Die neu benannte Meta- und Facebook-Europazentrale am Dubliner Grand Canal Square.
Die neu benannte Meta- und Facebook-Europazentrale am Dubliner Grand Canal Square.
© Derick Hudson via GettyImages/iStockphoto

Meta: Geschrumpfter Gewinn

Bei Meta/Facebook ging zuletzt der Umsatz knapp, der Gewinn sogar deutlich zurück. Das Metaversum lässt noch auf sich warten.

2021 wurde Facebook in Meta Platforms umbenannt und ist mit Facebook, WhatsApp und Instagram Weltmarktführer bei sozialen Medien. Die Zukunftsvision des Metaversums ist vielversprechend, muss aber noch mit Inhalten gefüllt werden. Nach den jüngsten Kursverlusten ist die Aktie relativ niedrig bewertet. Bei den Analysten steht Meta weiter hoch im Kurs. Allerdings ging zuletzt der Unternehmensgewinn zurück und auch die Nutzerzahlen entwickeln sich nicht wie gewünscht. Die Reality Labs machen weiterhin Milliardenverluste und mit der Reputation von Meta ist es nach den Skandalen der Vergangenheit nicht aufs Beste bestellt.

Pro Meta (WKN A1JWVX)

  • Aus Facebook wurde Meta: Meta ist das weltweit dominierende Social-Media-Unternehmen. Mit Facebook, WhatsApp und Instagram realisiert die Plattform von Mark Zuckerberg Synergieeffekte und hat nahezu drei Milliarden täglich aktive Nutzer. Durch die Tochter Oculus ist Meta im Bereich der virtuellen Realität aktiv. Im Oktober 2021 wurde Facebook in Meta Platforms umbenannt.
  • Zukunftsvision Meta: In der Vergangenheit hat Mark Zuckerberg sein Unternehmen immer wieder neu erfunden oder durch Übernahmen zukunftsträchtiger aufgestellt. Im vergangenen Jahr verkündete er, den Fokus künftig auf die digitale Welt zu legen – das Metaverse. Die Vision wurde positiv aufgenommen, muss aber noch mit zugkräftigen Inhalten gefüllt werden.
  • Bewertung gesunken: Meta war über viele Jahre ambitioniert bewertet. Nach den jüngsten Enttäuschungen bei Umsatz und Nutzerzahlen ging der Aktienkurs deutlich zurück. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 14 für das Jahr 2022 liegt die Bewertung aktuell sogar unter dem Durchschnitt des NASDAQ 100.
  • Hoher Analystenscore: Meta steht bei den Experten weiterhin hoch im Kurs. Sieben von neun Analysten sehen die Aktie zurzeit als Kauf. Zwei setzen auf „Halten“. Kein einziger gibt eine Verkaufsempfehlung ab. Damit liegt der comdirect Analystenscore bei hohen 78 %.

Contra Meta (WKN A1JWVX)

  • Gewinn ging zurück: Insgesamt läuft es für Meta weniger rund als früher. Der Umsatz sank im zweiten Quartal im Jahresvergleich um rund 1 % auf 28,8 Milliarden Dollar. Unterm Strich schrumpfte der Gewinn um 27 Prozent deutlich auf knapp 6,7 Milliarden Dollar.
  • Lahmende Nutzerzahlen: Im Weihnachtsquartal war erstmals in der Geschichte des Facebook-Konzerns die Zahl der täglich aktiven Nutzer geschrumpft. Im ersten Quartal legten die Nutzerzahlen bei Facebook zwar wieder um 30 Millionen auf 1,96 Milliarden zu, im zweiten Quartal noch einmal minimal auf 1,97 Milliarden. Gleichwohl scheint die Zwei-Milliarden-Grenze eine schwer zu überwindende Hürde zu sein.
  • Milliardenverluste bei Reality Labs: Die Metaverse-Entwicklung ist teuer. Der dafür verantwortliche Bereich Reality Labs verzeichnete im zweiten Quartal des Jahres einen operativen Verlust von 2,8 Milliarden US-Dollar. Schon im Gesamtjahr 2021 wurden im Sektor gut zehn Milliarden US-Dollar verbrannt.
  • Reputationsrisiken: Facebook/Meta und Mark Zuckerberg stehen seit Jahren in der Kritik. So wurde Facebook 2020 im Rahmen der Kampagne „StopHateforProfit“ kurzzeitig boykottiert. Im Mai 2022 reichte der Generalstaatsanwalt von Washington eine Klage gegen Mark Zuckerberg ein, um ihn persönlich im Datenschutz-Skandal um Cambridge Analytica zur Verantwortung zu ziehen.

