuelle Marktlage angepasst.

Aktien, Fonds und ETF unterliegen Kursschwankungen. Bei Wertpapieren, die nicht in Euro notieren, sind zudem Währungsverluste möglich. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung. Die Auswahl der Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente dient ausschließlich Informationszwecken und stellt kein Angebot, keine Aufforderung oder Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar. Sie soll lediglich Ihre selbstständige Anlageentscheidung erleichtern und ersetzt keine anleger‐ und anlagegerechte Beratung. Allein verbindliche Grundlage des Kaufs bei Fonds sind die derzeit gültigen Verkaufsunterlagen des Fonds („Wesentliche Anlegerinformationen“, Verkaufsprospekt sowie Jahres- und Halbjahresberichte, soweit veröffentlicht). Diese Unterlagen erhalten Sie auf der Fonds-Detailseite unter www.comdirect.de oder direkt beim Emittenten. Bei den hier dargestellten Informationen und Wertungen handelt es sich um eine Werbemitteilung, die nicht den gesetzlichen Anforderungen zur Gewährleistung der Unvoreingenommenheit einer Anlageempfehlung oder Anlagestrategieempfehlung genügt. Die Darstellung gibt nicht die Meinung von comdirect – einer Marke der Commerzbank AG – wieder. Darüber hinaus unterliegen die dargestellten Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente keinem Verbot des Handels vor der Veröffentlichung von Anlage‐ oder Anlagestrategieempfehlungen. Stand: 28.06.2022; Quelle: comdirect.de