Über Meta

Meta Platforms (früher Facebook) wurde im Jahr 2004 von Mark Zuckerberg und einigen Freunden gegründet. Facebook ermöglicht die Erstellung von Profilen der eigenen Person, von Unternehmens­seiten zur geschäftlichen Präsenz und von Gruppen. Facebook ist das größte Netzwerk weltweit mit nahezu zwei Milliarden täglichen Nutzern. Zusammen mit den Facebook-Töchtern Instagram und WhatsApp liegt die tägliche Userzahl bei fast drei Milliarden Menschen. Ende 2021 arbeiteten mehr als 70.000 Menschen für das Unternehmen. 2012 kaufte Facebook für eine Milliarde US-Dollar die damals noch wenig bekannte Foto-Community Instagram. Zwei Jahre später zahlte Facebook rund 16 Milliarden Dollar für WhatsApp Inc.

Facebook finanziert sich über zielgruppengerechte Werbung. Die Erstellung der Profile wird dabei durch die User selbst, ihre Angaben zu Alter, Geschlecht und Bildung, Interessen und Arbeitsplätzen erleichtert. Mit Facebook Ads können Unternehmen gezielt auf Profilseiten werben. Eine andere Werbemöglichkeit sind „Sponsored Stories“. So kann ein auf Facebook empfohlenes Unternehmen gegen Gebühr die positive Kritik weiterverbreiten.

Schon seit Unternehmensgründung steht Facebook wegen mangelndem Datenschutz in der Kritik, vor allem durch europäische Verbraucherschützer. 2018 ergaben Sonderermittlungen, dass russische Agenten auf Facebook den US-Wahlkampf beeinflusst hatten. Außerdem hatte das britische Unternehmen Cambridge Analytica Daten von mehreren Millionen Facebook-Nutzern missbräuchlich verwendet. 2020 wurde Facebook vorgeworfen, zu wenig gegen rassistische Kommentare zu unternehmen. Im Juli 2020 wurde Facebook deshalb im Rahmen der Kampagne „StopHateforProfit“ einen Monat lang von vielen namhaften Unternehmen boykottiert. Im Mai 2022 reichte der Generalstaats­anwalt eine persönliche Klage gegen Mark Zuckerberg ein.

Im Oktober 2021 benannte Mark Zuckerberg Facebook in Meta Platforms um. Trotz der häufigen Kritik ist Facebook/Meta für Aktionäre eine Erfolgsgeschichte. Am 18. Mai 2012 ging Facebook zum Ausgabepreis von 38 Dollar an die Börse. Danach sank der Kurs zwar einige Zeit unter das Ausgabeniveau, legte dann aber schnell wieder den Vorwärtsgang ein. Zuletzt ging der Kurs zwar zurück. Aber mit einer Verfünffachung der Notierung seit dem Börsengang und einer Marktkapitalisierung von rund 370 Milliarden Dollar gehörte Meta zuletzt zu den wertvollsten Unternehmen im NASDAQ 100.

Aktien unterliegen Kursschwankungen; damit sind Kursverluste möglich. Bei Wertpapieren, die nicht in Euro notieren, sind zudem Währungsverluste möglich. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung. Die Auswahl der Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente dient ausschließlich Informationszwecken und stellt kein Angebot, keine Aufforderung oder Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar. Sie soll lediglich Ihre selbstständige Anlageentscheidung erleichtern und ersetzt keine anleger‐ und anlagegerechte Beratung. Bei den hier dargestellten Informationen und Wertungen handelt es sich um eine Werbemitteilung, die nicht den gesetzlichen Anforderungen zur Gewährleistung der Unvoreingenommenheit einer Anlageempfehlung oder Anlagestrategieempfehlung genügt. Die Darstellung gibt nicht die Meinung von comdirect – einer Marke der Commerzbank AG – wieder. Darüber hinaus unterliegen die dargestellten Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente keinem Verbot des Handels vor der Veröffentlichung von Anlage‐ oder Anlagestrategieempfehlungen. Der comdirect Analystenscore errechnet sich aus der Gesamtzahl der Analysten, die diese Aktie bewerten. Die negativen Einschätzungen (Verkaufen) werden von den positiven (Kaufen) subtrahiert und das Ergebnis durch die Gesamtzahl aller Einschätzungen (Kaufen, Halten, Verkaufen) dividiert. Diese Zahl wird mit 100 multipliziert, um den Prozentwert darzustellen. Stand: 10.08.2022; Quelle: comdirect.de

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